[17.08.2012]
Folgart, Boer, Keijsers und Stöcker
Die Perspektiven am Milchmarkt, die Veränderungen in der Molkereilandschaft in Deutschland und den Niederlanden sowie die vertraglichen Beziehungen der Molkerei zu ihren Milchbauern gehörten zu den wichtigsten Themen eines Meinungsaustausches von DBV-Milchpräsident Udo Folgart mit der Führung der Molkereigenossenschaft FrieslandCampina in Amersfoort in den Niederlanden.
Bei dem Gespräch wurde deutlich, dass die Fusion von Friesland und Campina eine schlagkräftige Organisation hervorgebracht habe, die jetzt den niederländischen Milchmarkt dominiere. Auch in Deutschland schreite die Konsolidierung auf dem Molkereisektor weiter voran. „Mit zunehmender Größe der Molkerei wächst die Herausforderung an die Mitbestimmung und die Kommunikation innerhalb einer Genossenschaft“, stellte Folgart fest. Der Milchpräsident forderte die Unternehmensführung auf, Gespräche mit den eigenen Milcherzeugern intensiv zu führen und diese bei den anstehenden Veränderungen mitzunehmen.
FrieslandCampina erklärte in dem Gespräch, dass das Thema Nachhaltigkeit in der Milcherzeugung und Milchverarbeitung zur Marktprofilierung immer wichtiger werde. Der Aufsichtsratsvorsitzende von FrieslandCampina, Piet Boer, betonte die Notwendigkeit, gesellschaftliche Anforderungen in der Unternehmensphilosophie aufzugreifen. Wichtig sei, das Thema Nachhaltigkeit aus der landwirtschaftlichen Praxis heraus zu definieren und es gegenüber dem Lebensmitteleinzelhandel und den Verbrauchern offensiv vertreten zu können. So werde z.B. bei FrieslandCampina aufbauend auf den QM-Milch-Audits ein Kriterienkatalog über die Nachhaltigkeit der Milcherzeugung auf den Höfen abgefragt.
DBV-Milchpräsident Folgart und der FrieslandCampina-Aufsichtsratsvorsitzende Boer vertraten in dem Gespräch gleichermaßen die Auffassung, dass sich die Milchviehhaltung in Nordwesteuropa dynamisch entwickeln werde. Neue Produktentwicklungen im Konsummilchbereich und in der industriellen Verarbeitung sowie die Erschließung neuer Exportmärkte werden sowohl die Milchbauern als auch die Molkereien von den Veränderungen auf dem Milchmarkt profitieren lassen. FrieslandCampina bereite sich auf den Wegfall der Milchquote im Jahr 2015 vor und rechne mit einem Anstieg der Milchproduktion, prognostizierte Boer. Die Molkereigenossenschaft sei auf diese Entwicklung durch ein ausdifferenziertes Produktangebot und den weiteren Ausbau internationaler Vermarktungswege gut vorbereitet. (ad)
Leserkommentare
Und ich sehe die Milcherzeuger in einem damischen Umfeld!
[20.08.2012]
Und das schon etwas länger. Aber wenns die Besserwisser besser Wissen als die eigenen Milcherzeuger dann ists ja juut.
von Ghostbusters
Wird Zeit
[19.08.2012]
Das er lukrative Posten aufgibt und mit eigenen Hände Arbeit sein Milchgeld verdient.Andere die Arbeit machen zu lassen da kann man Tönen.Oder machen nicht die Ausländer mit billigem Lohn SEINE Arbeit?? Das ist eine Frage keine Feststellung! Bin gespannt, auf Anworten!!!! So wie ich das sehe verdienen die ganz Großen Sie an der Spitze und die Vorstände der großen Milchwerke. Das sich die DLZ Omira die 2 cent weniger Milchgeld bezahlt auch noch als Leutturm darstellt ist für mich unbeschereiblich. 2 cent bei 30.000.000.000 was für ein Milchgeldverlust für die Bauern die bei den großén sind aber alle Milchwerke aufkaufen die sie kriegen können. Zugegeben es sind große (Leuch)türme allerdings ohne zu leuchten!!!!!! Die Augen aufmachen !!!!
von elinge
[17.08.2012]
wenn der selbsterkorene milchpräsident Folgart,den milchmarkt für uns milchbauern retten will,dann kann man auch gleich den fuchs die gänse hüten lassen....
von heike comeback
Peinliche Vorstellung, Udo!
[17.08.2012]
Schon komisch wenn der Milchprinz des DBV den Ratschlag erteilt die Milcherzeuger mitzunehmen und auch noch etwas zur Mitbestimmung von sich gibt. Denn in diesen Punkten hat der DBV alles falsch gemacht, was man falsch machen konnte und hat damit selbst die Gründung des BDM heraufbeschworen und die Bauernschaft in die Spaltung getrieben. Die Molkereien freuen sich auf 2015. Die Kapazitätserweiterungen haben sie schon heute vom einbehaltenen Milchgeld finanziert um dann ab 2015 endlich noch mehr Rohstoff zu billigeren Preisen bekommen und verarbeiten zu können. So kann man den Weltmarkt erobern! Ja, die Molkereiwirtschaft profitiert garantiert von der Quotenabschaffung, die Bauern hierzulande bezahlen es, zum Teil mit ihrer Existenz.
von helmut_ehrlicher
Danke für diese Feststellung und ehrlichen Worte, Herr Folgart!
[17.08.2012]
"Der Milchpräsident forderte die Unternehmensführung auf, Gespräche mit den eigenen Milcherzeugern intensiv zu führen und diese bei den anstehenden Veränderungen mitzunehmen." Es war einmal, so scheint es, dass die Genossenschaftsmeiereien den Genossen Milcherzeugern gehörten. Mittlerweile ist es andersherum, wie Folgart anmerkt. Die Unternehmensführungen sollen intensive Gespräche mit den "eigenen" (!) Milcherzeugern führen... Ja ja, so weit sind wir, dass wir Milcherzeuger den Genossenschaftsmeiereien gehören. - "Herausforderungen an die Mitbestimmung"??? Schwaiger vom DMK hat es im Interview gesagt: Wer mitbestimmen will muss erst zur Schulung, dann erst darf er sich zur Wahl aufstellen lassen. Und die Genossen entscheiden darüber nicht!
von detmarkleensang
[17.08.2012]
Fortsetzung: rein rechnerisch kann der Verein sogar noch Meister werden; praktisch ist aber ein Jackpot im Lotto wahrscheinlicher. Theorie und Praxis sind eben immer noch zwei Paar Schuhe. Theoretisch sollten wir auch von den ganzen Entwicklungen am Milchmarkt und im Molkreisektor profitieren. Nur praktisch funktionierts bis heute nicht!!!
von preuße
[17.08.2012]
Ich Zitiere:"Neue Produktentwicklungen im Konsummilchbereich und in der industriellen Verarbeitung sowie die Erschließung neuer Exportmärkte werden sowohl die Milchbauern als auch die Molkereien von den Veränderungen auf dem Milchmarkt profitieren lassen." Wir sollen schon seit Jahren von Entwicklungen aller Art profitieren - nur sehe ich bis heute davon nichts; geschweige denn auch nur einen Euro. Bevor diese Schlipsträger immer wieder derart dummdämliche Kommentare loslassen, sollten sie mal versuchen mit ehrlicher Arbeit Geld zu verdienen, statt nur unnötig Stühle kaputtzusitzen.man stelle sich einen Fußballverein vor, der bei Saisonmitte noch keinen Punkt gewonnen hat, aber vorrechnet am Ende noch Meister werden zu können....
von preuße
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