Backhaus verteidigt Investitionen in Geflügelmast

[20.12.2011]

Geflügelstall
Mecklenburg-Vorpommern ist das Bundesland mit dem geringsten Viehbesatz und es gibt dort noch reichlich Potential für Tierhaltungsanlagen. Das hat jetzt das Schweriner Landwirtschaftsministerium festgestellt. Den Vorwurf, das Land würde überproportional Investitionen in Geflügelhaltung fördern, wies Ressortchef Dr. Till Backhaus allerdings zurück.

Von 2007 bis heute sind dem Minister zufolge Fördergelder in Höhe von insgesamt etwa 96 Mio Euro im Rahmen des Agrarinvestitionsförderungsprogramms (AFP) in Mecklenburg-Vorpommern ausgezahlt worden. Dabei lägen die Investitionen in milchviehhaltende Betrieben mit 34 Mio Euro an der Spitze. Für Investitionen im Betriebszweig Geflügel seien 20 Mio Euro ausgezahlt worden. Von den insgesamt 75 Anträgen im Geflügelbereich seien nur 25 Anträge auf die Hähnchenmast, aber 27 auf die Legehennenhaltung entfallen. Von den 29 Anträgen von Geflügelhaltern, die 2010 mit insgesamt 5,2 Mio Euro gefördert wurden, sind dem Ministerium zufolge elf der biologischen Produktionsweise zuzurechnen. Diese hätten Fördergelder in Höhe von insgesamt fast 3 Mio Euro erhalten.
 
Die anhaltenden Proteste gegen den Bau von Tierhaltungsanlagen vor allem für Geflügel kommentierte Backhaus mit den Worten: „Wer ständig gegen die Geflügelmast Sturm läuft, ist dem Verbraucher die Antwort schuldig, woher er das Fleisch beziehen soll.“ Die Nachfrage nach Geflügelfleisch steige weltweit und auch in Deutschland kontinuierlich an.

Einen Grund für diese Entwicklung sieht Backhaus darin, dass der Verzehr von Geflügel zur gesunden Ernährung beitrage. Für die Geflügelhaltung spreche außerdem, dass sie wegen der besonders hohen Futterverwertung umweltschonend sei. Viele Geflügelmäster würden Getreide aus der Region einsetzen und nur ergänzende Stoffe wie pflanzliches Eiweiß und Mineralien zukaufen. In Hinblick auf Antibiotikaresistenzen in der Geflügelhaltung warnte Backhaus vor „verantwortungsloser Panikmache“ und sprach sich für eine zielgerichtete Antibiotikatherapie aus. (AgE)

Leserkommentare

1 Kommentar(e)
  • Das wird ja mal Zeit...

    [20.12.2011]

    ...das mal ein Politiker klare Worte zu dem Thema spricht! Es ist ja tatsächlich so das die Gegnerschaft einiges an Antworten schuldig ist! Würden wir nach deren Vorstellungen wirtschaften wären schnell auf Nahrungsmittelimporte angewiesen! Dazu dann nebenbei noch schön nen ganzen Wirtschaftzweig zerstören! Was sollen die Leute dann tun? Unkraut zupfen?

    von schorse77

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