[27.05.2011]
Gemüseanbauer
Die Nachricht des Hamburger Hygiene-Instituts vom Nachweis des Erregers auf Importgurken aus Spanien sorgte am Donnerstag nur vorübergehend für Entspannung, berichtet die Süddeutsche Zeitung. Die Keime könnten aus mehreren Quellen stammen, sagen die Experten.
„Aus Sicht der Gemüse-Erzeuger ist das schon jetzt grausam. Sie stehen gerade am Anfang der Saison“, sagt Gabi von der Brelie vom niedersächsischen Landesbauernverband in Hannover. Die Gemüsebauern klammern ihre Hoffnungen nun daran, dass der Hamburger Befund der einzige zu dem gefährlichen Keim bleibt. „Die Unsicherheit der Kunden wirkt sich schon massiv auf die Großmärkte in Hamburg oder Hannover aus“, berichtet auch der Geschäftsführer der Fachgruppe Gemüsebau Norddeutschland, Axel Boese.
Boese glaubt nicht an die These, dass ein Einsatz von Gülle den Erreger aus Tierkot in die Nahrungskette gespült hat. „Das meiste heimische Gemüse ist ja unter Glas: Gurken, Tomaten, Kräuter.“
Allenfalls beim Salat gebe es Freilandanbau - aber keine Düngung mit Gülle. Auch die Landwirtschaftskammer in Oldenburg stellt klar: „Eine Ausbringung auf den wachsenden Pflanzenbestand in der Praxis nicht üblich.“ Auch in Hamburg ist die Skepsis der Verbraucher groß. Bei Gurken, Tomaten und Salat ist die Nachfrage nach Angaben von Großhändlern und Naturkostladen-Besitzern fast zum Erliegen gekommen. Auf dem Großmarkt der Hansestadt wurde trotz verschärfter Kontrollen noch kein EHEC-Alarm geschlagen. Der Absatz sei nach der Warnung des Robert-Koch-Instituts aber stark gesunken. Was nicht verkauft wird, müsse vernichtet werden, heißt es.
Unterdessen wirkt sich die Verunsicherung bereits auf andere Feldfrüchte aus. Laut Bauernverband werden in Schleswig-Holstein sogar Erdbeeren nur noch mit spitzen Fingern angefasst.
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