Europäische Molkereien pochen auf Marktorientierung

[15.10.2012]


EDA Milchindustrieverband EDA Milchindustrieverband Der europäische Milchindustrieverband (EDA) hat anlässlich der Diskussion um die anstehende Agrarreform vor einer Abkehr von marktwirtschaftlichen Prinzipien in der Milcherzeugung gewarnt. „Wettbewerb und Marktkräfte sollten die künftige Entwicklung der EU-Milchindustrie vorantreiben“, erklärte der EDA. Der Verband pocht insbesondere auf die planmäßige Abschaffung der Milchquotenregelung 2015.

EDA-Generalsekretär Joop Kleibeuker betonte, erst nach dem Ende der Quoten habe der EU-Milchsektor ausreichendes Spiel, um an den Marktentwicklungen teilhaben zu können. Viele Milchverarbeiter hätten sich für das Auslaufen der Garantiemengenregelung bereits gerüstet und Investitionen getätigt. Die Quoten müssten verschwinden; sie dürften nicht durch eine andere Form der Angebotssteuerung ersetzt werden. Alles andere schwäche nur die Stellung der EU-Milchwirtschaft am Weltmarkt.

Auch Ausnahmen vom Wettbewerbsrecht lehnt der EDA ab. Kleibeuker: „Die Integrität des EU-Wettbewerbsrechts sollte gewahrt bleiben. Vorschläge für die Aussetzung des Wettbewerbsrechts beziehungsweise für unverantwortliche Abweichungen oder Ausnahmen müssen vermieden werden.“

Der EDA spricht sich gegen eine Überarbeitung des jüngsten Milchpakets aus, mit dem Milchbauern zum ersten Mal im EU-Recht die Möglichkeit eröffnet wird, sich zu Erzeugerorganisationen zusammenzuschließen. Die Fortführung eines Sicherheitsnetzes bei Marktschwankungen wird hingegen unterstützt.

Wie der EDA auf Anfrage klarstellte, richtet sich seine Kritik insbesondere gegen Ideen, die derzeit im Europaparlament diskutiert werden. Der für die Reform der Marktmaßnahmen zuständige EVP-Berichterstatter Michel Dantin tritt unter anderem für Belohnungen beziehungsweise Strafzahlungen im Krisenfall ein, je nachdem ob Milcherzeuger in einer angespannten Situation ihre Produktion drosseln oder ausweiten. Ferner steht er hinter einer Angebotssteuerung für Käse mit geographischer Angaben. (AgE)

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Leserkommentare

18 Kommentar(e)
  • Realität und Unsinn

    [15.10.2012]

    Die Quote wird fallen, dass ist sicher! Inflationsbremse Nahrungsmittel ,ist willkommen. Einen fairen Preis gibt es nicht. Der strukturwandel wird sich nach Ende der Quote verschärfen auch dass ist sicher. Aber Erzeugergemeinschaften, müssen aufgewertet und nicht verhindert werden. Milchproduktion wird aber nicht mehr überall stattfinden! Aufregen lohnt nicht sondern handeln und Eigentum sichern!

    von landfuerst

  • Was nun, Herr Ruckwied? Wieder nur aussitzen nach diesem Affront der Verbündeten?

    [15.10.2012]

    Was nun? Unsere wenigen mittelständigen Molkereien sollten sich distanzieren vom MIV. Sie können selbst nur Verlierer sein in diesem Spiel der Global Player. Nee, machen die nicht, sofort kommt die Strafe des großen Hai´s, und sie werden geschluckt. Vorsitzender des deutschen Milchindustrieverbandes in Personalunion eines Vorstandsvorsitzenden Molkereigenossenschaft ist ein Unding. Absetzen! Nee, geht nicht. Zu treu sind die Ja-sager im Vorstand. Vielleicht sollte der Ruckwied mal aus der U-Folgartstellung kommen und seine Bauern im November mit nach Brüssel nehmen. Ja, das wär mal was,Deutsche Milchbauern Verbandsübergreifend in Brüssel als Antwort dem EDA. Ein klares Zeichen!

    von Hardthof

  • DBV nicht NUR Marktorientiert!

