Hauk startet Blauzungen-Impfaktion

Video: Nach dem Ausbruch der Seuche in Baden-Württemberg ruft Landwirtschaftsminister Hauk alle Tierhalter zur Impfung auf. Das Land fördert diese finanziell. Auf dem Hof Bäßler in Schwaben präsentierte er den Ablauf der Impfung.

Minister Hauk rief bei der Auftaktveranstaltung zur Blauzungen-Impfaktion des Landes "alle verantwortlichen Tierhalter" erneut zum Mitmachen auf. Mit der Aktion will Hauk einer Ausbreitung auf das Bundesgebiet und Endemisierung der Tierseuche vorbeugen.

Zudem will er Handelsrestriktionen vermeiden. Aus einem 150 km-Radius um bereits betroffene Betriebe dürfen Tierhalter nur dann Tiere verbringen, wenn deren Impfung in HI Tier dokumentiert ist oder wenn sie eigens eine Blutuntersuchung für jedes Tier anlegen lassen. Letzteres sei aber um ein Vielfaches teurer als die Impfung, argumentiert Hauk.

Geht der Impfstoff bald aus?

Am Rande der Veranstaltung wurde Kritik laut, dass der Impfstoff nicht in ausreichenden Mengen zur Verfügung stehe. Der Rat einiger Experten an Landwirte: Wenn man den Tierarzt zur ersten Teilmpfung bestellt, solle man darauf bestehen, dass dieser auch gleich den Stoff für die zweite Teilimpfung einlagert.

Diese muss drei Monate nach dem ersten Termin erfolgen. Erst nach weiteren 60 Tagen dürfen Tierhalter in Restriktionszonen dann wieder Tiere nach außerhalb verkaufen bzw. verbringen.

Laut dem Minister stehen aktuell ca. 1 Mio. Impfdosen zur Verfügung. Die Vertriebswege für den Stoff seien mittlerweile aufgebaut, kurzfristige Engpässe bei der Lieferung sollen sich in den kommenden Wochen "einpendeln". Eine engere Absprache mit den Herstellern sei dem Land jedoch aus kartellrechtlichen Gründen nicht möglich.

Nachbarländer sollen mitziehen

Hauk sieht sich mit der freiwilligen, von Land und Tierseuchenkasse geförderten Impfaktion auf dem richtigen Weg. Er arbeite jedoch bereits an einer überregionalen Lösung gemeinsam mit dem Bundeslandwirtschaftsministerium sowie weiteren europäischen Staaten.

Vor allem in der Schweiz und in Frankreich, dort in Grenznähe, sei die Seuche nach wie vor fest etabliert. "Eine Insellösung in Baden-Württemberg oder Deutschland ist auf Dauer nicht sinnvoll, wenn nicht alle Länder mitziehen", sagte Hauk. Sein Haus habe eine Zusammenarbeit bereits sondiert.

Biestmilch gegen Handelssperre

In der Schweiz hat sich der Serotyp 8 der Blauzungekrankheit derzeit im Dreieck Bern - Basel - Zürich sowie im Schweizer Jura verbreitet, berichtete der Geschäftsführer der Tierseuchenkasse Baden-Württemberg, Dr. Gerhard Kuhn. In Baden Württemberg seien von insgesamt ca. 1 Mio. Rindern bereits rund 280.000 geimpft.

Bei Milchkühen liege die Quote bereits bei fast der Hälfte. Die Immunisierung kann bei Kälbern auch über die Biestmilch von geimpften Muttertieren erfolgen. Kuhn riet daher, gerade bei Bullenkälbern auf eine ausreichende Biestmilchgabe zu achten, um diese weiterhin verkaufen zu können.

Ein Video von der Veranstaltung mit Details zur Förderung durch das Land finden Sie oben.

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Artikel geschrieben von

Claus Mayer

Redakteur SÜDPLUS

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