[18.05.2012]
Der Agrarstandort Deutschland ist hochproduktiv.
Exporte von hoch veredelten Nahrungsmitteln und anderen Agrarrohstoffen gewinnen für die deutsche Landwirtschaft weiter an Bedeutung. Nach Berechnungen des von Thünen-Institutes (vTI) sind mittlerweile 26 Prozent der Verkaufserlöse der deutschen Landwirtschaft direkt oder indirekt auf Exporte in Länder außerhalb Deutschlands zurückzuführen. Nach Auffassung des Deutschen Bauernverbandes kommen hierin die besondere Wertschöpfung der deutschen Agrarwirtschaft und das hohe Interesse an deutschen Qualitätsprodukten im Ausland zum Ausdruck. Die deutschen Agrarexporte erreichten 2011 einen neuen Rekordwert von 60 Milliarden Euro, gegenüber Vorjahr + 8 Prozent.
Umgerechnet in Getreideeinheiten (als Ausdruck des Energielieferungsvermögens landwirtschaftlicher Erzeugnisse) exportiert die deutsche Agrarwirtschaft netto (nach Abzug des Importes von Futtermitteln) Agrarrohstoffe von umgerechnet 4,1 Millionen Hektar. Da das hiesige Ertragsniveau in etwa doppelt so hoch ist wie im weltweiten Durchschnitt, erzeugt und exportiert die deutsche Landwirtschaft Nahrungsmittel und andere Agrarrohstoffe, die global etwa 8 Millionen Hektar Fläche erfordern würden. Diese beachtliche Leistung zeigt auf, was naturbedingte Gunstlagen in Europa in Verbindung mit hohem Können der Landwirte zu leisten vermögen. Sie verdeutlicht aber auch die Unsinnigkeit der Kommissionsvorschläge zur GAP nach 2013, Flächen aus der Produktion nehmen oder extensivieren zu wollen. Jeder aus der Produktion genommene Hektar hätte zur Konsequenz, dass global 2 Hektar gewonnen werden müssten, um die weltweite Versorgung mit Agrarrohstoffen aufrecht zu erhalten.
Leserkommentare
Ist Eiweiß doch zu billig??
[20.05.2012]
Nun die Europäische Landwirtschaft ist wie die Chiniesische Landwirtschaft vom Soja der Südamerikanischen und der Amerikanischen abhänig. D.h. Eiweiß ist immer noch zu billig?? Nun mit Soja sind "nur" 40 dt "drin". Mit Weizen das doppelte oder gar mit Mais das dreifache!!! Das heißt unsere "Leistungsfähigkeit" ist durch Abhängigkeit erkauft!!! Wie bei den seltenen Erden ??? Milch,Fleisch das heißt alles was "veredelt" ist ist durch Abhänigkeit erkauft. Und das noch durch die Unterwürfigkeit der GVOerlaubnis die aus Chinesicher Sicht das Gesicht verlieren lässt!!! Unsere eigene Erzeugung des Eiweißes würde auch die N Erzeugung und somit die CO2 Belastung durch die Landwirtschaft verringern.Den 1 KG N= ca 10 kg CO2.Ist das auch ZUKUNFT???
von elinge
... und wer soll alles künftig kaufen?
[19.05.2012]
Es ist erfreulich zu lesen, wie leistungsfähig und profimäßig die deutsche Landwirtschaft ist. Aber wer wird künftig diese hochwertigen Lebensmittel kaufen und vor allem bezahlen können? Es ist bekannt, dass die soziale Schere der Weltbevölkerung immer weiter auseinander driftet, d. h. immer mehr arme Menschen stehen einer "handvoll" Reichen gegenüber. Es stellt sich also somit die Frage, wann dieser Exportmarkt gesättigt ist, zumal auch ausreichend Konkurrenz besteht. Und was macht die hochprofitable Landwirtschaft dann? Ein Beispiel für Zukunftsplanung sehen wir bei den Ölstaaten, die bereits heute nach Alternativen suchen (egal wie wir sie derzeit bewerten), um nach dem Öl zu überleben. Vielleicht ein Denkanstoß auch für uns?
von LehrAgro
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