[15.05.2012]
Saatgut
Nach bisherigen Erkenntnissen ist die Versorgung der Landwirtschaft mit zertifiziertem Saatgut (Z-Saatgut) in diesem Jahr gewährleistet; allerdings sollten die Abnehmer frühzeitig ihren Bedarf anmelden. Das war eine der wesentlichen Botschaften, die laut Bundesverband der VO-Firmen (BVO) vom Saatguthandelstag ausgingen, der am 3. und 4 Mai auf Burg Warberg mit 175 Teilnehmern stattfand. Wie der BVO vergangene Woche berichtete, wies der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Saatgutverkehrskontrollstellen der Länder, Uwe Sander, im Zusammenhang mit der Anzeige- und Aufzeichnungspflicht für den Handel darauf hin, dass die Saatgutwirtschaft mit der einmaligen Ausnahmeregelung bei der Abgabe und dem Erwerb von Konsumgetreide zu Saatzwecken derzeit gegen geltende sortenschutz- und saatgutverkehrsrechtliche Bestimmungen verstoße. Die Saatgutverkehrskontrollstellen würden das Thema sehr ernst nehmen und Schwarzhandel verfolgen, betonte Sander.
Der Präsident des Bauernverbandes Schleswig-Holstein, Werner Schwarz, sieht das Betriebsmittel Z-Saatgut aus Sicht der Landwirtschaft laut BVO juristisch nicht ganz so streng. Der Begriff des geistigen Eigentums erschließe sich vielen Landwirten nicht und sie fühlten sich beim Kauf von Saatgut mit der Zahlung von Preis und Lizenz mehrfach „abkassiert“, zitierte der BVO den Verbandspräsidenten. Schwarz appellierte an die Mittlerfunktion des Handels zwischen Landwirt und Züchter. Dieser sollte zum besseren Verständnis der beiden Seiten füreinander beitragen.
Auf Defizite bei der Weizenzucht wies Hartmut van Lengerich von der Bayer CropScience AG hin. Nach dessen Angaben entfallen 20 % des Kalorienbedarfes weltweit auf Weizen. Dennoch habe es bei dieser Pflanzenart seit 1990 kaum einen Züchtungsfortschritt gegeben, während die Weltbevölkerung weiter wachse. Mit dem Einsatz der Gentechnik seien zwar manche Züchtungsziele schneller zu erreichen, aber die Ware sei dann nicht zu verkaufen, erklärte van Lengerich. Bayer investiere in traditionelle Züchtungsverfahren, um in Europa eine umweltfähige Weizenproduktion zu erreichen. Dabei seien durch Partnerschaften Risiken der Investitionen in eine Verbesserung der Agronomie zu minimieren. Das gelte für viele Teile der Welt, besonders aber für Europa, wo angepasste Züchtungsstandorte zur Verfügung stünden. Eine Verbesserung der Agronomie müsse mit Nachdruck verfolgt werden, so zum Beispiel eine höhere Effizienz der Düngung, insbesondere des Stickstoffeinsatzes. Toleranz der Pflanzen gegen Hitze, Trockenheit sowie Krankheitsresistenzen seien Ergänzungstechnologien. Notwendig sei aber auch eine größere Technologiefreundlichkeit des Umfelds betonte van Lengerich. Auch in dieser Hinsicht brauche die Industrie breite Partnerschaften, vor allem auch mit der mittelständischen Pflanzenzüchtung, weil diese über umfangreiches und geeignetes Genmaterial für die Pflanzenzüchtung verfüge. Van Lengerich unterstrich, dass die VO-Firmen als Partner gebraucht würden, um die Vermehrung zu gewährleisten. Anfang Juni solle die Einrichtung eines Forschungsstandortes von Bayer CropScience in Gatersleben als europäische Zentrale eröffnet werden. AgE
Jetzt ist es an der Zeit, für die schlagbezogene, unabhängige Beratung für den Fungizideinsatz in Weizen. Hier gehts zum neuen PC-Programm WeizenPro! Erfahren Sie mehr...
Jeden Mittwoch neu: Das Auftreten von Schädlingen, Unkräutern und -gräsern, abgestimmte Mittelempfehlungen und übersichtliche Karten über das regionale Befalls- und Infektionsgeschehen. Lesen...
Erhalten Sie die Empfehlungen der Woche bequem per Email, als Abonnent natürlich gratis. Jetzt eintragen...
Leserkommentare
Keine Kommentare vorhanden
Zum Schreiben eines Kommentars loggen Sie sich bitte ein!