    [15.10.2012]

    Wer anders als der DBV versucht seit Monaten wachzurütteln: Die Höhe des Milchpreises alleine sichert nicht das Überleben der vielen Milchbetriebe in den benachteiligten Gebieten und Randlagen. Die AGZ in der bisherigen Form, vielleicht fehlerbereinigt, muss beibehalten werden. Teile der Greeninggelder müssen dorthin transferriert werden. Würde nicht eine Quote den Status Quo fixieren und jungen Betrieben die Entwicklungschance nehmen und andere fröhlich auf dem Sofa weitermelken lassen? So machen wir es im Pflanzenbau: Die EZGs legen mit den Verarbeitern die Preise fest, die Vertragsmengen, welche kontraktiert werden richten sich an den Absatzchancen des Unternehmens.

    von massa04

  • Ein Sprichwort

    [15.10.2012]

    Ein altes Sprichwort sagt:Willst du 3 Milchbauern unter einem Hut bringen mußt du 2 Totschlagen! Mit diesem Sprichwort kann man die sinnlose Schimpferei und Jammerei auf einem Punkt bringen. Die Aussagen sind doch nichts neues.Bloß das der BDM mal wieder auf sein Feindbild BV einprügeln kann. Nach dem Motto:Kräht der Gockel auf´m Mist ändert sich das Wetter oder es bleibt so wie es ist.!!!!

    von

  • Na DBV,DLG,.... Aufwachen!!!!!!!

    [15.10.2012]

    Ist "nur" die Landwirtschaft gut die Billig ist??? Hat die Landwirtschaft auch noch andere Aufgaben??? Greening nun auch ich will mehr Ernten, nur was bringen große Ernten wenn kein Markt da ist(siehe Kartoffeln 2011/oder das Gegenteil 2012)??? Das heißt auch nicht nur billig bringt Geld. Deshalb darf nicht nur Groß in Gunstlagen, sondern es müssen auch andere Betriebe in nichtgunstlagen Überleben können!!! Auflagen die Politisch gewollt sind müssen bei "nur" Marktorientierung erhöht ausgeglichen werden!! Ansonsten bekommen wir die Landwirtschaft die billig ist und die Gesellschaft verdient hat, obwohl sie sie eigendlich nicht will!!!!Folgards als Milchpräsident ist für mich bei diesen Umständen nicht tragbar!!!!

    von elinge

  • Export

    [15.10.2012]

    Viele Kommentare in topagrar hoffen auf den Export von Milch und rechtfertigen damit die Abschaffung von Milchquote und Außenschutz. Diese Leute plaudern nur die Position von EDA nach, vergessen aber, dass für sie nichts abfallen wird. Eine Versammlung in unserem Landkreis mit Ex-Kommisar Fischler und BBV brachte es auf den Punkt. Fischler sagte "Der Wettbewerb auf dem Weltmarkt sei nur über den Preis zu gewinnen". Oder ein aktueller Bericht im Spiegel: "Made aus China - Die Volksrepublik hat sich zu einem großen Exporteur von Lebensmitteln entwickelt". Sabine

    von nohring

  • Unfug

    [15.10.2012]

    Das Thema ist viel zu ernst, als dass man Beiträge wie den von werni nur annähernd zustimmen könnte. Ich hoffe nur, dass wir Milchbauern endlich aufwachen und uns nicht länger vor den Karren von Molkerei- und LEH- Interessen spannen lassen. Dem aufmerksamen Leser dieses topagrar Artikels wird nicht entgehen, was die Zielsetzung und Zielrichtung des EDA ist. Dagegen müssen wir uns wehren. Das wäre die Aufgabe unseres Bauernverbandes zusammen mit dem BDM. Doch ich kann nicht erkennen, dass man hier auf einer gemeinsamen Linie operiert.

    von beernhof

  • Zusammenraufen!

