Energiepflanzen: Silphie weckt großes Interesse

[25.10.2012]


Durchwachsene Silphie Durchwachsene Silphie Noch ist sie nur in Fachkreisen bekannt, doch die Durchwachsene Silphie ist auf dem besten Weg, sich als Energiepflanze einen Namen zu machen. Laut Aussage der Landwirtschaftskammer Niedersachsen haben in diesem – wie auch im vergangenen – Jahr knapp 40 Landwirte die gelb blühende Pflanze auf insgesamt gut 40 ha zu Versuchszwecken angebaut. Die Versuchsergebnisse aus den vergangenen Jahren ließen sich in 2012 bestätigen.

Aufgrund ihrer großen Biomasseproduktion gilt die Pflanze mit dem ungewöhnlichen Namen und der botanischen Bezeichnung Silphium perfoliatum als potenzieller Energielieferant. Sie ist eine ausdauernde und mehrjährige Staude aus der Familie der Korbblütler und wird bis zu drei Meter hoch. Ursprünglich stammt die Silphie aus Nordamerika, sie lässt sich aber auch in Europa problemlos anbauen. Bemerkenswert ist auch ihre besondere Anpassung an trockene Standorte.

Vorzugsweise wird sie auf kleineren oder verwinkelten Flächen angebaut oder als Randstreifen im Maisschlag. Hier kann sie zeitgleich mit dem Mais geerntet werden. Der Biomasseertrag von 13 bis 20 t/ha ab dem zweiten Jahr kann sich sehen lassen. Ein weiterer Vorteil ist die Mehrjährigkeit der Silphie, denn dadurch fällt in den Folgejahren nach dem Anbau lediglich die Düngung an. Nicht zuletzt lockern die gelben Blüten das Landschaftsbild auf und werden auch von Imkern gern gesehen, da sie später als andere Kulturen blühen.
Landwirte, die in 2011 gepflanzt haben, hatten in diesem Jahr die erste Ernte. Die Auswertung der Erfahrungen und der Erntemengen sind zum Winter durch die Landwirtschaftskammer geplant. (ad)

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Leserkommentare

3 Kommentar(e)
  • enorme Vorteile

    [29.10.2012]

    Natürlich hilft dies nicht, den Flächenverbrauch für Energiezwecke zu senken. Aber in Bezug auf Erosion, PSM-Einsatz, Nitratbelastung im Grundwasser und Dieselverbrauch ergeben sich gegenüber Mais enorme Vorteile. Voraussetzung für den Erfolg ist, dass die mehrjährigen Kulturen (Silphie, Szarvasi, Virginiamalve...) vergleichbare oder bessere und vor allem zuverlässigere Erträge (z.B. bei Trockenheit, Spätfrost,...) bringen. Würde genauso viel Züchtungsarbeit geleistet wie beim Mais, wär`s längst soweit, aber die Pflanzenzüchter haben kaum wirtschaftliches Interesse, nur alle 15 Jahre mal Saatgut zu verkaufen. Drum ist Förderung halt notwendig.

    von meister1

  • Silphie

    [29.10.2012]

    Was man nun anbaut ist letztendlich egal. Die Flächen sind aus der Nahrungsproduktion rausgenommen worden. Das ist nur Augenwischerei für naive Energieverbraucher. Hier im Kreis Vechta wird sowas auch noch mit Forschungsgeldern gefördert. Wie dumm ist die Menschheit eigentlich......

    von powerbauer#002

  • OK, aber

    [28.10.2012]

    Ist diese Pflanze nun landwirtschaftlich oder industriell? BGA-Betreiber werden doch keine Pflanzen anbauen, die hohe Pflanzkosten haben und nicht ausgleichsberechtigt sind im Rahmen der Wildschadensregulierung. Wenn man solche Pflanzen wirklich will muss auch der entsprechende Rechtsrahmen zu ihren Schutz geschaffen werden. In vielen Regionen Deutschlands macht diese Pflanze doch keinen Sinn, wegen der hohen wildschweinpopulation...

    von landfuerst

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