[23.08.2012]
In Deutschland gibt es für alles eine DIN-Norm. Beim Boden hört der Regelungs-Wahn aber offenbar auf.
Das Deutsche Institut für Normungswesen (DIN) hat den Entwurf für eine Norm zur Bodenbeschaffenheit zurückgezogen, teilt der Deutsche Bauernverband (DBV) mit. Dies gab das Institut nach einer Anhörung von Vertretern aus Fachverbänden, Praxis, Wissenschaft und Landtechnik bekannt.
Das Institut plante, eine Norm mit dem Titel „Bodenbeschaffenheit – Ermittlung der Verdichtungsempfindlichkeit von mineralischen Unterböden aus der Schätzung der Vorbelastung“ einzuführen.
Nach Einschätzung des DBV sowie vieler weiterer Experten und Sachverständiger ist es unmöglich, die natürliche Ressource Boden durch eine Standortbeurteilung zu normieren. Aufgrund generalisierender Annahmen, insbesondere zur Bodenfeuchte und der großen Unschärfe von Bodenkarten, konnte der DIN-Entwurf keine praktisch nutzbaren Empfehlungen zum Einsatz von landwirtschaftlichen Maschinen liefern. Eine Normung könne somit keinen Beitrag zum vorsorgenden Bodenschutz leisten.
Die Orientierung an Grundsätzen der guten fachlichen Praxis auf Basis des Bodenschutzgesetzes sind für die Landwirte das Leitbild zum Handeln und erlauben darüber hinaus den erforderlichen Spielraum für situationsbezogene Entscheidungen beim Einsatz landwirtschaftlicher Maschinen, heißt es beim DBV.
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