Buchweizen: Zweiter Frühling für alte Nutzpflanze?

Buchweizen Buchweizen Der Buchweizen steht möglicherweise vor einer kleinen Renaissance. Als Lebensmittel war er im Mittelalter hierzulande weit verbreitet. Mit der Ausdehnung von Kartoffeln und Getreide verlor er jedoch immer mehr an Bedeutung. Heute wird Buchweizen nur noch sehr selten angebaut. Doch das könnte sich nach Information der Landwirtschaftskammer Niedersachsen bald ändern, denn dessen hohe Eiweißqualität macht den Buchweizen wieder interessant als mögliche Komponente in Biofutter.

Auch in der Ökologischen Landwirtschaft steigt der Bedarf an hochwertigem Eiweiß im Futter durch steigende Tierzahlen kontinuierlich. Vor allem Schweine und Geflügel benötigen viele hochwertige Proteine, die mit Ackerbohnen und Erbsen allein nicht gedeckt werden können. Jüngste Untersuchungen aus der Schweiz belegen, dass sich Buchweizen hervorragend für die Fütterung von Legehennen eignet. Darüber hinaus fordern einige Bio-Verbände den Einsatz von Biofutter, in dem alle Komponenten ausschließlich aus ökologischer Erzeugung stammen.

Auch aus pflanzenbaulicher Sicht ist Buchweizen für den Öko-Landbau durchaus interessant. Seine Ansprüche an Boden und Nährstoffversorgung sind gering, so dass er auch auf den leichten Böden Niedersachsens und sogar in den sonst weniger fruchtbaren Heide- und Moorgegenden gedeiht.

Die Landwirtschaftskammer prüft derzeit auf einem Öko-Betrieb im Landkreis Gifhorn verschiedene Buchweizensorten. In einem mehrjährigen Anbauversuch werden unter anderem Ertrag, Rohprotein und Aminosäuren bewertet. Der Versuch wird vom Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung finanziell unterstützt.

Der Echte oder Gemeine Buchweizen ist, anders als sein Name vermuten lässt, lediglich ein sogenanntes Pseudogetreide. Er wird der Familie der Knöterichgewächse zugeordnet und stammt ursprünglich aus Zentral- und Ostasien. Buchweizen ist recht kälteempfindlich und kann deshalb nicht vor Mitte Mai gesät werden. Dann reift er jedoch schnell heran, so dass seine Nüsschen bereits ab Ende August mit dem Mähdrescher geerntet werden können. (ad)