Baywa arbeitet auf Rekordergebnis hin

[16.08.2012]


Baywa-Chef Klaus Lutz Baywa-Chef Klaus Lutz Pünktlich zum 90 jährigen Jubiläum der Baywa im nächsten Jahr will der Vorstand den Aktionären ein neues Rekordergebnis präsentieren. Grund für Finanzmagazine, sich die Anlagemöglichkeiten einmal genauer anzusehen. So schreibt etwa Focus money, dass die Aktie der Baywa deutlich unterbewertet sei. Allein schon das Immobilienvermögen von 1,3 Mrd. Euro liege rund 300 Mio. Euro über dem Börsenwert des gesamten Konzerns. Zudem seien jetzt in Zeiten der Eurokrise Unternehmen interessant, die in der Lage sind, Preisanstiege bei Rohstoffen überwälzen zu können.


Die Baywa-Aktie habe sich hier als sicheres und nachhaltiges Papier hervorgetan, heißt es weiter. Seit dem Börsengang im Jahr 2000 verzehnfachte sich der Kurs nahezu. Innerhalb von sieben Jahren kletterte die Notierung von 4,90 Euro auf 47,85 Euro. Aktuell liegt der Kurs bei 30 Euro. „40 Euro ist sie aber jetzt eigentlich wert“, meint Finanzexperte Marc Gabriel vom Bankhaus Lampe im Focus.


Um das angekündigte Rekordergebnis zu erreichen, baue Baywa-Chef Klaus Josef Lutz den Konzern seit einiger Zeit um. Allein in den zurückliegenden vier Geschäftsjahren hätte der Konzern Unternehmen im Wert von 230 Mio. Euro akquiriert. Zur Finanzierung seien nun zunächst Verkäufe von Immobilien geplant. Die Münchner rechnen mit bis zu 300 Mio. Euro Erlösen aus den Veräußerungen von Standorten, wie der Bau- und Gartenmärkte oder der Hauptverwaltung. Allein diese beiden Positionen könnten die angestrebte Summe erreichen. Für die Hauptverwaltung setzt Analyst Gabriel einen Verkehrswert von 150 Mio. Euro an. Neben diesem Gebäude und den 56 Baumarkt-Standorten stehen zudem 156 Immobilien in den Büchern, die als reine Finanzinvestition gelten. Weiterer Spielraum ist nach Ansicht des Fachmagazins also vorhanden und werde angesichts des Wachstums der Konkurrenten Glencore und Marubeni auch sicherlich genutzt.


Baywa Baywa Profitieren könnte die Baywa zudem von den steigenden Weizenpreisen. Allein im Zeitraum von Mai bis Mitte Juli verteuerte sich der Rohstoff von 5,60 US-Dollar je Scheffel (etwa 36,2 Liter) auf 8,60 Dollar. Die steigenden Weizenpreise erhöhen die Einnahmen der Landwirte, die wiederum ihre Investitionen anheben und bei der Baywa einkaufen können. „Steigt der Weizenpreis, steigt die Aktie“, lautet daher eine alte Regel, die seit jeher auf die Baywa zutrifft.


Doch auch von der Wärmedämmung und Sanierung deutscher Häuser profitiert die Baywa. Die Baustoffsparte, die 1,5 Mrd. Euro zum Umsatz beiträgt, ist aktuell Deutschlands zweitgrößter Baustoffgroßhandel. Nicht ganz so schnell geht es dagegen bei dem Geschäftsfeld „Erneuerbare Energien“ voran, weil die Energiewende etwas stockt. Zuletzt errichtete das Unternehmen mit der Akquisition des Photovoltaikexperten Focused Energy und dem Windkraftprojektierer WKN erste Brückenköpfe in den USA.

Für das laufende Jahr rechnet das Unternehmen mit 9,45 Mrd. Euro Umsatz (– 1,4 %) und 160 Mio. Euro Gewinn (151,4 Mio. Euro 2011). Der angepeilte Rekord im nächsten Jahr: Ein Umsatz von 9,74 Mrd. Euro und ein Gewinn von 169 Mio. Euro, so der Focus. (ad)
 

Leserkommentare

1 Kommentar(e)
  • BayWa erzielt Rekordgewinne und wir haben das Nachsehen

    [20.08.2012]

    Vor ca. 50 Jahren gründeten die Bauern meines Ortes wegen der hohen Margen des örtlichen Landhändlers eine Raiffeisengenossenschaft mit Bank und Warengeschäft. Diese fusionierte sukzessive mit anderen Standorten bis auf Kreisebene. Diese Kreis-Genossenschaft überließ das örtliche Agrar-Warengeschäft samt der aus Bauerngeld errichteten Gebäude und Einrichtungen der BayWa für ein Butterbrot. Aktuell steht der Agrarstandort mit durchschnittlich 2 Mitarbeitern vor der Schließung. Ich könne Bestellungen ja telefonisch abschließen und werde dann per LKW von einem Standort in 20 km Entfernung beliefert..... Nun bleibt abzuwarten, wann der Landhändler die Margen wieder soweit anhebt, dass die verbliebenen Bauern wieder eine Genossenschaft gründen.

    von wein-franke

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