Energiewende: Kommt die Agrarpolitik zu kurz?

[10.09.2012]


Weizen Windkraft Windkraftanlage Einer globalen Agrarpolitik muss in Zukunft dieselbe Bedeutung zugemessen werden wie der internationalen Energiepolitik. Foto: Siemens Einer globalen Agrarpolitik muss in Zukunft dieselbe Bedeutung zugemessen werden wie auch der internationalen Energiepolitik. Das forderte der Exekutivdirektor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP), Achim Steiner, auf der Konferenz „Green Economy - ein neues Wirtschaftswunder?“ am Dienstag vergangener Woche in Berlin.

Die Situation im Agrarbereich mache ihm größte Sorgen. „In der weltweiten Landwirtschaft verfolgen wir momentan ein Modell, das den Landwirt aufgrund einer falschen Markt- und Preispolitik dazu verdammt, fruchtbare Böden auszulaugen und nicht nachhaltig mit Wasser zu wirtschaften“, kritisierte Steiner auf der gemeinsamen Konferenz von Bundesumwelt- und Bundesforschungsministerium. So gefährde man zwei der Ressourcen, „die wir in Zukunft am meisten brauchen“. Politische und ökonomische Debatten dürften sich nicht nur um die Energiewende drehen. Es gehe vielmehr um die Frage, wie Produzenten, Konsumenten und die gesamte Gesellschaft die Verbindung von Ökonomie und Ökologie gestalteten.

Subventionen für fossile Brennstoffe abbauen

Steiner sprach sich außerdem dafür aus, Subventionen für fossile Brennstoffe zugunsten erneuerbarer Energien abzubauen. „Wenn wir weiterhin drei Mal so viel für die Subventionierung fossiler Brennstoffe ausgeben, wie wir in erneuerbare Energien investieren, dann sehen wir, warum hier noch ein globales Ungleichgewicht herrscht“, erklärte Steiner.

Deutschland habe bei der Ökologisierung der Wirtschaft Pionierleistungen erbracht, dürfe sich aber nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen. Die Bundesrepublik werde von internationalen Entwicklungen im Energiebereich, im Transportwesen, aber auch in der Landwirtschaft inzwischen überholt. Viele chinesische Unternehmen setzten beispielsweise heute bereits neue und nachhaltige Arten des Wirtschaftens konsequenter um, als man sich das noch vor zwei Jahren hätte vorstellen können. (AgE)

Leserkommentare

2 Kommentar(e)
  • green economy

    [19.09.2012]

    Nachhaltigkeit ist das Modewort das viele in den Mund nehmen und nicht genau wissen wovon sie reden.Wenn ich die Berichte aus den Medien sehen, fällt mir immer mehr dieser Begriff auf. Im Zusammenhang mit der von Agrarkommisar angestrebten Stilllegung.und der angeblichen Ausbeutung unserer Böden. Alles nicht fachlich fundamentiert, so bin ich der Überzeugung dass, diese Ökobrache die nachhaltige Fruchtbarkeit unserer Böden nicht fördern wird. Warum auch???? Wir als Landwirte sind doch bestimmt an der Fruchtbarkeit unserer Böden interessiert und werden Alles daran setzten diese zu erhalten. Eine Drei.-od. Vierfelderwirtschaft mit Brachen wie im Mittelalter müssen wir uns dank technischer Errungenschaften nicht mehr antun. Die Erzeugung

    von kathy

  • [10.09.2012]

    Da hat Achim Steiner Recht! Aber in der Poltik ist die Einsicht, das Lebensmittel und Energie die beiden, mit Abstand, wichtigsten Faktoren sind noch nicht angekommen. Und bei der Bevölkerung auch nicht wirklich.

    von preuße

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