Folgart verärgert über Untätigkeit der Politik

[27.02.2009]


Udo Folgart

In den vergangenen Wochen sind in vielen Regionen Deutschlands die Milchpreise auf ein Niveau zwischen 20 und 25 Cent zurückgefallen. DBV-Milchpräsident Udo Folgart sieht daher jetzt in erster Linie die EU-Kommission gefordert, zügig Maßnahmen zur Entlastung des Milchmarktes umzusetzen. "Die Kommission hat uns eine sanfte Landung versprochen", erinnerte Folgart. Die bereits beschlossenen Maßnahmen wie Intervention und Ausfuhrerstattungen müsse die Kommission seiner Meinung nach deutlich ausbauen. Darüber hinaus seien unmittelbar Konsum fördernde Maßnahmen notwendig. Hierzu gehörten die Gewährung von Beihilfen zur Verwendung von Milchpulver in Futtermitteln, aber auch die Unterstützung des Einsatzes von Butter zum Beispiel in Bäckereien oder in der Speiseeisherstellung. Konsequent dürften nur noch Milchprodukte in den Handel kommen, die auch aus Milch und nicht aus Imitaten hergestellt seien. Zudem erwartet Folgart von Brüssel ein breit angelegtes und schnell greifendes Schulmilchprogramm.

Angesichts der dramatischen Krisensituation, in der sich die Milchbauern befänden, sei es vollkommen unverständlich, weshalb die von Agrarkommissarin Fischer Boel angekündigten Finanzhilfen für den Milchbereich immer noch nicht positiv beschieden worden seien.

Doch auch die Bundesregierung müsse endlich konkrete Maßnahmen zur Existenzsicherung der Milchviehbetriebe umsetzen, wie z.B. eine deutliche Senkung des Agrardieselsteuersatzes, weitere Rentabilitäts- und Liquiditätshilfen sowie den Milchfonds, so der Vizepräsident des DBV.

Lesen Sie auch zum Thema Milchmarkt: Achler: "Milchbauern werden die Krise meistern" (26.2.09) Gottwald: "Milcherzeuger sollten Reserven locker machen" (26.2.09) Rohstoffwert bei 18,6 Ct (26.2.09) ZMP: Milchquote zu 97 % ausgenutzt (25.2.09) Kliem: "Kostenlose Schulmilch soll Milchmarkt retten" (24.2.09) Campina erwartet weiter sinkende Milchpreise (24.2.09) Heuser: "Exporterstattungen helfen nur kurzfristig" (23.2.09) Exportsubventionen für Milchprodukte angehoben (23.2.09)

Leserkommentare

18 Kommentar(e)
  • Keine Ahnung!!

    [02.03.2009]

    Noch vor ca. 10 Monaten forderte Herr Folgert eine Europaweite Saldierung der Milchquote. Was wiederum zu einem noch stärkeren Anstieg der Milchmenge geführt hätte,und somit der Preis jetzt noch tiefer wäre. Anmerkung: Zu Gunstregionen sind auch Länder mit billigen Arbeitskräften.

    von

  • Milchquote

    [01.03.2009]

    Wir müssen für die Milchquote demonstrieren. Ob dies der DBV oder der BDM am besten beide (wir sind schon klein müssen wir uns noch kleiner machen)tun ist egal. Das es geht zeigt Kanada,mit ihren Problemen,aber mit mehr Betrieben. Wenn wir dies nicht tun, sollten wir einsehen das die Milchproduktion in Gunstregionen abwandert Auser der Einzelbetrieb kann für 20cent ohne Verdienst Milch produzieren um in hoch Zeiten auch an der Milch Geld zu verdienen. Es wäre auch möglich das "sein" Bundesland in dem er wohnt auf seinem Grünland Milch halten will und eine Prämie bezahlt die dem Bauer es ermöglicht seinen Betrieb zu halten. Ich kann als DBV,BDM,Politiker,oder ich nur eines heute TUN, wenn ich es für viele tue, ist es unter Umständen auch für mich falsch, wenn ich das Ergebnis kenne.

    von elinge

  • Jetzt reichts

    [28.02.2009]

    Herr Folgart, Sonnleitner und Co: Treten Sie doch endlich zurück. Jetzt jammern, weil die Politik nichts unternimmt? Wieso kommen diese Worte ausgerechnet von Ihnen? Sie haben doch es immer so gewollt! Nur das dumme, das wir Bauern das ausbaden müssen!

    von stoabockal#001

  • Abdanken bitte!

