Französische Studie will Gefährlichkeit von GVO nachgewiesen haben

[21.09.2012]


Labor Labor Eine französische Studie sorgt derzeit für heftige Diskussionen in der Fachwelt. In einem Langzeit-Experiment mit gentechnisch verändertem Mais (Monsanto NK603) waren bis zu 50 % der männlichen sowie 70 % der weiblichen Ratten gestorben, berichtet das Team. Zudem habe das Krebsrisiko um das 2 bis 3-fache höher gelegen. Daraus schlussfolgern die Wissenschaftler, dass GVO gefährlich sei. Der Präsident der Forschergruppe Criigen, Giles-Eric Séralini, sprach von „alarmierende Ergebnissen”.

Viele Forscher zweifeln allerdings an, ob die Ergebnisse überhaupt aussagefähig sind. Die Methoden seien recht "unkonventionell". Es gebe auch keinen definierten Plan für die Datenanalyse. Das bedeutet, dass die Wissenschaftler nach Abschluss ihrer Studie eventuell so lange herumrechnen konnten, bis etwas statistisch auffällig war, so die Kritik. Zudem stelle sich die Frage, warum sich dieses Ergebnis in keiner der vorigen Studien angedeutet hat.

"Wenn die Effekte so groß sind, wie behauptet wird und wenn diese Studie tatsächlich auf den Menschen übertragbar ist - warum sterben die Nordamerikaner nicht wie die Fliegen", sagt z.B. Mark Tester von der Universität Adelaide. Gentechnisch veränderte Lebensmittel seien dort seit mehr als einem Jahrzehnt auf dem Markt und trotzdem steige die Lebenserwartung unaufhaltsam.

Wie der Spiegel dazu berichtet, soll die EU-Kommission nun aber die EFSA beauftragt haben, die Ergebnisse der Studie zu prüfen. Wenn es tatsächlich neue Erkenntnisse gebe, werde die EU-Kommission Konsequenzen ziehen, heißt es. Unterdessen fordern einige französische Abgeordnete, die Zulassung für die Maissorte NK603 auszusetzen, bis es weitere Ergebnisse gibt. Die Grünen in Frankreich würden am liebsten auch den Mais MON 810 und die Kartoffel Amflora vom Markt nehmen. Zudem gehöre das gesamte Zulassungssystem auf den Prüfstand. (ad)

Leserkommentare

9 Kommentar(e)
  • Gentechnik

    [24.09.2012]

    wem nützt die Gentechnik eigentlich? Die Verbraucher wollen sie nicht. Die meisten Bauern auch nicht. Wenn mögliche Gefahren heruntergeredet, statt untersucht werden, trägt dies nicht dazu bei die Vorbehalte der Verbraucher zu zerstreuen. Wenn dann festgestellt wird, dass Ratten die mit Gentechnik verändertem Futter gefüttert wurden eine erhöhte sterblichkeit aufweisen, sollte der Einsatz als Futtermittel und Nahrungsmittel untersagt werden. mfg

    von odenwälder-kleinbauer

  • Point of view is of crucial importance!

    [23.09.2012]

    Klar, dass der Geier nicht sein Aas verschenkt. Ersetze ich Spezialherbizide wie Sulfonylharnstoffe oder Bleacher (Tembotrione), wo ich nur 20 bis 100 g Aktivsubstanz pro ha brauche durch Glyphosat mit 4-5 kg/ha, dann haste recht! Alle Amilösungen sind Konzernlösungen, die wir hier nicht wollen. Bei der BASF in LU hätten wir Einfluss nehmen können, welche Lösungen gesellschaftsfähig und ethisch vertretbar sind. Die haben wir fortgeekelt, die forschen jetzt in Amiland. Solange uns v.a. die Grünen, NABU, BUND, Gutmenschen, nicht Fungizide und Insektizide verbieten lassen, brauchen wir keine Gentechnik. Ansonsten werden wir sie fordern. Ich kann zwar Unkraut hacken, aber gegen Insekten und Pilze sind auch die Bios machtlos!

    von massa04

  • @ massa04

    [22.09.2012]

    Kannst Du Dir vorstellen, dass ein laut Aktienrecht zur Gewinnmaximierung für seine Aktionäre verpflichteter Chemiekonzern wie Monsanto es ernsthaft anstrebt, den hoch ertragreichen Bereich Pflanzenschutzmittel an die Wand zu fahren, weil durch das eigene genveränderte Saatgut diese Produkte nicht mehr benötigt werden? Ich nicht. Wenn man den Pflanzenschutzmittelaufwand in allen Anbauregionen der Welt in denen genveränderte Pflanzen angebaut werdenbetrachtet, so ist die Aufwandmenge im laufe der Jahre stark steigend.

    von Hinterfrager

  • Gentechnik bei uns momentan kein Thema!

