IEA: Doppelt soviel Biokraftstoffe ohne Flächenkonkurrenz

IEA

Die Produktion von Biokraftstoffen kann nach Einschätzung der Internationalen Energieagentur (IEA) bis 2030 mehr als verdoppelt werden, ohne Anbauflächen für Nahrungsmittel zu verdrängen. Die Nutzung von nur 10 % der weltweiten Abfälle aus der Land- und Forstwirtschaft würden genügen, um nach dem heutigen Stand der Technik 125 Mrd. Liter Diesel pro Jahr herzustellen, heißt es laut der Nachrichtenagentur AFP in einer Studie der IEA. Dies entspreche gut 4 % des weltweiten Kraftstoffverbrauchs im Verkehrssektor und damit mehr als dem doppelten der gegenwärtigen Biokraftstoffproduktion. Biokraftstoffe decken laut IEA heute 1,7 % des globalen Kraftstoffbedarfs im Transportsektor. Da sie aus Pflanzen wie Mais, Palmöl oder Raps hergestellt werden, steht ihre Produktion in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion. "Wir brauchen einen Wechsel zu effizienteren Technologien, um den steigenden Biokraftstoffbedarf nachhaltig decken zu können", sagte der IEA-Direktor für Energiemärkte und Energiesicherheit, Didier Houssin. Um das Potenzial der Biokraftstoffe zweiter Generation effektiv zu erschließen, müssen laut der Studie die Schwellen- und Entwicklungsländer einbezogen werden, da dort ein Großteil der Agrar- und Forstabfälle anfällt. Die Studie verwies darauf, das in einigen Ländern Abfälle aus Land- und Forstwirtschaft bereits als Dünger oder zum Heizen verwendet würden. Hier müsse deshalb eine Abwägung stattfinden, ob ein Ausbau der Biokraftstoffproduktion sinnvoll sei. Auch die möglichen ökologischen Auswirkungen auf Nährstoffe im Boden und Wasserressourcen müssten untersucht werden, um eine nachhaltige Verwendung der zweiten Generation von Biokraftstoffen sicherzustellen.