    [28.02.2009]

    In Politik und Wirtschaft räumen die Verantwortlichen Ihre Posten, wenn sie noch viel kleinere Fehler gemacht haben. Durch diese Funktionäre des Deutschen Bauernverbandes wurde eine Entwicklung in Gang gesezt, die nun zusätzlich zur Wirtschaftskrise den globalen Milchmarkt aus den Fugen bringt. Die Schuldigen alleine in Brüssel zu suchen, reicht in diesem Falle ganz sicher nicht aus! Fischer Boel plagt das schlechte Gewissen, und zieht sich zurück!

    von gerdarras

  • Folgart

    [28.02.2009]

    Die Aussagen vom selbsternannten "Milchpräsidenten" Folgart sind eine Zumutung für alle Milcherzeuger und eine regelrechte Verhöhnung der Produzenten! Er sollte schleunigst seinen Hut nehmen! Im November war die Zeit, die Weichen richtig zu stellen und nicht, wie geschehen, den Karren sehenden Auges gegen die Wand fahren lassen!

    von juppup

  • Milchpreis wie in ihren Prognosen

    [27.02.2009]

    Ich erinnere nur daran wie der Bauernverband mit Herrn Isermeyer durch die Lande zog und uns vorgerechnen wollte der Quotenausstieg sei das Beste für uns. Er progostizierte (eigentlich einer der Rabobank)uns einen Milchpreis von 20 bis 27 Cent und das sei für uns günstiger als mit Quotenkosten belastet zu bleiben. Mit einer Milchpreisprognose von 20 bis 27 cent in Zukunft hat der DBV den Quotenausstieg beschlossen. Es ist absolute Verdummung jetzt die Schuld auf die Politik zu schieben, wenn ausgerechnet der DBV die Weichen so gestellt hat (und die Politik massiv beeinflußt) das genau dieser Preis am Ende rauskommen musste.

    von eifelperle0

  • Marktanreize?

    [27.02.2009]

    Was ist gut daran für uns Marktanreize zu schaffen um Bauern in anderen Ländern mit dem Geld in den Ruin zu treiben und ihnen ihrer Lebensgrundlage zu entziehen?

    von maenner

  • Misere hausgemacht

    [27.02.2009]

    Hallo Herr Folgart Sie und die anderen "Milchexperten"beim DBV sind doch schuld an dieser Misere,da nutzt es nichts jetzt auf die Politik zu schimpfen,die zuvor auf euch gehört hat und es zuläst,daß der Markt überfüllt wird.Ihr hättet es im November verhindern können.Jetzt wäre es besser abzudanken.Tschüß ihr Experten.

    von leimbach

  • Folgarts Schmarrn

    [27.02.2009]

    Wie kann es angehen, daß die Milcherzeuger als ein Teil in der Wertschöpfungskette existenzbedrohende Eigenkapitalverluste in dem System Markt immer wieder von den anderen Beteiligten aufgebrummt bekommen und der Bauernverband sagt dieses System ist gut für euch Bauern? Hä? Welches Verständnis von Marktwirtschaft bringen diese Herren im Bauernverband eigentlich auf? Angebot und Nachfrage ergeben den Markt. Wer den kontrolliert, auch wenn es nur eines der beiden Möglichkeiten ist hat sich äußerst marktwirtschaftlich aufgestellt. Dieses kategorisch auszuschließen zeugt von mangelndem Marktverständnis. Anstatt den Ernst der Situation selbst zu begreifen wälzt der Bauernverband wieder auf andere die Verantwortung ab. Die Herren Folgart, Sonnleitner und so weiter haben doch den Bauern ebenfalls so vollmundig die „sanfte Landung“ vorgebetet und haben alle anderen Lösungswege konsequent ausgeschlossen und sogar im letzten November aktiv verhindert. Es geht ihnen nur noch um das Behalten ihrer Pfründe und Vergütungen in den ach so vielen gut dotierten Pöstchen aller möglichen Gremien. Das steht schon lange über den Verpflichtungen ihrer Mitglieder. Anders lassen sich solche Missetaten und das Fortweisen von Verantwortung nicht erklären. Schade das man nur einmal austreten kann. Dafür kann man getrost beim Milchboard eintreten. Eine andere Lösung sehe ich nicht.

    von Gast

  • Sinkendes Schiff

    [27.02.2009]

    Nur keine Panik auf der Titanic, alles klar auf der Andrea Doria, alles im Griff auf dem sinkenden Schiff, volle Fahrt voraus auf das nächstbeste Schiff, mit offenen Augen wir schippen auf die weit sichtbaren Klippen und Käpt'n Sonnleitners Kommando erschallt: "Erst am Grunde des Meeres, da machen wir Halt.". :p

    von nohring

  • Marktanreize schaffen

    [27.02.2009]

    Was ist dagegen einzuwenden, wenn Marktanreizprogramme vom DBV-Milchpräsidenten gefordert werden? Schlimm und verantwortungslos ist, daß BDM-Landesvorsitzende z.B. in NRW fordern, auf Teufel komm raus zu produzieren, um die "Karre so richtig in den Dreck zu fahren". Ist das etwa seriöse Milchpolitik vom BDM?

    von naski

  • Sinkendes Schiff

    [27.02.2009]

    Nur keine Panik auf der Titanic, alles klar auf der Andrea Doria, alles im Griff auf dem sinkenden Schiff, volle Fahrt voraus auf das nächstbeste Riff, blinden Auges wir schippen in die weit sichtbaren Klippen und Käpt'n Sonnleitners Kommando erschallt: "Erst am Grunde des Meeres, da machen wir halt." :p

    von nohring

  • Bauern verärgert über Folgarts Politik !

