[25.09.2008]
In der Diskussion um die Ferkelkastration sieht das Unternehmen Tönnies-Fleisch Handlungs- und Forschungsbedarf. Der Tierschutz fordere die Abkehr von der bisherigen Praxis der betäubungslosen Kastration und in Holland sei man aktuell dabei, ein System zu installieren, bei dem die Ferkel unter CO2-Narkose kastriert werden, so Josef Tillmann und Dr. Wilhelm Jaeger von Tönnies im Gespräch mit dem Landwirtschaftlichen Wochenblatt Westfalen-Lippe. All das bringe uns hier in Deutschland unter Zugzwang. Das Schlachtunternehmen suche deshalb intensiv nach praxistauglichen Lösungen:
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Eine Alternative könnte z.B. die jetzt von vielen Fachleutenfavorisierte Linderung der nachoperativen Schmerzen mit speziellenArzneimitteln sein. Das sei eine gute Lösung, die man unterstütze, soTillmann. |
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Tönnies hat eigene Feldversuche organisiert. Man möchte wissen, ob die Mastdieser Tiere bei den heutigen genetischen Herkünften eine Alternativesein könnte. Dann würde die Kastration langfristig gesehen überflüssigwerden. Der unerwünschte Geschlechtsgeruch scheint, nach erstenErgebnissen, eher mit dem Alter, als mit dem Geschlecht der Tierezusammenzuhängen. Das aber würde bei entsprechender Anpassung desMastmanagements bedeuten, dass die Schlachtgewichte gar nicht so starkreduziert werden müssten, wie bisher oft angenommen wurde. |
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Um auf jeden Fall sicherzustellen, dass nur bestes, geruchfreiesSchweinefleisch verarbeitet wird, könnte die Mast unkastriertermännlicher Schweine mit einer Schlachtbandkontrolle mittels sogenannter elektronischer Nase kombiniert werden. Hier sieht dasUnternehmen Tönnies-Fleisch aktuell große Entwicklungsfortschritte.Eine durchgängige Kontrolle könnte bald praxisreif sein. Laut Tillmannwill sich der Betrieb hier wahrscheinlich in Kürze selbst engagieren. |
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Alle Alternativen brauchen bis zur Praxisreife noch einigeEntwicklungszeit. Um diese Zeit zu überbrücken, stellt Tönnies über die interneLogistik sicher, dass eine entsprechende Verwendung der Tieregewährleistet wird. Dazu gehört auch die Berücksichtigung desGeschlechts bei der Sortierung für die Zerlegung. |
So sehen das die Verbände
Der DBV, die ISN und der Zentralverband der Deutschen Schweineproduktion sehen nur in der Schmerzbehandlung die einzig praxistaugliche Lösung. Zur betäubungslosen Kastration gebe es keine Alternative. Die Gasnarkose mit Isofluran sei nicht zugelassen und verhindere auch nicht den Kastrationsschmerz. Auch die in den Niederlanden geplante CO2-Betäubung habe ihre Praxistauglichkeit noch nicht bewiesen. Bund und Länder empfehlen die Anwendung von schmerzstillenden Mitteln bei der Kastration; Wirkzeit 2 Tage. Das Agrarministerium arbeitet an einem gemeinsamen Vorgehen.
Mehr dazu im Beitrag Schmerzbehandlung praxistauglich unter top-Schwein.
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