[24.07.2009]
Immer mehr dänische Schweine kommen nach Deutschland, um hier im Auftrag geschlachtet zu werden. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, sind die Löhne hierzulande deutlich geringer als im Nachbarland. Besonders die norddeutschen Schlachthöfe würden gerade einen wahren Boom erleben. Die zerlegten Teile gingen dann wieder zurück nach Dänemark und damit in den Export; liegt der Selbstversorgungsgrad dort doch bei 700 %. Möglich sei dieser Lohnunterschied laut der Zeitung durch die osteuropäischen Arbeitnehmer, die für 5 bis 9 Euro, in einzelnen Fällen für sogar noch weniger Geld arbeiten würden. Meist hätten sie Werkverträge. Ihr Arbeitgeber, der sie in die deutschen Betriebe schickt, sitz im Ausland, so die Süddeutsche weiter. Möglich sei dies durch das EU-Entsendegesetz. Bernd Maiweg, Referatsleiter für Fleischwirtschaft in der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), schätzt, dass inzwischen "mehr als die Hälfte der Arbeitnehmer in den klassischen Schlachtbetrieben der Republik nicht dem deutschen Arbeitsrecht unterliegen". Die übrig gebliebenen heimischen Mitarbeiter verdienen nach seinen Angaben etwa 15 Euro je Stunde. Aber auch für sie gilt kein Flächentarifvertrag. In der Fleischindustrie gibt es keinen Arbeitgeberverband, mit der die NGG verhandeln könnte. Nicht selten sind deshalb Haustarifverträge. Ganz anders sieht es in den dänischen Schlachthöfen aus. Bislang erhielten Fachkräfte, die fast alle Mitglied einer Gewerkschaft sind, Stundenlöhne von um die 20 Euro. Doch nun müssen sie um ihre berufliche Existenz fürchten. 2600 Mitarbeiter hat der dänische Branchenriese Danish Crown bereits entlassen. Einen weiteren Personalabbau hat das Unternehmen bereits angekündigt. Dass es auch anders geht, zeigt laut der Zeitung Westfleisch, der drittgrößte Fleischvermarkter Deutschlands. Das Unternehmen zahlt seit Oktober 2007 freiwillig einen Mindestlohn von 7,50 Euro - daran müssen sich auch die osteuropäischen Subunternehmer halten, deren Mitarbeiter bei Westfleisch Schlachttiere zerlegen.
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Leserkommentare
Mindestlohn jetzt!!!
[24.07.2009]
Da wir keine Milchquote mehr haben müssen wir Bauern einen Mindeslohn un Höhe von 11€ fordern. Sonst werden uns die Großbetriebe nicht nur mit Struckturellen Vorteilen. Sonden auch mit erlaubten Niedriglöhne das Betriebliche überleben unmöglich machen!!!
von elinge
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