DBV-Umweltbeauftragter weist Kritik an Landfraß-Petition zurück

Friedhelm Decker Die Kritik von Umweltorganisationen an Petition zur Eindämmung des Flächenverbrauchs weist der DBV-Umweltbeauftragte und Präsident des Rheinischen Landwirtschafts-Verbandes (RLV), Friedhelm Decker, klar zurück.

Bei verschiedenen Umweltverbänden liege offenbar ein eigenartiges Demokratieverständnis vor. Die Petition an den Deutschen Bundestag zum Thema Flächenschutz sei ein demokratisches Mittel der Bürger, sich in die Politik und die Parlamentsarbeit einzumischen, betonte Decker bei einem Politik-Talk auf der Grünen Woche in Berlin.

Viele Bürger würden mit ihrer Unterschrift die DBV-Initiative „Stoppt Landfraß“ für den Erhalt landwirtschaftlicher Flächen und eine Reduzierung des Flächenverbrauchs voll und ganz unterstützen. „Die Umweltverbände sollten zur Vernunft kommen und sich daran erinnern, dass sie schon 2006 gemeinsam mit dem Bauernverband ein gemeinsames Positionspapier zum Flächenschutz unter dem Motto ‚Entsiegelung bei Neuversiegelung’ veröffentlicht haben“, erklärte der DBV-Umweltbeauftragte.

Decker stellte klar, es gehe dem Bauernverband um den Schutz landwirtschaftlicher Flächen vor einer Überbauung und Versiegelung und nicht um eine Schwächung des Naturschutzes. Den Bauern und den Bürgern sei andererseits auch nicht mehr zu vermitteln, dass für ein Windrad mit 140 m Höhe bis zu 6 ha landwirtschaftliche Fläche für den Naturschutzausgleich benötigt würden. Ein Ausgleich in Geld, das für Naturschutzprojekte wieder genutzt werde, helfe dem Naturschutz mehr als immer neu ausgewiesene Flächen, sagte der DBV-Umweltbeauftragte. Entsiegelung sei bei einer Versiegelung der beste Ausgleich. Decker rief dazu auf, die Petition des Bauernverbandes zu unterstützen. (AgE)

Hintergrund:
Umweltverbände kritisieren DBV-Kampagne „Stoppt Landfraß“ (24.1.2012)
Flächenfraß: Das Maß ist längst voll - BV spricht mit Remmel (13.1.2012)
 

3 Leserkommentare Kommentieren

  1. von helmut_ehrlicher · 1.
    Selbstdarstellung und PR Kampagne

    Diese Petition dient eh nur dazu, dass sich am Ende der DBV hinstellt und diese Kampagne mehr dafür benutzt um sich selbst einen Persilschein gegenüber der Gesellschaft auszustellen, wie viele Unterstützer er (noch!) hat, als tatsächlich damit etwas gegen Flächenverbrauch aktiv zu unternehmen. Will der DBV jetzt etwa Stallbau im Aussenbereich, Strassenbau, Windräder, Baulandverkauf, etc. komplett verhindern? Es ist nun einmal die typische Art des DBV immer bei den unwichtigen Dingen, die keinem Agrarindustriekonzern groß schaden oder gar den Bauern was bringen können, die größtmögliche PR-Keule rauszuholen um sich selbst darzustellen. Also reine PR pro DBV, braucht man nicht unterstützen.

  2. von werni · 2.
    ehrlicher

    Ich habe die Initiative unterstützt.Es kann doch nicht so weitergehen mit der Flächenverschwendung wie bisher.Mein Betrieb hat einig Pacht preissteigerungen zu verkraften. Nicht nur die Agrarindustrie sonder auch die Umweltverbände mit ihrer Praxisfremden Politik tragen zur Spaltung der Bauern bei. Es wäre ein Traum wenn der BDM Und der DBV sich mal an einem Tisch zusammen setzen würde.Allein kommt doch keiner weiter.Und mit den Grünen schon zwei mal nicht.

  3. von helmut_ehrlicher · 3.
    Typisch und Unwirksam

    Nur keine wirklichen agrarpolitischen Brennpunkte anfassen. Aber auf jeden Fall eine Position gegen kritische Verbände suchen und in den (eigenen) Medien aufbauen. Bauern spalten ist das Ziel der Agrarindustrie. Die Fronten weiter verhärten und die Mauern noch höher ziehen. Das kann der DBV gut, das macht er weiterhin. Dialogbereitschaft und konstruktive Kompromisslösungen braucht man nicht, denn man will ja keine Götter neben sich haben. Hat man es überhaupt schon einmal mit konstruktiven Gesprächen bei den Umweltverbänden versucht?

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