[10.05.2012]
Stilllegung
Gegen die vorliegenden Greening-Vorschläge der Europäischen Kommission hat sich jetzt auch der Vorsitzende der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE), Jürgen Abraham, ausgesprochen. „Wir brauchen eine Agrarpolitik, die die Rohstoffe für die Ernährungsindustrie sichert und konkret auf Flächenstilllegungen verzichtet”, sagte Abraham bei einem „Parlamentarischen Frühstück” heute in Berlin.
Benötigt werde ferner eine dauerhaft angelegte Exportförderung, die die Unternehmen praxisgerecht bei der Erschließung von Auslandsmärkten unterstütze, sowie eine Verbraucherpolitik, „die die Interessen von Produzenten und Verbrauchern ausgleicht und auf den mündigen, informierten Konsumenten setzt”.
Darüber hinaus bedürfe es einer Industriepolitik, die ernährungsindustrielle Standorte im ländlichen Raum erhalte sowie kleine und mittlere Unternehmen unterstütze. Die Wettbewerbspolitik müsse den Missbrauch von Marktmacht effektiv unterbinden. Schließlich gehe es um eine Forschungspolitik, die der Ernährungsindustrie in ihrer Innovationstätigkeit helfe. Dies betreffe insbesondere die Bewältigung der Herausforderungen der Nachhaltigkeit. „Wir brauchen wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen, die die Bedürfnisse der überwiegend mittelständischen Unternehmen beachten”, betonte der BVE-Vorsitzende.
Er sprach von einer notwendigen „Wertschöpfungspolitik für Lebensmittel und die Lebensmittelindustrie". Diese sei unerlässlich angesichts der großen Herausforderungen, vor denen die Branche stehe. Abraham nannte die rückläufige und alternde Bevölkerung, einen intensiven Wettbewerb sowie eine schwierige Rohstoffversorgung. Der Parlamentarische Staatssekretär vom Bundeslandwirtschaftsministerium, Peter Bleser, bescheinigte nach BVE-Angaben den deutschen Lebensmitteln eine „herausragende Qualität”, auch wenn das in der Öffentlichkeit „noch nicht immer so gesehen wird”. Bleser: „Wir müssen in Politik und Wirtschaft gemeinsam daran arbeiten, dies zu verändern." AgE
Leserkommentare
Noch besser: tun wir auf unseren Feldern, was der Verbraucher möchte und wofür er entsprechend bezahlt
[10.05.2012]
Die Industrie in der Mitte zwischen uns Bauern und den Verbrauchern ist nur daran interessiert, beide Seiten abzuzocken. Bisher klappt das auch wunderbar. Kann man doch die Bauern gegeneinander aufhetzen und den Verbrauchern den schwarzen Peter zuschieben, sie würden ja nicht freiwillig mehr Geld auf den Tisch legen als am Regal ausgezeichnet war. Dabei hat eigentlich die Nahrungsmittelidustrie, zu der auch Abraham zählt, das zu tun, was der Verbraucher will. Und uns Erzeugern hat er zu zahlen, was uns die Produktion passend nachgefragter Rohstoffe kostet. Nicht andersherum wie bisher: Rohstofferzeuger drangsalieren und fordern und Verbrauchern unterjubeln, was die gar nicht haben wollen! Bauern und Verbraucher werden sich da schon einig!
von detmarkleensang
ah...braham
[10.05.2012]
der gute mann macht sich wenigstens gedanken... hat doch was für sich. bauern meckern nur rum über hohe pachten und konkurrenz teller oder tank... dabei haben wir für alle fläche genug. wenn man bedenkt das die hälfte der hier produzierten rohstoffe exportiert werden und von der anderen hälfte noch die hälfte für die mülltonnen produziert wird... recht. wir brauchen kein greening. lasst uns auf unseren feldern tun was wir für richtig halten.
von bernhardtv
Abraham fordert?
[10.05.2012]
Jürgen Abraham verdient an unseren landwirtschaftlichen Produkten! Und er möchte wohl auch gerne billig einkaufen können. Aber was hat er betreffs Flächenstilllegung zu fordern? Die geht ihn überhaupt nichts an! Das ist Sache von uns Bauern! Ich lasse mir doch nicht von meinem Abnehmer vorschreiben, wie ich mit meinem Land zu verfahren habe! Wo kommen wir denn da hin, wenn unsere Abnehmer, die Schlachtunternehmen, die Meiereien und andere, fordern was wir Landwirte mit unserem Land tun sollen und was nicht? Ne ne, dat kannste knicken, Abraham. Da hast Du überhaupt nichts zu fordern!
von detmarkleensang
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