[03.08.2012]
Udo Folgart (r)
Nach der negativen Entwicklung an den internationalen Milchmärkten zu Beginn dieses Jahres haben sich die Preise in den letzten zwei Monaten erfreulicherweise wieder stabilisiert. Viele Produktpreise sind gegenüber dem zweiten Quartal 2012 schon wieder deutlich gestiegen, so DBV-Milchpräsident Udo Folgart. Allerdings sei der Milchauszahlungspreis im ersten Halbjahr 2012 deutschlandweit im Durchschnitt 5,4 % niedriger als im Vorjahreszeitraum. Die aktuellen Milchauszahlungspreise liegen zwischen 26,70 Cent und 31,20 Cent netto und dürften nach Ansicht des Vizepräsidenten ihren Tiefststand erreicht haben.
Die Milchbauern sind jetzt allerdings mit einem anderen Problem konfrontiert, stellt Folgart fest. „Die Kosten für Futtermittel haben sich im Juli drastisch erhöht. Besonders deutlich ist der Preisanstieg bei Getreide und den Eiweißkomponenten.“ So seien die Preise für Sojaschrot von Januar bis Juli 2012 um fast 50 % gestiegen, die Tonne koste jetzt etwa 500 Euro netto im Schnitt. Die Ursache dieses Preisanstieges liege im knappen Angebot, verursacht durch schwierige Witterungsbedingungen in den Hauptanbaugebieten.
Die gestiegenen Futtermittelkosten führten trotz der positiven Preiserwartungen zu einer Situation, die die Milchbauern in Bedrängnis bringe, erklärte der DBV-Vize. Deshalb müsse der Milchauszahlungspreis wieder nach oben. Ein Vorziehen der Kontraktverhandlungen zwischen Molkereien und Lebensmitteleinzelhandel im weißen Sortiment könne dagegen helfen. Damit könne die zuletzt deutlich verbesserte Situation auf den Milchmärkten kurzfristig auch die Milchbauern erreichen und die akute Kostenbelastung abfedern. Dies hatte zuvor auch der Verband der Milcherzeuger Bayern gefordert. (ad)
vgl.:
Milchpreise rutschen unter Niveau von 2010 (3.8.2012)
Gute Nachfrage nach Butter und Käse (1.8.2012)
Kontraktverhandlungen für Milch vorziehen (31.7.2012)
Unterschiede bei den Milchpreisen wachsen (31.7.2012)
Diskussion über neue Milchpreissysteme (30.7.2012)
Leserkommentare
[06.08.2012]
@ donnershag, nicht die Naschbesserung ist von Nöten - es geht darum derartige Kontrakte zu unterbinden!
von preuße
keine vorgezogenen Verhandlungen
[04.08.2012]
aber eine Nachbesserung der alten Verträge ist vonnöten, sonst sollte die Milch in bessere Verwertung gehen. Dann ist halt keine Milch für die Handelsmarken mehr verfügbar.
von donnershag
[03.08.2012]
Ich erwarte, das sich der LEH auch an für sich ungünstige Kontrakte zu unseren gunsten hält. Ergo darf der LEH auch auf die Einhaltung für sie günstiger Kontrakte beharren. Es muß darum gehen in Zukunft für uns vernünftige Kontrakte auszuhandeln - und da haben insbesondere unsere Geno-Molkereien meisdt nur maues erreicht.
von preuße
Ein vorziehen der...
[03.08.2012]
... Kontraktverhandlungen müsste man 1. dem Handel teuer abkaufen und würde 2. eine zu erwartende (USA) weitere positive Marktentwicklung ausblenden. Den Bauern wäre damit ein Bärendienst geleistet. Herr Folgart, lassen Sie´s lieber sein!!!
von sebontch
Lieber
[03.08.2012]
Herr Folgart. Bitte fordern Sie in Zukunft nichts mehr. Das macht ja der Milchversprüher Schaber!!!! hahahahahahahahahah
von huberf.
Wo war er denn?
[03.08.2012]
Ja wo war er denn der Herr Vizepräsident Folgart? Vielleicht hat er gerade erst jetzt festgestellt das die Milchpreise gesunken sind?
von meyerbuchklingen
Völlig unverständlich!
[03.08.2012]
Da stehen die Zeichen schon auf das alljährliche Herbst-Preishoch und gerade jetzt kommt Folgart aus den Tiefen des Milchsees heraus und verkündet eine Krise, derer man mit vorzeitigen Kontraktverhandlungen begegnen muss. Nun lasst doch erstmal die Preise steigen, dann kann man wieder Kontrakte schliessen. Aber nein, Folgart muss ausgerechnet jetzt die Preise herunterreden. Herzlichen Dank!!!
von detmarkleensang
So baut man kein Vertrauen auf! Warum taucht Folgart erst jetzt auf, wo es evtl. von selbst wieder bergauf gehen könnte?
[03.08.2012]
Was erwartet das U-Boot Folgart von neuen Kontraktverhandlungen? Warum taucht U-Folgart gerade dann aus den Untiefen der Milchpreisdelle auf, wo eine mögliche Besserung des Milchmarktes von selbst absehbar ist? Im März noch vollmundig zu behaupten bei der Milch sei alles Bestens, dann ist's ne kleine Delle im Milchmarkt und jetzt ist plötzlich Krisenstimmung, dass sogar Kontrakte (!) vorzeitig verhandelt werden sollen? Warum sollten die Marktpartner dem Anliegen des DBV zustimmen? Aus Nächstenliebe? Der DBV hat mit seiner Milchpolitik massiv Vertrauen verspielt! Mit solchen Aktionen, wie im vergangenen halben Jahr von U-Folgart, fördert der DBV nur seine Unglaubwürdigkeit wirklich etwas erreichen zu wollen.
von helmut_ehrlicher
lieber Herr Folgart dafür ist es fats schon zu spät.
[03.08.2012]
Bis er reagiert und der LEH die Preise durcheicht ist es owieso schon Mitte September oder Anfang Oktober! Da macht einer wieder viel heiße Luft in einem hat e Recht KF ist exorbitant egstiegen und wird´s auch weiterhin wohl noch tun. Was sagte letztens einer "Gas geben!"!!!"
von Friesenkuh
vielleicht...
[03.08.2012]
...spricht man sich besser vorher ab und dann mit einer Stimme und nicht jeder Verbandschef für sich.
von blabla
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