[05.10.2012]
Ambrosia
Die weitere Ausbreitung der Beifuß-Ambrosie in Deutschland kann aufgrund der hochallergenen Wirkung dieser aus Nordamerika eingeschleppten Pflanze künftig zusätzliche Gesundheitskosten in Millionenhöhe auslösen und sollte daher bereits jetzt unbedingt eingedämmt werden. Das geht aus einer aktuellen Studie des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) und des AllergieZentrums der Ludwig-Maximilians-Universität München hervor.
Die Beifuß-Ambrosie produziere Pollen mit besonders aggressiven Allergenen, erläutern die Forscher. Hinzu komme der späte Pollenflug bis in den Oktober hinein, in dem die Blühsaison der heimischen Pflanzen üblicherweise bereits beendet sei. Für Allergiker ergebe sich eine Verlängerung der Krankheits- und Therapiezeit, mit entsprechend steigenden Aufwendungen für Behandlungen und Verlusten aufgrund krankheitsbedingter Ausfälle am Arbeitsplatz. Die Gesamtkosten, die in Deutschland durch die Ausbreitung des neuen Allergens künftig entstehen können, beziffern die Forscher auf 200 Mio Euro bis 1 Mrd Euro im Jahr.
Der effektivste Weg der Kostenbegrenzung sei die Verringerung der Pollenkonzentration durch die Bekämpfung der Pflanze. Voraussetzungen hierfür seien ein höheres Problembewusstsein und eine intensive Zusammenarbeit von Bund, Ländern und Kommunen sowie Institutionen auf europäischer Ebene, betonen die Forscher. Eine Kombination aus präventivem Management im Straßenbau, in der Landwirtschaft und im privaten Bereich sowie ein flächendeckendes Monitoring könnten helfen, größere Vorkommen mit der gebotenen Eile zu bekämpfen.
Für die Studie wurden Patienten des AllergieZentrums München befragt, die an einer Pollenallergie leiden und nachweislich gegen Ambrosia sensibilisiert sind. Die Forschungsergebnisse wurden im Fachblatt „Umweltmedizin in Forschung und Praxis“ veröffentlicht. (AgE)
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