EU-Kommission legt Maßnahmenkatalog gegen Antibiotikaresistenz vor

[17.11.2011]

Behandlung
Die Kommission hat heute einen umfassenden Aktionsplan zur Abwehr der Antibiotikaresistenz vorgelegt. Innerhalb der nächsten fünf Jahre sollen zwölf Maßnahmen dazu beitragen, das zunehmende Gesundheitsrisiko Antibiotikaresistenz einzudämmen.
 
Der für Gesundheit und Verbraucherpolitik zuständige EU-Kommissar, John Dalli, sagte: „Wir müssen rasch und entschlossen handeln, wenn wir nicht die Möglichkeit verlieren wollen, bakterielle Infektionen bei Mensch und Tier mit Antibiotika zu behandeln. Die für die nächsten fünf Jahre geplanten zwölf konkreten Maßnahmen, die wir heute präsentieren, könnten dazu beitragen, die weitere Ausbreitung der Antibiotikaresistenz zu verhindern und neue antibiotische Behandlungsmöglichkeiten zu entwickeln."

Wichtigste Maßnahmen

  • Verschärfung der EU-Rechtsvorschriften für Tierarzneimittel und Fütterungsarzneimittel,
  • Einführung von Empfehlungen zum umsichtigen Antibiotikaeinsatz in der Veterinärmedizin, einschließlich Kontrollberichte,
  • Stärkung der Infektionsprävention und -kontrolle in Krankenhäusern und anderen stationären Einrichtungen,
  • Einführung von Rechtsinstrumenten zur Verstärkung von Infektionsprävention und -kontrolle bei Tieren im Rahmen des neuen EU-Tiergesundheitsrechts,
  • Förderung neuartiger Zusammenarbeit, um neue Antibiotika zum Patienten zu bringen,
  • Förderung der Bemühungen zur Bedarfsanalyse für neue Antibiotika in der Veterinärmedizin,
  • Entwicklung und/oder Verstärkung multilateraler und bilateraler Verpflichtungen zur Prävention und Eindämmung der Antibiotikaresistenz,
  • Verstärkung der Überwachungssysteme für Antibiotikaresistenz und Antibiotikaverbrauch in der Humanmedizin,
  • Verstärkung der Überwachungssysteme für Antibiotikaresistenz und Antibiotikaverbrauch in der Veterinärmedizin,
  • Verstärkung und Koordinierung der Forschung,
  • Verbesserung der Öffentlichkeitsarbeit zum Thema Antibiotikaresistenz.
  • Verstärkung der Sensibilisierung für den angemessenen Antibiotikaeinsatz.
 
Mit etwa 25 000 Todesfällen in der EU pro Jahr durch Infektionen, die bei Patienten durch arzneimittelresistente Bakterien ausgelöst werden, ist die Antibiotikaresistenz ein ernstzunehmendes Gesundheitsproblem in der EU. EU-weit nimmt die Resistenz von Krankheitserregern zu, die in Krankenhäusern häufig Lungenentzündung und Harnwegsinfektionen verursachen. Der Aktionsplan setzt unter anderem auf einen angemessenen Antibiotikaeinsatzes bei Menschen und Tieren, die Entwicklung neuer wirksamer Antibiotika und die Prävention bakterieller Infektionen. (ad)

Mehr:
Geflügelwirtschaft will Antibiotika-Einsatz umfassend auswerten   (17.11.2011)
NRW-Studie: „Wir haben ein massives Antibiotika-Problem in der Massentierhaltung" (15.11.2011)
Maßnahmenpaket des BMELV zu Antibiotika in der Tierhaltung (15.11.2011)
 

Leserkommentare

4 Kommentar(e)
  • erkenntnisse

    [21.11.2011]

    auf ,,derzeitige erkenntnisse,,von behörden wie der EFSA würde ich nicht vertrauen,da diese von der genlobby erfolgreich unterwandert wurde und somit auch deren prüfberichte ungeprüft übernimmt.wer unmittelbar von der gentechnik profitiert ,nimmt es leider mit der ehrfurcht vor dem leben nicht so genau.der liebe gott hat uns alles gegeben ,was wir zum leben brauchen ,wenn wir es nur ,,recht,, gebrauchen. wir dürfen uns nicht wundern ,wenn durch missbrauch der schöpfung und missbrauch von medikamenten,gewinnmaximierungen durch konzentrationen und profitgier auch immer neue qualitäten von krankheiten ,,erschaffen,, werden .sich nehmen was man wirklich braucht-und den rest gibt man ab.herzlichst

    von heike comeback

  • jeder hat "seine" Quellen

    [20.11.2011]

    Neues EFSA-Gutachten: Gefährdung durch Markergene „unwahrscheinlich“ Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat eine neue Stellungnahme zu möglichen Gesundheits- und Umweltgefährdungen durch die Verwendung von Antibiotikaresistenz-Markergenen in gentechnisch veränderten Pflanzen veröffentlicht. Ein gemeinsames wissenschaftliches Gutachten der EFSA-Expertengremien für gentechnisch veränderte Organismen (GMO-Panel) und für Biologische Gefahren (BIOHAZ-Panel) kommt zu dem Ergebnis, dass „negative Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit und die Umwelt“ bei der Verwendung von Markergenen in gentechnisch veränderten Pflanzen „den derzeitigen Erkenntnissen zufolge unwahrscheinlich sind“.

    von landfuerst

  • Danke für den Hinweis

    [17.11.2011]

    Hallo Heike, Danke für diese Information. Solche Fakten (und viele andere unbequeme Tatsachen) werden leider nicht in den populistischen öffentlichen Diskussionen genannt.

    von user10

  • gehen die massnahmen an den ursachen vorbei?!!

    [17.11.2011]

    verstärkte überwachungssysteme,verschärfung von rechtsvorschriften- ist das alles wirkungsvoll,wenn wir auf der anderen seite immer mehr konzentrationen in der tierhaltung zulassen und als wichtigsten punkt ,diese tiere mit gentechnisch veränderten pflanzen füttern,welche ANTIBIOTIKUMRESISTENZ-GENE enthalten.diese antibiotikumresistenzgene dienen nur zur überprüfung ,ob die genkassette im zellkern eingebaut wurde.sie haben sonst keine funktion .doch es besteht die gefahr ,dass antibiotika im echten notfall wirkungslos werden.- warum tun die menschen so etwas ?--wir essen uns krank ,dann sucht man nach ursachen ,wo die krankheiten wohl herkommen -so bleibt man beschäftigt.die gier nach gewinnmaximierung ist die grösste krankheit.herzlichst

    von heike comeback

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