    [15.10.2012]

    Wenn Ihr Milchbauern aus dieser Situation nicht als Verlierer herauskommen wollt, dann müsst Ihr Euch bündeln. Aber wenn es schon DBV und BDM nicht schaffen, ihre Scharfmacher in Schach zu halten, anstatt aufeinander zuzugehen, zum Wohl möglichst aller (Milch)Bauern, dann gehen auch mir als grenzenloser Optimist langsam die Argumente aus!

    von massa04

  • Wem jetzt nicht das Licht aufgegangen ist,

    [15.10.2012]

    dem ist halt nicht zu helfen. Gott sei Dank gibt es einen BDM. Ansonsten siehts für Milcherzeuger die nächsten 20 Jahre ziemlich düster aus.

    von Ghostbusters

  • Wenn von 5 Milchbauern noch einer übrigbleibt!

    [15.10.2012]

    So soll es heißen.Na,ja bei solchen Meldungen muß ich mich "ein bischen" aufregen. Trotzdem nette Grüße Rita

    von rita#001

  • Industrieinteressen!

    [15.10.2012]

    Die Interessen der Milchbauern werden mit Füßen getreten. Wer den Bauernverband unterstützt,trägt eine Mitverantwortung für die weitere Entwicklung.Da gibt es später keine Entschuldigung. Wenn von 5 Milchbauern noch 4 übrigbleiben,will ich nicht dabeisein!

    von rita#001

  • Erwecken die Initiativen von Michel Dantin und seinen Mitstreitern Nervösität beim EDA?

    [15.10.2012]

    Am 19.09.2012 hat Michel Dantin als französicher Europaabgeordneter und Berichterstatter zur aktuellen Revision der europäischen Agrarmarktordnung eine höchst interessante Aussage zur Abschaffung der Milchquoten in der EU gemacht. Nach seinen Angaben wurde in den letzten 3 Jahren drei Mal über die Abschaffung der Milchquoten abgestimmt mit dem Ergebnis, dass die Mehrheit für eine Quotenabschaffung bei jedem Male bedeutent kleiner geworden sei. Es ist weiterhin die Frage, warum die Verlängerung der Zuckermarktordnung bzw. beim Pflanzenrecht im Weinbau gewollt ist und die Milchquote ausgenommen werden soll. Wenn der EDA dazu sogar noch die Bündelungsmöglichkeiten der Erzeuger ablehnt, dann besteht hier dringender Handlungsbedarf!!

    von Dieter Müller

  • Diese Pressemeldung ist für die Milcherzeuger, die sich auf die Aussagen des DBV, DRV und der Genossenschaftsmolkereien immer verlassen haben, ein herber Schlag ins Gesicht

    [15.10.2012]

    Damit ist das einzige (zweifelhafte!) Konzept des DBV zur Milch nun auch noch regelrecht geplatzt. Was nun Rukwied? Es ist ein Skandal, dass die Genossenschaftsmolkereien in denen der DBV die Bündelung der Bauern immer empfohlen hat solche Handlungsweisen unterstützen. Deutschland wird im EDA vom DRV, MIV und Toni Meggle vertreten. Den ehrenamtlichen Gremien bei den Genossenschaftsmolkereien, beim DRV und DBV gehört für diese Pressemeldung gehörig die Hammelbeine langgezogen. Diese Personen haben sich damit allesamt für noch unfähiger erklärt, die Interessen für ihre Berufskollegen zu wahren, als bisher schon durch die zweifelhafte Auszahlungsleistung der Molkereiwirtschaft und der Propaganda zu dieser Milchmarkt-Dellenpolitik zu sehen war.

