Futtermittelindustrie fordert langfristige Rohstoffstrategie

[03.10.2012]


Ferkel am Futterautomat Ferkel am Futterautomat Die deutschen Mischfutterhersteller sorgen sich um ihre Rohstoffbasis. Die aktuell hohen Preise für Getreide und Futtermittel sind nach Einschätzung des Deutschen Verbandes Tiernahrung (DVT) nicht nur die Folge zeitweilig schlechter Ernten, sondern auch struktureller und dauerhafter Steigerungen der weltweiten Nachfrage.

Verbandspräsident Helmut Wulf forderte deshalb anlässlich einer Vortragsveranstaltung am vergangenen Donnerstag in Ulm mehr politische Unterstützung für eine langfristige Rohstoffstrategie und sieht diese als wichtigen Beitrag zur Standortsicherung für die Tierhaltung in Deutschland an. „Die Rohstoffknappheit ist zurück auf der Tagesordnung. Wir müssen über den Tellerrand der Wettermärkte hinausblicken und uns dauerhaft darauf einstellen, dass der Rohstoff- und Futtermittelbedarf weltweit wächst sowie europäische Abnehmer mit anderen Nachfragern immer stärker um Agrarrohstoffe konkurrieren müssen“, betonte Wulf.

Bestärkt sehen konnten sich die Futtermittelhersteller in ihrer Forderung durch die Ausführungen des Berliner Agrarökonomen Prof. Harald von Witzke, der ein weiterhin sehr starkes Wachstum der weltweiten Nachfrage nach Nahrungsmitteln bei begrenzten Anbauflächen prognostizierte. Auch angesichts knapperer Wasserressourcen, einer zunehmenden Produktion von Nichtnahrungsgütern, steigenden Energiepreisen und des Klimawandel rechnet von Witzke mit einem weiteren Anstieg der Weltmarktpreise für Agrarrohstoffe.

Der Präsident der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG), Carl-Albrecht Bartmer, sieht ebenfalls erhebliche Chancen für den Agrarsektor bis 2025 und die Notwendigkeit, die nachhaltige Produktivität der knappen Faktoren erheblich zu steigern. Gleichzeitig warnte Bartmer aber vor zuviel Optimismus: Es könne durchaus sein, dass eine prinzipiell große physische Nachfrage nach Agrarprodukten existiere, diese sich aber aus finanzwirtschaftlichen Gründen auf den Märkten nicht artikuliere. (AgE)

Leserkommentare

3 Kommentar(e)
  • Chancen wäre eine Eiweißstratgie in der Tat,

    [04.10.2012]

    nur ob die grüne Mainstreamlobby da mitmacht? Deshalb Mitglied werden in BUND und NABU und mitreden, einfordern, durchsetzen für unsere Bauern. Ich verpflichte mich gerne zum Anbau von "gentechnikfreien Futtermitteln", wenn ich nur meine Fläche nicht stilllegen muss, denn ich brauche Humusbildner für meine Fruchtfolge. Da kämen mir Eiweißpflanzen gerade recht, vorausgesetzt es rechnet sich auch!

    von massa04

  • Da wärs mal Zeit für ne Eiweißstrategie

    [03.10.2012]

    Das ach so verteufelte "Greening" der EU Agrarpolitik bietet auch Chancen! Nur immer dagegen sein, nur weil es sich zu grün anhört ist ein fataler Fehler !!!!

    von Hardthof

  • "Die deutschen Mischfutterhersteller sorgen sich um ihre Rohstoffbasis."

    [03.10.2012]

    Na, eher sorgen sie sich wohl um ihre günstige Einkaufsbasis. Schon schlimm, wenn man mal tiefer in die Tasche greifen muss. Dem muss natürlich entgegen gewirkt werden. Mit "Rohstoffknappheit" zu argumentieren ist da allerdings ein starkes Stück. Ja, die Nachfrage mag wohl steigen. Aber knapp ist es deshalb noch lange nicht. Aber ein günstiger Zeitpunkt für die Rohstofflieferanten, basierend auf der steigenden Nachfrage und ohne Produktionsverzicht, sondern ausschliesslich über ein kurzzeitiges Aussetzen des Produktionswachstums, endlich dauerhaft kostendeckende Preise zu realisieren. Auch der Deutsche Verband Tiernahrung muss sich dem Markt mitsamt Angebot und Nachfrage und einhergehender Preisbildung stellen. Nicht nur die Bauern!

    von detmarkleensang

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