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Aigner startet Infokampagne zum Mindesthaltbarkeitsdatum

BMELV Infobroschüre Bundesagrarministerin Ilse Aigner hat am Donnerstag ihre neue Info-Kampagne zum Thema Haltbarkeitsdatum bei Lebensmitteln vorgestellt. Aigner sieht die Notwendigkeit dazu in der Annahme, dass „abgelaufene“ Lebensmittel in den Augen der Kunden nicht mehr genießbar sind. „Das Gegenteil ist der Fall“, so die Ministerin. Häufig sind Lebensmittel auch noch viele Tage nach Ablauf des MHD völlig einwandfrei und unbedenklich zu genießen.“ Auch weil immer noch viele Verbraucher das Mindesthaltbarkeitsdatum mit einem Verfallsdatum verwechseln würden, landeten Jahr für Jahr erhebliche Mengen wertvoller, oft ungeöffneter Lebensmittel auf dem Müll, erklärte sie.


Aus diesem Grund hat die CSU-Politikerin eine Servicekarte sowie das Video "Teller oder Tonne“ unter www.bmelv.de/video_mhd ins Netz gestellt.


Happach-Kasan für Aufklärung und Ausnahmen bei Kennzeichnung


FDP-Sprecherin Christel Happach-Kasan sagte dazu in einer Stellungnahme, dass in deutschen Privathaushalten pro Person jährlich Lebensmittel im Wert von etwa 300 Euro weggeworfen würden. „Es liegt im finanziellen Eigeninteresse jedes einzelnen Verbrauchers, keine einwandfreien Lebensmittel zu entsorgen“, so Happach-Kasan. Sie forderte, die Kenntnisse über den Umgang mit Lebensmitteln zu verbessern. Das Informationsvideo des Bundesministeriums könne hierzu nur ein erster, wichtiger Schritt sein. Wichtiger ist ihrer Ansicht nach, schon im Kindergarten und in der Schule auf das Thema einzugehen.
 
Als eine Lösung sprach sich die FDP-Agrarexpertin abschließend für Ausnahmen von der Kennzeichnungspflicht aus. So sollten Lebensmittel, die nicht ablaufen können, wie z.B. Mineralwasser, gar kein Mindesthaltbarkeitsdatum mehr bekommen. Darüber hinaus müssten die Abläufe auf allen Stufen der Lebensmittelproduktion optimiert werden, um die Vernichtung hochwertiger Lebensmittel zu verringern. (ad)