„Bauern fühlen sich von steigenden Tierschutzforderungen überrollt“

[16.09.2012]


Johannes Röring Johannes Röring „Die Bauern in Deutschland haben die Weiterentwicklung der Tierhaltung in der Vergangenheit maßgeblich mitgetragen und werden dies auch weiterhin tun. Von den inflationärer steigenden Tierschutzforderungen fühlen sich die Bauern jedoch überrollt.“ Das sagte Nordrhein-Westfalens Bauernpräsident und Bundestagsabgeordnete Johannes Röring am Freitag auf dem Veredlungstag im Raiffeisen Kraftfutterwerk in Schweringen, Niedersachsen.

Inzwischen ist es seiner Meinung nach soweit, dass der Veredlungsstandort Deutschland in Gefahr sei. „Die Schmerzgrenze ist erreicht“, sagte Röring vor den mehr als 400 Teilnehmer aus der Landwirtschaft, den vor- und nachgelagerten Wirtschaftsbereichen und der Politik aus dem gesamten Bundesgebiet.

Röring machte deutlich, das in der Vergangenheit alle Entwicklungen von Stallsystemen das Wohl der Tiere nach vorne gebracht hätten und gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit gestiegen sei. Dies müsse auch bei den Aufgaben der Zukunft so sein. Dazu zählt er aktuell das Kürzen der Ferkelschwänze, für dessen Abschaffung langfristig Lösungen gefunden werden müssen oder der Aufbau der QS-Datenbank für den Einsatz von Antibiotika. Röring erinnerte an das Engagement des DBV bei dem Verzicht auf die betäubungslose Ferkelkastration, die in der Düsseldorfer Erklärung mündete.

Preisanstieg war dringend nötig

Zur aktuellen Marktentwicklung sagte Röring, dass der Preisanstieg der letzten Wochen dringend erforderlich gewesen sei, um die veränderte Kostensituation, insbesondere bei Futtermitteln, aufzufangen. Ein Preisniveau oberhalb der 1,90 Euro für das Kilogramm Schlachtgewicht sei aber auch dauerhaft notwendig, denn ein Rückgang der Preise für Energie- und Eiweißträger sei derzeit nicht zu erkennen. Als dramatisch bezeichnete Röring die Preissituation für die Ferkelerzeuger. Die anstehende Umstellung auf die Gruppenhaltung mache die Lage noch einmal schwieriger. Hier drohe ein Strukturschock, stellte Röring fest. (ad)

Leserkommentare

12 Kommentar(e)
  • Jetzt reicht`s

    [17.09.2012]

    Zitat:"Der BDM distanziert sich vom steten Wachsen oder Weichen". Im Gegenteil. Ich bin als Kleinstlieferant einer kleinen Molkerei "gewichen". Obwohl sich diese Molkerei strickt gegen jede Mengenstaffel ausgesprochen hat, wurde durch massivem Druck eines EMB Funktionärs ein Stoppgeld eingeführt. Der DB eines Tieres ging mir dadurch jährlich "flöten" Wer im Glashaus sitzt... /Bitte Google : "BDM Sarah Wiener" eingeben. Wir sollten das Diskutieren nun anderen überlassen, wir verfehlen das Thema.

    von

  • [17.09.2012]

    aheumer, Ihre Kommentare sind schon recht fragwürdig. Was bitteschön haben der BDM und die Vorsdtellungen von Sarah Wiener miteinander zu tun? Nichts! Sarah Wiener weiß doch gar nicht was sie da sagt. Würden wir nur nach ihren Extrem-Öko-Vorstellungen Produzieren, dann haben wir bald Mord und Totschlag, auch in Europa. Denn mit ihren Vorstellungen werden Weltweit Milliarden Menschen Hunger leiden. Hungernde Menschen können aber irgendwann unkalkulierbasr werden, in dem was sie tun. Der BDM distanziert sich nur vom steten Wachsen oder Weichen. Und damit hat er nicht unrecht. Unsere Bilanzen schreiben sich nicht Vordergründig nach der Größe, sondern zuallererst nach der Marge.

    von preuße

  • Viel Spaß,

    [17.09.2012]

    die die Tierwohlstandarts einer "Sarah Wiener" (Gestern Günther Jauch) zu erfüllen.Ihr vom BDM seid da natürlich näher dran. Ich steige eher aus der LW aus, als dass ich meine erlernte berufliche Qualifikation von irgend welchen ... in Frage stellen lasse. Da bin ich nicht "käuflich" durch 2 Cent Zuschlag, der mir ohnehin vorher abgezogen wurde. Leider hat wieder einer vom BDM eine Debatte (Leitbild Tierwohl plus Leitbild Agrarstruktur in Bundestagsparteien), mit eine klein klein Diskussion gestört. Schade.

    von

  • Wenn man einen Stall spiegelt

    [17.09.2012]

    ist nur die neue Hälfte auf dem neuesten Stand. Oder sollte es sein... Die alte Hälfte könnte aber auch modernisiert werden. Neu bauen und spiegeln geht mit Krediten leicht. Aber auch die müssen irgendwann von zu erzielenden Gewinnen abgetragen werden. Sonst hat man keine Werte geschaffen. Sonst gehört der gespiegelte Stall der Bank und man ist nur Bewirtschafter, aber nicht Eigentümer. Schnell kann die Bank dann mal bestimmen, wie gewirtschaftet wird (siehe Dänemark). Und Banken haben nicht automatisch die größte Ahnung von Tierwohl.

    von detmarkleensang

  • Herr Folgart ist für Milch - Herr Röring für Veredlung zuständig

    [16.09.2012]

