Deutsche Landwirte für die Zukunft gut aufgestellt

[24.10.2012]


7. Eliteforum Landwirtschaft der DKB 7. Eliteforum Landwirtschaft der DKB Den deutschen Landwirten stehen sowohl im Rahmen der Energiewende wie auch in der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der EU in den kommenden Jahren deutliche Veränderungen ins Haus, denen sie aber aufgrund ihrer guten Ausgangsposition vergleichsweise gelassen entgegensehen können. Zu diesem Urteil kamen die Referenten des 7. Eliteforum Landwirtschaft, das die Deutsche Kreditbank (DKB) vergangene Woche in Liebenberg veranstaltet hat.

Während der Bereichsleiter „Fördergeschäft“ in der Landwirtschaftlichen Rentenbank, Dr. Christian Bock, trotz der aktuellen EU-Schuldenkrise von anhaltend guten Investitionsbedingungen für die deutschen Landwirte ausgeht, erwartet Dr. Bernhard Dreher vom Bundesumweltministerium bei der Weiterentwicklung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) eine deutlich stärkere Marktorientierung für regenerative Energien, der sich auch die Bauern stellen müssten.

Der Vorstandsvorsitzende der Akademie für Nachhaltige Entwicklung (ANE), Prof. Peter Adolphi, empfahl den Agrarbetrieben in diesem Zusammenhang eine deutlich stärkere Beteiligung der ländlichen Bevölkerung für mehr Akzeptanz und höhere Wertschöpfung. Der Direktor des Leibniz-Instituts für Agrarentwicklung in Mittel- und Osteuropa (IAMO), Prof. Alfons Balmann, gab schließlich einen potentiellen Ausblick auf eine deutsche Landwirtschaft ohne EU-Direktzahlungen. Ein solcher Schritt werde einen „Schockeffekt“ nach sich ziehen, so dass ein Gleitflugmodell empfehlenswert sei.

Landwirtschaft profitiert von niedrigen Zinsen

Die „Eurokrise“ ist bisher in vielerlei Hinsicht spurlos an der deutschen Landwirtschaft vorbeigegangen“, stellte Rentenbank-Experte Bock in seinem Vortrag fest. Während die Krise in anderen Ländern auch im Agrarsektor für hohe Zinsen oder eine schlechte Kreditverfügbarkeit sorge, profitierten die deutschen Bauern von einem sehr günstigen Kreditklima, das zudem historisch niedrige Zinsen biete. Die Folge sei eine anhaltend positive Stimmung in der hiesigen Agrarszene und ein regelrechter Boom bei den Agrarinvestitionen.

Bock geht davon aus, dass die europäischen Politiker die „Eurokrise“, die eigentlich eine Staatsschuldenkrise sei, erfolgreich unter Kontrolle bringen könnten. Voraussetzung dafür sei jedoch die Stabilisierung der Real- und Finanzmärkte, ein langfristiger Schuldenabbau auf Staatsebene sowie tragfähige Zukunftskonzepte für die Europäische Union. Zwischenzeitlich seien aber selbst in der Bundesrepublik indirekte Folgen der politischen und finanziellen Entwicklungen zu beobachten. So habe auch in Deutschland das Interesse am Kauf von Ackerflächen stark zugenommen und die Kauf- und Pachtpreise seien in den letzten Jahren deutlich nach oben geschnellt. (AgE)

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