[28.09.2012]
Diethard Rolink, Redaktion
Stellen Sie sich vor, es ist Energiewende und alle machen mit. Vor diesem Problem stehen Angela Merkel und Peter Altmaier. Nach der Reaktorkatastrophe in Fukushima wollte die Bundesregierung den Anteil der erneuerbaren Energien bis 2020 auf 40 % ausbauen. Jetzt, wo das Ziel greifbar scheint, reichen ihr plötzlich schon 35 %.
Ein zu rascher Ausbau werde zu teuer, fürchtet die Kanzlerin den Zorn der Verbraucher. Erst musste der Solarbereich bluten, jetzt ist Windkraftbranche dran. Wenn alle Bundesländer ihre Windkraftpläne umsetzten, wie angedacht, fließe mehr Ökostrom in die Netze als vorgesehen, begründet Altmaier das Bremsmanöver.
Zu teuer? Wirklich? Keine erneuerbare Energiequelle ist so günstig wie die Windkraft. Wenn die Regierung den Zubau der Solarstromanlagen mit dem Argument drosselt, diese sei zu teuer, ist das noch halbwegs nachvollziehbar. Bei der Windkraft zieht dieses Argument aber nicht. Schon gar nicht, wenn man weiß, dass die Koalition mit aller Macht die Offshore-Windkraft fördert - obwohl Strom aus den Anlagen auf dem Meer fast doppelt so teuer ist, wie der aus Festlandmühlen.
Altmaier fordert mehr Abstimmung zwischen den Bundesländern bei der Energiewende. Vielleicht sollte die Bundesregierung erst einmal ihr eigenes Handeln besser koordinieren. Mit ihrem Hin und Her in der Energiepolitik wird man den Verdacht nicht los, dass Merkel und Co. nun vollends zum Büttel der Energieriesen geworden sind. Schließlich sind es die großen Konzerne, die in die milliardenschweren Offshore-Parks investieren und daran verdienen. "Gegenwind" auf dem Festland ist da unerwünscht. Die Koalition darf sich vom Geschrei der Strommultis nicht beeindrucken lassen. Wenn sie jetzt die Windkraft an Land abwürgt, gefährdet sie die Energiewende.
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Leserkommentare
Warum so aggressiv?
[28.09.2012]
WLV sagt: 4 Mio. kann man bei Niedrigzinsen selber stemmen!!Zitat:"Erntet den Wind!" Banken sagen: Bei zwei windschwachen Jahren geht einem bei über 66% FK die "Puste" aus. Dass mein "Nachbar" immer noch glaubt, den "Ungeist" im WLV verteidigen zu müssen, verstehe ich nicht. Haftet der WLV für Schäden wenn 1.Ein ha Mais bald 3000€ kostet und BGA`s abgeschaltet werden oder in 5 Jahren WEA wegen Überangebot den Strom nicht los werden? Immer schön einen kühlen Kopf bewahren und ruhig bleiben. MfG
von
BEE
[28.09.2012]
der Bee hat erklärt wie sich die Umlage der EE zusammensetzt!siehe den guten Artikel hier! --------------------------------------------- Winkraft,Biogas,Solar,Photovoltaik das alles stärkt die Landwirte in unserer Region ! Die WLV geführten Bürgerwindparks stehen für ein Miteiander der örtlichen Bevölkerung und auch bei uns haben wir sehr positive Resonanzen! Die Energiewende wird nicht an einzelnen Nachbarn scheitern....Irgendwann kommen auch diese zur Besinnung.(Ende von Öl,Kohle,Atom) Ach ja, Nachbarschaften werden auch heute noch von Braunkohletagebauten weggeschaufelt..... MfG
von jschulzep
Das FDP-Szenario ohne EEG sieht wie folgt aus:
[28.09.2012]
Es gibt eine Quote für Erneuerbare Energien. Verwaltet und eingekauft wird durch die großen Energiekonzerne. Diese kaufen selbstverständlich die überteuerte Offshore-Energie ihrer Tochterunternehmen und geben den Preis an ihre Kunden weiter. Gerade weil der Preis dann ins Unermesslicche steigt, können sich alle auf die Schulter klopfen und behaupten: Wir haben mit unseren intelligenten Maßnahmen die EEG -Umlage auf unter 1% gesenkt!
von user10
Sehr geehrter Dr.Schulze Pals (Chefredakteur),
[28.09.2012]
wären sie so freundlich, Ihren Mitarbeitern zu erklären, dass Offshore-Windenergie durch das EEG überfördert wird. Das allein ist schon Grund genug das EEG abzuschaffen.Außerdem könnten Sie mit dem großen Stab "investigativ" arbeitenden Journalisten recherchieren, wie sich das EEG Gießkannenprinzip auf die Landbevölkerung auswirkt. Wenn Sie Praxisbeispiele,von z.B.wegen Windenergie gekündigter Nachbarschaften brauchen, melden Sie sich einfach.Und noch was. Was halten Sie davon,dass der WLV mit Berechnungen (1WEA bringt 320000€ (8% Rendite))über Land zieht? Ist das seriös? Bei Biogas wurde auch schon falsch gerechnet und Bauern haben das Nachsehen!
von
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