Solarmodule: Brüssel geht gegen Billigkonkurrenz aus China vor

[06.09.2012]


China EU Solarstreit Subventioniert die chinesische Regierung die heimische Solarindustrie so stark, dass diese zu Dumpingpreisen ihre Produkte anbieten können? Diesem Vorwurf geht nun die EU-Kommission nach. Die EU hat offiziell ein Anti-Dumping-Verfahren gegen die chinesische Solarindustrie eingeleitet. 25 führende europäische Firmen haben im Juli bei der zuständigen EU-Kommission Klage eingereicht. Darunter der deutsche Hersteller Solarworld. Die Kläger werfen der Regierung in Peking vor, die heimische Industrie mit Milliarden zu subventionieren, sodas diese ihre Produkte weit unter Herstellungskosten anbieten könnten. Das verzerre den Wettbewerb.

Sollte die EU tatsächlich zu dem Ergebnis kommen, dass China mit unlauteren Mitteln die eigene Wirtschaft unterstützt, könnte Brüssel Strafzölle auf Importe aus Fernost verhängen. Die USA erheben bereits seit ein paar Monaten Zölle auf chinesische Solarmodule. Im Extremfall werden auf die Fernost-Importe Aufschläge in Höhe von bis zu 250 Prozent auf den eigentlichen Preis fällig.

Zu den Spitzenexporteuren aus Fernost zählen unter anderem die bei deutschen Kunden beliebten Hersteller Yingli, Trina und Suntech Power.

Es gibt auch Kritik an dem Anti-Dumping-Verfahren. Die Photovoltaiksparte des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) hat sich beispielsweise kritisch zu der bei der EU-Kommission eingereichten Klage geäußert. VDMA-Hauptgeschäftsführer Dr. Hannes Hesse erklärte, selbstverständlich sei es Aufgabe der europäischen Politik, sich für die Wettbewerbsposition der in Europa angesiedelten Unternehmen einzusetzen. Dies könne aber nur durch die Stärkung des Freihandels und der Bekämpfung von protektionistischen Entwicklungen gelingen. Protektionismus schade dagegen dem Maschinenbau.

Der Geschäftsführer der VDMA-Sparte Photovoltaik-Produktionsmittel Dr. Eric Maiser ergänzte, statt nach protektionistischen Maßnahmen zu rufen, solle man sich lieber auf die Stärken konzentrieren und wichtige Weichen für die Wettbewerbsfähigkeit der Photovoltaik am Standort Deutschland stellen. Noch intensiver als in der Vergangenheit müsse sich die Zuliefererbranche als Technologieführer und Lösungsgarant auf dem internationalen Parkett profilieren.

Die chinesische Regierung bezeichnete die Klage als Schlag ins Gesicht. (-ro-)

Leserkommentare

4 Kommentar(e)
  • unter 300€??

    [06.09.2012]

    woher hat der geisterjäger die information, dass die Herstellungskosten für die Module je kwp unter 300€ liegen, das schaffen selbst die besten chinesen nicht??

    von christian3009

  • Die Herstellungskosten von Solarmodulen liegt unter 300 Euro

    [06.09.2012]

    je kw/p. Liebe deutsche Solarindustrie entweder ihr schafft das oder ihr werdet vom Markt gefegt wie damals mit Handys, PC, Fernseher usw. Nicht auf hohem Roß bei der Politik Pfründe sichern sondern sich wie die Milchbauern dem Weltmarkt stellen. Aber ich denke der deutschen Industrie mit Bankenhintergrund wird die Rendite wohl zu wenig sein.

    von Ghostbusters

  • [06.09.2012]

    Einerseits kann ich die Klage ja nachvollziehen. China ist ja dafür bekannt, den Weltmarkt häufig mit billigen Kopien zu überschwemmen. Qualität mit entsprechenden Arbeitsplatzverhältnissen gibts nunmal nicht zum Nulltarif. Aber diese Klage steht im Gegensatz zu den gewaltsam gedrückten Einspeisevergütungen. Im Zweifel kann man so auch eine Branche abwürgen. Investitionen in PV-Anlagen müssen sich am Ende auch rentieren. Wenn dieser Strom immer billiger erzeugt werden soll, müssen auch die Anlagenpreise entsprechend runter. Teure Module mit billiger Vergütung funktioniert nicht! Ich bezweifle nämlich, das dies seitens der Politik bedacht wurde....

    von preuße

  • Na ja Weltmarktpreise halt

    [06.09.2012]

    da müssen unsere dann ja wohl preislich auch runter.

    von Friesenkuh

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