[01.10.2012]
Kartoffelanbau
Was im Maisanbau schon zur guten fachlichen Praxis gehört, könnte sich nach Einschätzung der Eurochem Agro GmbH, der früheren K+S Nitrogen GmbH, schon bald auch im Kartoffelanbau fortsetzen. Vieles spreche auch hier für die platzierte Düngung, folge man aktuellen Versuchsergebnissen aus Süddeutschland, erklärte das Mannheimer Unternehmen vergangene Woche.
Erste Eindrücke von einem bereits praxisreifen Verfahren hätten Fachberater und Landwirte Ende August in Pförring erhalten. Dort sei mit der Heiss Landtechnik GmbH, dem Hersteller von „All-In-One“-Systemen, ein gemeinsamer Exaktversuch in der Produktionstechnik „Pflanzung plus Düngung“ angelegt worden, berichtete die EuroChem Agro GmbH. Auf rund 3 ha würden verschiedene Düngevarianten im Kartoffelbau überprüft. Neben der platzierten Düngung finde auch der Vergleich mit einer flächigen Ausbringung des Düngers sowie der Kombination von platzierter und flächiger Düngung statt.
Die Pflanzung der Kartoffeln sei mit der Produktionstechnik „All-In-One“ erfolgt, bei der die Arbeitsgänge Pflanzbeetbereitung, Pflanzkartoffelablage und Dammformung in einer Überfahrt kombiniert würden. „Gegenüber den konventionellen Düngestrategien können wir bei diesem modernen Verfahren neue Wege bei der N-Versorgung gehen“, erläuterte Norbert Baumgartner, regionaler Fachberater bei EuroChem Agro und verantwortlich für die Versuchsanlage. Das Verfahren ermögliche es, die Stickstoffdüngung exakt dem Bedarf der Kartoffel anzupassen und so einen hohen Wirkungsgrad zu erreichen. Die platzierte Düngung eigne sich im Vergleich zur konventionellen flächigen Düngung besonders in Trockengebieten und auf Standorten ohne zusätzliche Beregnungsmöglichkeiten. Hinzu komme natürlich die Arbeitsspitzenentlastung im Frühjahr durch das „All-In-One“-Verfahren.
Wie in vielen anderen Depotdüngeversuchen bereits bestätigt, zeige auch dieser Versuch eine deutliche Ertragssteigerung, vor allem infolge der höheren N-Effizienz und geringerer Nährstoffverluste, erklärte Baumgartner. Neben dem Platzierungseffekt sei zudem festgestellt worden, dass auch die N-Form des Düngers eine wichtige Rolle spiele. (AgE)
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