    von helmut_ehrlicher

  • Positionen

    [15.10.2012]

    werden in dieser Nachricht endlich geklärt.Es soll die künftige Entwicklung der EU-Milchindustrie voran gebracht werden. Die Milchbauern kommen hier nicht vor, lediglich noch als Lieferanten möglichst großer Mengen billigen Rohstoffes. Erzeugerorganisationen vor den Molkereien sind dabei ein großer Dorn im Auge. Bisher war es immer die Politik, die sich aus der Verwaltung der Milchmengen zurück ziehen wollte. Nun zeigt sich die treibende Kraft dahinter klar und deutlich. Die mit Bauerngeldern geschaffenen Kapazitäten müssen nun durch viel Milch ausgelastet werden und Europa verlassen. In der Hoffnung dass in Schwellenländern die Kaufkraft wächst und der Euro dauerhaft niedrig bleibt. Danke für diese deutlichen Worte.

    von Kirsten Wosnitza

  • superreiche durch monotonie folgt viel hartz 4

    [15.10.2012]

    die absichten der milchindustrie werden hier sehr deutlich:keine marktteilnahme für milcherzeuger.der staat soll sich weiterer monopolisierung und moderner sklaverei nicht in den weg stellen.man möchte immer mehr ,,aus den vollen schöpfen,,können.--dabei steht viel auf dem spiel,denn es geht um den ERHALT des MITTELSTANDES und der vielfalt!wieviel ist noch zu retten,wenn man sich die entwicklungen der kleinen einzelhändler,metzger,bäcker,bauern usw.anschaut? wie soll unsere gesellschaft morgen aussehen?monotonie,superreiche und viel hartz4 ? jeder sollte sich seiner verantwortung bewusst werden,dass es höchste zeit ist für seinen stand zu kämpfen,damit auch in der zukunft ein selbstbestimmtes!!! leben überhaupt noch möglich ist.herzlichst

    von heike comeback

  • ´Marktwirtschaftliche Prinzipien, Marktorientierung

    [15.10.2012]

    Mit diesen Schlagworten gehen auch wir Milchbauern hausieren. Wir sind diejenigen, die Marktwirtschaft für unser Rohstoffangebot fordern. Wir fordern echte und faire Marktorientierung. Nur blöd, das wir nicht dasselbe unter diesen Vorzeichen verstehen. Sie Gier nach billiger Milch für Exportmärkte in aller Welt lässt das Wort Marktorientierung gern anders auslegen. Ich sehe es eher als Planwirtschaft an, wenn ein ständiges Überangebotdazu mißbraucht wird die Produktionskapazitäten auszulasten., und den Erzeugerpreis unten zu halten. Dazu noch mit Staatshilfen einlagern wollen, um die Milchanlieferung auf keinen Fall absinken zu lassen. Sicherheitsnetz wird sowas genannt. Mit marktwirtschaft hat dies garnichts zu tun !

    von Hardthof

  • Wahres Gesicht gezeigt

    [15.10.2012]

    Mit dem Bericht haben die Molkereien ihr wahres Gesicht verloren und jegliches Vertrauen gegenüber den Milcherzeugern verloren. Jetzt sind die Erzeugerorganisationen so nah wie noch nie. Quote weg und dann bündeln sich die Bauern, der wo am besten zahlt, bekommt auch die Milch. Das ist freier Markt.

    von Kommanmder

  • Machterhalt

    [15.10.2012]

    Es geht dem EDA mitnichten um den Markt und eine Marktorientierung, sondern vornehmlich um den Machterhalt, wenn man diesen Satz liest: "Der EDA spricht sich gegen eine Überarbeitung des jüngsten Milchpakets aus, mit dem Milchbauern zum ersten Mal im EU-Recht die Möglichkeit eröffnet wird, sich zu Erzeugerorganisationen zusammenzuschließen." Im Gegenteil geht es dem EDA offensichtlich darum, dass die Milcherzeuger selber nicht am Markt teilnehmen sollen, sondern wie gehabt immer weiter an die Molkereien gebunden und in sie integriert werden sollen. Könnten sich die Milcherzeuger in Erzeugerorganisationen bündeln müssten die Molkereien ja mit denen verhandeln. Und so viel Markt (für die Molkereien) darf ja nun wohl auch wieder nicht sein...

    von detmarkleensang

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