DMK: Hybridmais ist ein Erfolgsprodukt

[28.12.2011]


Mais Ohne Hybridzüchtung geht beim Maisanbau nichts mehr. Bei dieser Feststellung bezieht sich das Deutsche Maiskomitee (DMK) auf Prof. Thomas Miedaner von der Universität Hohenheim, der in einer DMK-Veröffentlichung geschrieben hatte: „Hybridsorten sind heute das Beste, was es bei Mais gibt.“

Hybride gebe es schon seit über 100 Jahren; sie stünden für eine unglaubliche Erfolgsgeschichte, denn heute gebe es in den Industrienationen beim Mais keinen anderen Sortentyp mehr, zitierte das DMK Miedaner in einer Pressemitteilung. Bei Sonnenblumen, Zuckerrüben und Roggen belaufe sich der Marktanteil der Hybriden bereits auf etwa 60 % und bei Raps auf mehr als 80 %.

Hybridsorten würden einen wichtigen Beitrag zur Welternährung liefern, denn sie bildeten die Grundlage für den enormen Ertragsfortschritt beim Mais, so Miedaner. Die Basis dafür hätten die Amerikaner H. Shull und E. M. East im Jahr 1908 geschaffen: Sie hätten unabhängig voneinander die genetischen Grundlagen beim Mais erforscht und die bis heute geltenden Prinzipien der Hybridzüchtung entdeckt. In Deutschland habe die Hybridzüchtung bei Mais nach dem Zweiten Weltkrieg begonnen. Die erste Hybridsorte, die von Prof. Wolfgang Schnell gezüchtete Doppelhybride Velox, sei 1965 zugelassen worden. Es habe nur ein Jahrzehnt gedauert, bis die Hybriden den Markt erobert hätten.

Höhere Erträge durch Heterosis

Bei der Hybridzüchtung würden die Züchter den so genannten Heterosiseffekt nutzen, erklärte Miedaner laut DMK weiter. Dieser bedinge, dass Nachkommen aus einer Kreuzung zu einer höheren Ertragsleistung fähig seien als die Eltern. Dabei würden ausgehend von zwei unterschiedlichen Genpools oder Formenkreisen Vater- und Mutter-Inzuchtlinien entwickelt. Diese würden dann mit dem jeweils anderen Formenkreis auf ihre Kombinationsfähigkeit geprüft und aus den besten Inzuchtlinien F1-Hybridsorten zusammengestellt. Um diese maximale Heterosis zu nutzen, müssten sie jedes Jahr neu produziert werden, da der Effekt aufgrund der Spaltung nach dem Mendelschen Gesetz in den folgenden Generationen verlorengehe.

Der Mais habe in züchterischer Hinsicht aufgrund seiner besonderen Struktur Vorteile gegenüber den anderen Kulturen: Es sei einfach, in großem Umfang F1-Kreuzungen herzustellen, weil sich das männliche Geschlechtsorgan des Maises, die Fahne, am oberen Teil der Pflanze befinde und das weibliche Organ, der Kolben, ein gutes Stück weiter unten. Entferne man rechtzeitig vor der Blüte die Fahne, sei die Pflanze rein weiblich und produziere nur Kreuzungssaatgut, wenn sie mit dem passenden Bestäuber angepaart werde, erläuterte Miedaner. Andere Pflanzenarten wie Raps oder Roggen seien naturgemäß zwittrig. Deshalb sei die Erstellung von Hybridsaatgut schwieriger. Bei diesen Pflanzen nutze man genetische Sterilitätsmechanismen, um die Bestäubung zu kontrollieren. (AgE)

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