    [27.02.2009]

    Erfolglose Manager, Politiker oder Verbandsfunktionäre müssen entweder selber, bei anhaltender Erfolglosigkeit, das Ruder abgeben oder sie werden abgewählt bzw. entfernt. Als Bauernverbandsmitglied stelle ich mir logischerweise die Frage: Was hat dieser "Milchpräsident" Udo Folgart den Milcherzeugern gebracht bzw. wo sind seine Erfolge? Ich kann dann länger intensiv nachdenken und grübeln es fällt mir wirklich nichts ein. In der Schule hätte der Lehrer gesagt "setzen Note sechs". Auch wenn Herr Folgart in einem Staat aufgewachsen ist in dem die Marktwirtschaft ausgeblendet wurde, so hoffe ich hat er doch inzwischen gelernt, dass es rein marktwirtschaftlich ist das Angebot dem Absatz anzupassen. Wenn selbst Herr Heuser vom MIV zu Recht sagt, dass man nicht an einer Mengenanpassung vorbei kommt dann hat der deutsche Milchpräsident in diesem Bereich eine Tabuzone. Es ist jedoch oft üblich, wenn man selber die Hausaufgaben nicht oder falsch erledigt hat, dass dann natürlich die Schuld anderen zugeschoben wird. Die Politik hätte die vorgesehenen, mengenreduzierenden Massnahmen mit Sicherheit akzeptiert wenn insbesondere Herr Folgart sich auch entsprechend dafür stark gemacht hätte. Sein Verhalten in dieser Frage ist hinreichend bekannt und bedarf keiner weiteren Erläuterung. Das jetzt wo die existenzgefährdeten Preise Realität geworden sind die Politik mit untauglichen Massnahmen, aus der Mottenkiste, den Brand löschen soll ist lachhhaft. Exportbeihilfen, Einlagerungen und andere Hilfen sind genauso einzustufen wie die Entscheidung bei einem Blinddarmdurchbruch mit Schmerztabletten zu helfen. Da ich kaum Hoffnung besitze, das bei dem "Milchpräsidenten" noch die Erleuchtung kommen wird ist es besser, dass der DBV eine Nachfolger aussucht, der nicht nur die Regeln von Angebot und Nachfrage versteht, sondern auch umsetzt. Eile ist jedoch angesagt, denn eigentlich ist es schon 5 nach 12.

    von Dieter Müller

  • Jetzt schon jammern,,

    [27.02.2009]

    Wir haben jetzt erst den Anfang der vom DBV hausgemachten Milchflut,,, Was will der selbsternannte Milchkönig den seinen Beitragszahlern erst im Mai erzählen??? Immer wieder der Spruch:"Die ANDEREN müssen jetzt aber !!" Ihr lieben Schulkinder trinkt bitte einen halben Liter mehr Milch,sonst nehmen unsere eu-Kollegen unsere Marktanteile weg! bitte,bitte gruss oliver

    von Gast

  • So ein geschwätz

    [27.02.2009]

    Herr Folgart. Wo waren Sie als die Politik sich bewegte? Es hieß, Gürtel enger schnallen. Machen wir auch noch. Wir melken jetzt mal ne Weile um Marktanteile zu gewinnen. Aber Sie Herr Folgart - Sie können abtreten in Sachen Milch samt und sonders DBV.

    von t.m

  • Warnen und Fordern

    [27.02.2009]

    Es ist und bleibt das gleiche mit dem DBV.Sonnleitner warnt vor zu niedrigen Erlösen sei es bei der Milch oder vor nicht langer zeit bei den Ferkeln.Jetzt fängt unser "Milchguru"an zu forden.Wann habt ihr es endlich begriffen,das euer warnen und fordern nichts bringt.Wir Bauern sollen Kosten senken,am besten fängt man beim Landvolkbeitrag an.

    von hotel77

  • Suppe auslöffeln

    [27.02.2009]

    Mit Hilfe unserer Berufsvertretung hat uns die Politik das alles eingebrockt, nun sollen Sie es auch wieder auslöffeln. "Weltmarktanteile",das Argument ist doch reine Verarsche!!!! :( Bauernverbandbeiträge kann man sich sparen.

    von steinerrudolf

  • Marktliberalisierer

    [27.02.2009]

    Jetzt rufen die Marktliberalisierer nach Hilfe von Staat und EU. In Bezug auf die Quote hat der DBV doch nach Minimalstaat mit Minimalregulierung und Minimalzuständigkeiten nach dem Motto der Markt machts gerufen. Und jetzt ist er verärgert über die Untätigkeit der Politik? Na so was! Wenn es so weiter geht (und davon ist auszugehen) werdet ihr vielleicht auch eines Tages erkennen, das weniger Angebot auch helfen kann.

    von nohring

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