Erntekrone an Bundespräsident Gauck in Berlin übergeben

[07.10.2012]


Joachim Rukwied Joachim Rukwied „Unsere Hauptaufgabe ist und bleibt die Ernährung der Menschen.“ Das sagte DBV-Präsident Joachim Rukwied anlässlich der Übergabe der Erntekrone der deutschen Landwirtschaft an den Bundespräsidenten Joachim Gauck in der Berliner Friedrichstadtkirche am Gendarmenmarkt. „Wir leben in und mit der Schöpfung“, betonte Rukwied und erklärte, dass es den Bauern in diesem Jahr trotz einiger Wetterextreme gelungen sei, eine ordentliche Ernte einzufahren.

Bundespräsident Joachim Gauck dankte den Bauernfamilien für ihre über das gesamte Jahr geleistete Arbeit. Diese Leistungen würden in der Gesellschaft nur allzu oft wie selbstverständlich hingenommen. Er rief dazu auf, dass junge Menschen bewusster mit Lebensmitteln und deren Herkunft umgehen müssten. „In den Schulen muss gelehrt werden, wie viel Arbeit auf dem Land nötig ist, bevor Kartoffeln und Schnitzel auf dem Teller liegen“, sagte Gauck in seiner Ansprache vor über 300 Gästen der Land-, Ernährungs- und Agrarwirtschaft.

Er kritisierte auch, dass Tonnen „dieser kostbaren Nahrungsmittel in den Industrieländern im Müll landen“. Dies sei verwerflich. „Deshalb sollte es außer dem Erntedankfest auch ein Erntedenkfest geben“, schlug der Bundespräsident vor. Zu diskutieren sei dabei auch, wie die knappen Flächen in Deutschland zu nutzen seien – für Ackerbau, Umweltschutz, Trassen- und Wohnungsbau. Im Hinblick auf die Diskussion über Bioenergie stellt Gauck fest, dass die anfängliche Euphorie, wonach Raps, Mais und andere Kulturen das Energieproblem bald lösen könnten, jetzt von der Sorge abgelöst würden, dass gerade in ärmeren Ländern wertvolle Anbauflächen nicht für Nahrungsmittel genutzt werden können. Darüber müsse man in der Gesellschaft ausführlich diskutieren.

Übergabe der Erntekrone Übergabe der Erntekrone Rukwied ging in seiner Ansprache auch auf das gesellschaftliche Interesse an der Entwicklung der Landwirtschaft ein. „Wir verspüren die kritischen Nachfragen hinsichtlich der schnellen Entwicklung unserer Betriebe.“ Die Bauern würden feststellen, dass die direkten und persönlichen Erfahrungen mit der Landwirtschaft deutlich abnehmen. „Wir müssen und wir können darauf verlässliche Antworten geben. Vertrauen können wir aber nur sichern, wenn wir mehr Mitbürger in unsere Betriebe schauen lassen und offen zeigen, was wir als Bauern tun.“ (ad)

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