[23.03.2012]
Wiesengold Landei
Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) warnt vor einem weiteren Vordringen von Konzernen in die Bio-Geflügelhaltung. Als Beispiel nennt der Verein die Eiervermarktung Wiesengold Landei GmbH & Co. KG des Südoldenburger Unternehmers Heinrich Tiemann. Ein Großteil der deutschen Bio-Eier komme bereits von dem Unternehmen, bei dem die „Deutsche Frühstücksei“ mehrheitlich beteiligt sei. Auch in der ökologischen Hähnchen- und Putenmast drohe eine ähnliche Entwicklung, mahnt die AbL.
An vielen Standorten wehrten sich bereits Bürgerinitiativen gegen die Emmissionen aus „Öko-Groß-Farmen“ mit mehreren zehntausenden Tieren, heißt es weiter. Die AbL macht ihre Kritik dabei vor allem an der Größe der Ställe fest. „Groß“ bedeutet in ihren Augen automatisch nicht tiergerecht und eine Gefahr für die bäuerlichen Strukturen. So etwas sei in ihren Augen nicht mehr Bio, teilt der Verband weiter mit und bemängelt, dass bestimmte Bereiche der Haltung von der EU-Öko-Verordnung nicht ausreichend erfasst seien. Die Arbeitsgemeinschaft fürchtet zudem, dass der Einfluss der Ökokonzerne auf die Gesetzgebung jetzt noch steigen könnte.
Es sei zu hoffen, so AbL-Sprecher Eckehard Niemann, dass der Bioverband „Naturland“, unter dessen Label Tiemann vermarkte, die damit verbundenen Risiken im Blick habe. (ad)
Leserkommentare
Ergänzung
[24.03.2012]
Hier eine der Aussagen, die leider vergessen wurden: Von einer „Industrialisierung der Bio-Landwirtschaft“ spreche denn auch Walter Höhne, Vorstand der „Biohennen AG“, die die Eier von bäuerlichen Familienbetrieben vermarktet. Dies gilt laut AbL umso mehr, wenn agrarindustrielle Unternehmen auch den Biosektor abgreifen wollten, so z.B. der Landbaukonzern KTG Agrar oder die ostdeutschen Großbetriebe von „Biofarmers“. Auch Tiemann sei indirekt verknüpft mit Futtermittel-Firmen wie „GS agri“ und „Fleming & Wendeln“, die wiederum an immer mehr riesigen agrarindustriellen Schweineanlagen beteiligt seien.
von Doris Peitinger
Enttäuschung über Journalismus
[24.03.2012]
Nachdem ich die Pressemitteilung im Original gelesen habe, bin ich sehr enttäuscht von TA, wie damit umgegangen wird. Während Schwerpunktaussagen ignoriert werden, wird kreativ ab dem zweiten Absatz einiges eingeflochten, das überhaupt nicht drin steht. Ist derartiger Journalismus notwendig? Im übrigen: Was ist falsch daran, wenn sich ein Verband, der die bäuerliche Landwirtschaft nicht nur dem Namen nach unterstützt, sich kritisch mit der Entwicklung der Landwirtschaft auseinandersetzt, egal, ob konventionell oder bio? Fehlentwicklungen, die Konzernen in die Hände spielen, während die Bauern das Nachsehen haben?
von Doris Peitinger
interessant
[24.03.2012]
Ist ja lustig wie sich Abl jetzt über grosse Bio "Massentierhaltung" hermacht, wurden bei der letzten Sternfahrt etwa einige Haltepunkte versehentlich überfahren? Da geht man Hand in Hand in Berlin mit der Bio-Industrie auf die Strasse und wundert sich nun, das Abl und BDM mit ihrer gross/klein/konvi/Bio-Diskussionen zwischen 4 Fronten zerrieben werden, frohen Abgang....
von Slowfoot
Blauäugigkeit des Landfürsts
[23.03.2012]
Es geht nicht gegen "vernünftige wirtschaftliche Einheiten", sondern um die Bedrohung von Bio und Bauern durch Abhängigkeit und Dominanz von Agrarindustrie-Bio-Konzernen. Sich dagegen nicht zu wehren, wäre schädliche Träumerei und eine Gefahr für die Gewinne...
von eniemann
Ökoträumereien vom AbL
[23.03.2012]
Auch Ökobetriebe brauchen vernünftige wirtschaftliche Einheiten. Wer glaubt langfristig ökologische Landwirtschaft betreiben zu können und seinen Gewinn vollkommen aus Subventionen decken zu können der wird negativ überrascht werden. Die Verteilungskämpfe in der Gerellschaft stehen erst am Anfang. am Ende werden viele weniger Subventionen und manche keine mehr bekommen.
von landfuerst
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