    Das Thema Milch ist wichtig. Ich hoffe dass der Michpreis schnell ansteigt, damit D.Kleensang seine Wasserleitungen früher fertig hat als andere ihren 200 ter Kuhstall "tierwohlgerecht" gespiegelt haben. Darüber ist nachzudenken..

    von

  • [16.09.2012]

    @ aheumer, Erzeugerpreise und Tierschutz hängen um ein vielfaches mehr zusammen, als sie offensichtlich begreifen können oder wollen.Nur gesunde,sich wohlfühlende Tiere bringen Spitzenleistungen.Aber dieser Tierschutz bzw Tierkomfort kostet Geld. Und von Preisen, die sich an irgendwelchen Märkten bilden,können wir nicht existieren. Am Ende müssen in der Bilanz Schwarze zahlen stehen. Sonst helfen uns weder Tierschutz noch irgendwelche Preise am Markt. Ziel muß es sein, das am Markt ein Preis erzielt wird, der adäquaten Tierschutz zuläßt, weil man ihn auch finanzieren kann. Ein Problem, das der DBV lange links liegen ließ.

    von preuße

  • Wenn Eu weit mit Außenschutz

    [16.09.2012]

    Nun die Grünen wollen mit diesen Auflagen den Fleischkonsum in DE drücken.Nur sie sehen halt nicht das Dänemark,Niederland,.... nur darauf warten diese Lücke zu füllen. Oder müssen wir wieder---- nur wir Bauern in DE die Auflagen einhalten( nach der Grünenmeinung geht das, wir müssen nur, weil wir DEUTSCHE halt besser sind, als alle faulen EUbauern). Oder alle Auflagen egal wie viel Sie Kosten auf den Fleischpreis umlegen----Exportieren geht dann halt nicht mehr.

    von elinge

  • Unsinnige Frage

    [16.09.2012]

    Und keine Bauernspaltung. Jeder von uns kennt eine Ecke, in der er spart und Investitionen aufschiebt, weil das Geld eben nicht reicht. Mit 10 Cent mehr, da würde jeder noch einen Scheffel drauf packen können und wollen, wenn es um das Tierwohl und um die eigenen Arbeitsbedingungen ginge. Laut Vertreter wird aktuell am Kraftfutter gespart. Weshalb auch die Anlieferungsmenge geringfügig schrumpfte. Getreide, und so auch KF, war einfach teuer. Neue und bessere Liegeflächen, frostsichere Wasserleitungen, eine Fußbodenheizung für die Melkgrube, das alles und vieles mehr könnte laufend und schneller aktualisiert werden und neuen Herausforderungen angepasst werden. Was alles noch, das weiß jeder von uns am besten. Finden lässt sich immer was.

    von detmarkleensang

  • Tierschutz ist für jeden Tierhalter elementar und nicht verhandelbar

    [16.09.2012]

    Preise für Milch und Fleisch bilden sich auf einem europäischen Markt durch ANGEBOT und Nachfrage. Zu sagen:"Wir "quälen" unsere Tiere weniger und wollen dafür einen höheren Preis",spaltet den Berufsstand.Es offenbart nur Bauernschläue und Mangel an Ethik und Moral. Ich wünsche mir von der CDU eine "Ruckrede" vor der Wahl, zur Zukunft der Landwirtschaft.Sonst wird der grüne von Unkenntnis geprägte Populismus, viele viele Bauern zur Aufgabe bringen.

    von

  • Bei 100€ Euro oder mehr Lohnzuschlag...

    [16.09.2012]

    ...geht es dann den Arbeitern besser? Warum also solch eine seltsame Frage?? Wohl kaum direkt und schlagartig! Jedoch über kurz oder lang mit hoher warscheinlichkeit schon. Denn schließlich kostet Tierkomfort und Betreuung Geld. Ist mehr da, kann auch mehr ausgegeben werden. So einfach die Rechnung Herr/Frau aheumer.

    von alorie

  • Vertrauen schaffen durch Kompromisse!

    [16.09.2012]

    Ja,die Tierhalter werden von vielen Dingen ÜBERROLLT.Es geht in der öffentlichen Diskussion aber nur vordergründig um das Tierwohl.Frau Künast weiß sehr genau die enormen Verbesserungen z.B.in der Ferkelproduktion einzuschätzen.Die Menschen wollen keine Großställe - besonders nicht in d.Nähe.Die Leute wollen keine Fleischproduktion hier,für den Weltmarkt.Nur darum geht es.Bitte treiben Sie es mit dem RWE/WLV Güllegaskraftwerk nicht weiter auf die Spitze!Wir alle leiden unter diesen Image-Schaden.Die Risiken sind deutlich höher zu bewerten als die Chancen.///////@D.Kleensang,bei 10 c mehr Milchgeld wird es Ihren Kühen besser gehen????

    von

  • Wieso behandelt Röring Tierschutzauflagen und Preisanstieg als getrennte Themen?

    [16.09.2012]

    Die gehören doch zusammen! Beides ist notwendig und spielt eine Rolle, wenn nicht sogar _die_ Rolle in der Landwirtschaft. Richtig: Entwicklung und Bau von neuen Stallsystemen haben das Tierwohl nach vorne gebracht. Und auch die Wettbewerbsfähigkeit. Letztere wurde aber auch durch (niedrige) Preise diktiert. Mit benötigten höheren Preisen liesse sich eine Wettbewerbsfähigkeit mit auch noch strengeren Tierschutzforderungen erfüllen. Es geht das eine nicht ohne das andere! Wir müssen einen guten Mittelweg finden, um die Akzeptanz in der Bevölkerung _und_ unsere Wirtschaftlichkeit zu verbessern! Daher darf man diese zwei Dinge, Tierschutz und Preise, niemals von einander getrennt betrachten, Herr Röring!

    von detmarkleensang

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