Born: Ackerkulturen dringend an veränderte Umweltfaktoren anpassen

[01.08.2012]


Helmut Born Helmut Born „Unsere Ackerkulturen müssten dringend an die sich ändernden Umweltfaktoren angepasst werden", mahnte DBV-Generalsekretär Dr. Helmut Born am Montag beim Plant Biology Congress 2012 in Freiburg. Ein Blick in die zurückliegende Vegetationsperiode mache mehr als deutlich, wie gewaltig die Veränderungen im Naturhaushalt sind.
 
Starke Minustemperaturen und Kahlfröste haben im vergangenen Winter in ganz Europa zu erheblichen Auswinterungsschäden geführt. Allein in der Europäischen Union seien 1,5 Mio. ha Getreide durch Kahlfröste vernichtet worden. Hinzu sei es zu erheblichen Auswinterungsschäden in der Schwarzmeerregion gekommen. Dem folgten Frühjahrs- oder Frühsommertrockenheiten in Verbindung mit vergleichsweise hohen Temperaturen. „Auch dieses Phänomen erleben wir immer häufiger“, stellte Born fest. „In Deutschland haben wir in diesem Jahr mit nur 16 Litern Niederschlag pro Quadratmeter den dritttrockensten März seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahre 1881 erlebt. Die Temperatur im März lag bei uns im Durchschnitt bei 6,9 Grad Celsius. Normal wären aber nur 3,5 Grad.“ Und in der Ernte selbst müssten Landwirte vielfach mit viel zu nassen Erntebedingungen kämpfen. Mengen- und Qualitätsverluste seien die Folge. 


 
Darauf gebe es nur eine Antwort, stellte Born fest. „Wir müssen wieder viel stärker auf die klassischen Zuchtziele achten. Dazu gehöre Winterhärte, denn unsere Sorten müssen auch starke Frostperioden überstehen. Wir benötigen aber auch Pflanzen, die in frühen Entwicklungsstadien mit Trockenheit und Hitze umgehen können, also über ein gut ausgebildetes Wurzelsystem verfügen. Nicht zuletzt brauchen wir Sorten, die stabile Qualitätsparameter aufweisen, damit auch unter schwierigen Erntebedingungen noch Brotgetreidequalität geerntet werden kann", machte Born in Freiburg deutlich. 


 
In seinem weiteren Vortrag erinnerte er an die Ernährung von 9 Mrd. Menschen im Jahr 2015 und an die dazu notwendige Steigerung der Nahrungsmittelproduktion um gut 60 %. Unter diesen Vorzeichen dürfe dem Gunststandort Europa nicht durch eine siebenprozentige Flächennutzung im Umweltinteresse weitere Produktionsflächen entzogen werden. (ad)

Leserkommentare

3 Kommentar(e)
  • Born will Zusammenarbeit auf EU-Ebene mit EPSO-GVO-NGO

    [02.08.2012]

    Um seinem Ziel, Ackerkulturen an Umweltveränderungen anzupassen, gerecht zu werden soll COPA/COGECA mit der Nicht-Regierungs-Organisation EPSO zusammenarbeiten und es sollen sogar mit den Mitgliedern der EPSO zusammen ein Netzwerk aus Demonstrationsbetrieben aufgestellt werden. Aus dem Manifest der EPSO heisst es unter anderem: "Biotech (GM) traits are being deployed worldwide to solve weed and insect problems in crops, and to improve drought tolerance, nitrogen use efficiency and disease resistance." Will uns der europäische Bauernverband jetzt an eine Gentech-NGO verkaufen? Sollen wir Bauern wieder mal die Versuchskaninchen sein für Dinge, die der Bürger ablehnt? (Quelle: http://www.agrarheute.com/ackerkulturen-an-umweltfaktoren-anpassen)

    von detmarkleensang

  • Wie wäre es....

    [01.08.2012]

    .....wenn man den DBV mal an die Landwirtschaft anpassen würde???????

    von simson09

  • Und er war so gut angefangen...

    [01.08.2012]

    Am Ende musste Born leider mal wieder mit der Lüge vom Entzug von 7% Produktionsfläche im Umweltinteresse kommen. Das untergräbt ja wieder die Glaubwürdigkeit auch seiner vorigen Äußerungen. Schade.

    von detmarkleensang

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