    [22.09.2012]

    Es gibt bei uns in D keinen Anbau von GVO-Pflanzen. Auch meine trikonfessionelle Familie hat Achtung vor Schöpfung, Tier, Pflanze, Boden und vor allem dem Menschen, insbesondere dem Bauern! Doch ist Gentechnik, sofern sie unter Auflagen (z.B. Einhaltung der Artgrenzen) geschieht, eine moderne Form der Züchtung. Ich kann unsere liebgewordenen Arten in ihren negativen Eigenschaften (z. B. Anfälligkeit geg. Insekten und Pilze) verbessern, ohne das Gesamtgenom zu verändern. Wer sagt uns denn, wie sich der Einsatz von Kobalt 60 zur Mutantenerzeugung oder Colchizin zur Erzeugung von Polyploidie auf die Umwelt ausgewirkt hat? Wenn es Lösungen gibt, dann nur von unseren Universitäten und nicht von Monsanto und dann solche für die privaten Züchter!

    von massa04

  • Entsprechen die Eigenstudien Monsantos automatisch der Wahrheit?

    [21.09.2012]

    Mich würde mal die Studie von Monsanto zu seiner eigenen Kreation interessieren. Und natürlich die Studie der EFSA, die diese Maissorte sicherlich ebenfalls in einer Langzeitstudie getestet hat, anstatt nur die Ergebnisse von Monsanto zu übernehmen? Wieso wird diese französische Studie abqúalifiziert und so getan, als ob eine Studie des Profiteurs Monsanto von Haus aus wahr, objektiv und transparent ist? Ich erinnere nur an das PCB, dessen Gefährlichkeit so lange unter Verschluss gehalten wurde, bis die dadurch entstandenen Krankheits- und Todesfälle wirklich nicht mehr zu vertuschen waren.

    von Doris Peitinger

  • [21.09.2012]

    tatsächlich gibt es schon und gab es schon immer anbaumethoden die auf fungizide und insektizide VERZICHTEN können.aber forschen wir besser weiter des forschenswillen an krankheiten ,wie krebs und demenz,parkinson-übrigens annerkannte berufskrankheit für landwirte,warum nur?!,nahrungsmittelallergien,neurodermitis,OHNE ergebnisse!!!meines erachtens ergebnislos,weil man nur symptomforschung betreibt,aber man nicht in der lage ist die URSACHEN zu beseitigen.stattdessen erschaffen wir immer mehr neue ursachen wie gentechnik(,nanotechnologie,bei spritzmitteln auf dem vormarsch) etc.und somit auch NEUE grundlagen für eine ganz neue qualität von krankheiten.herzlichst

    von heike comeback

  • Gentechnik besser als ihr Ruf

    [21.09.2012]

    Gentechnik hat das Potential, dass wir eines fernen Tages auf Fungizide und Insektizide verzichten können. Wir in Europa brauchen ganz andere Lösungen als die Amis. Aber wir müssen weiter forschen, bis bewiesen ist, dass es keine Kollateralschäden gibt. Momentan will bei uns Gentechnik kein Verbraucher, bei uns Bauern würde sie nur zur Spaltung führen, wir brauchen sie zur Zeit nicht, also können wir getrost darauf verzichten. Die Amis sind unsere Versuchskaninchen! Aber in Voraus verteufeln dürfen wir diese womöglich zukunftsfähige Technik nicht. Oder hätten wir seinerzeits nach Contergan aus der Pharmaforschung aussteigen sollen. Eine neutrale und objektive Gentechnikforschung muss sein.

    von massa04

  • wollen wir noch weiter abwarten

    [21.09.2012]

    bis die menschheit tatsächlich wie die fliegen stirbt?tatsache ist auch, dass die menschen zunehmend an krebserkrankungen sterben.wollen wir wirklich noch abwarten,bis die konzerne ihren kreuzzug beendet haben und die monopolisten die welternährung beherrschen und diktieren?die vielfalt stirbt aus.(schaut euch die entwicklungen an von cargill, unilever, monsanto,bayer..nachdenken schadet nicht).es werden zeiten kommen ,da wird die menschheit das beten wieder lernen,das beten um Gottes gnade.aber der letzte mensch auf erden wird fragen:was ist liebe,was ist schöpfung,was ist achtsamkeit ? ...alles liebe...

    von heike comeback

  • Paradoxon

    [21.09.2012]

    Wenn der CDU Umweltminister Altmaier es geschafft hat die Rodentizide zu verbieten, wie der Spiegel kürzlich berichtete, können die Bauern dann Genmais als Rattengift auslegen!?

    von helmut_ehrlicher

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