Solarkrise: Sogar Solarworld bekommt Probleme

[15.08.2012]


Solarworld Franz Asbeck Solarkrise Die Preise für Solarmodule sind in den vergangenen Monaten stark gesunken. Foto: Solarworld. Die Krise in der Solarbranche greift nun auch auf Firmen über, die eigentlich als Vorzeigeunternehmen gelten. Jüngstes Beispiel: Solarworld. Der Bonner Modulbauer ist seit Jahren erfolgreich am Markt vertreten. Im ersten Halbjahr dieses Jahres hingegen weist die Bilanz ein Minus in Höhe von 160 Millionen Euro aus.

Firmengründer und Vorstandschef Franz Asbeck macht hierfür den weltweit drastischen Preisverfall für Solarmodule verantwortlich. „40 Prozent Preisverfall in einem halben Jahr steckt kein Unternehmen so schnell weg“, so Asbeck.

Die Schuldigen sind aus Sicht des Agraringenieurs in China zu suchen. Dort würden die Hersteller von der Regierung stark subventioniert, sodass diese ihr Produkte unter Einstandspreis anbieten könnten. „Die niedrigen Preise am Markt orientieren sich nicht an den Produktionskosten, sondern daran, wer sie sich – mit staatlicher Hilfe – länger leisten kann", sagt Asbeck. Solarworld hat daher vor ein paar Wochen zusammen mit anderen Herstellern aus der EU in Brüssel eine Antidumping-Klage eingereicht. Mehr dazu lesen Sie hier.

Den Herstellern macht allerdings nicht nur die Billigkonkurrenz aus Fernost zu schaffen. In den vergangenen Jahren haben viele Firmen auf den Solarboom mit zahlreichen neuen Modulfabriken reagiert oder ihre Produktion erweitert. Mittlerweile ist das Angebot an Solarmodulen daher deutlich höher als die Nachfrage, was die Preise ebenfalls unter Druck setzt. (-ro-)

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