[31.12.2009]
Die Interessen von Schweinehaltern und Verbrauchern treffen immer öfter aufeinander. Während Landwirte durch den zunehmenden wirtschaftlichen Druck gezwungen sind, ihre Bestände zu erweitern, laufen Teile der Bevölkerung Sturm gegen große Stallbauvorhaben. Große Schweineställe belasten die Umwelt, zerstören das Landschaftsbild und die Haltungsbedingungen sind tierfeindlich, so der Vorwurf von Tier- und Umweltschützern. Die Realität indes sieht anders aus, erklärt Marcus Arden von der Zeitschrift Schweinezucht und Schweinemast SUS.
Seiner Meinung nach geht es den Tieren in einem neuen Stall besser, weil neue EU-Vorgaben umzusetzen sind. Schweine haben heute mehr Platz und Licht als in vielen "alten, dunklen Buden". Neue Standorte würden sorgfältig ausgesucht. Zudem würden Natur- und Landschaftsschutz bei Genehmigungen heute eine wichtige Rolle spielen. Auch Abluftfilter wären immer öfter Pflicht. Abgesehen davon seien neue Großanlagen sicher. So müssen zum Beispiel Güllebehälter\ gegen Leckagen gesichert und kostenaufwendig überdacht werden. Und die Gülleverwertung muss durch langfristige Abnahmeverträge nachgewiesen sein.
Dass Landwirte bei aller Rücksicht auf den Naturschutz auch ihre Produktionskosten im Auge behalten müssen, versteht sich laut Arden von selbst. Auch in dieser Hinsicht biete der Bau großer Stalleinheiten Vorteile. "Pro Platz ist der Stall günstiger zu erstellen. Außerdem sinken die Vorkosten, wenn später ein kompletter LKW beladen wird, und für 400er-Ferkelgruppen werden höhere Zuschläge bezahlt", erklärt der Schweinefachmann. Auch nicht vergessen werden dürfe, dass eine Investition in einen neuen Sauen- oder Maststall Arbeitsplätze erhält und neue schafft. So bleibe Wirtschaftsleistung in der Region. Gerade in Krisenzeiten ist das ungeheuer wichtig. "Ist der Standort genehmigungsfähig und wird gegen keinerlei Umweltauflagen verstoßen, tun Landwirte bei einem Stallbau nichts Verbotenes", beruhigt der Schweinehalter seine Berufskollegen. Wer sich an die EU-Vorgaben hält, handele korrekt und gesetzeskonform. Das sollten (müssten) auch die Tier- und Umweltschützer akzeptieren, die die Grenze der Legalität überschreiten, indem sie illegal Videos in Ställen aufnehmen, diese zweckentfremden und damit Schweinehalter öffentlich diffamieren.
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Leserkommentare
Größenwahnsinn
[02.01.2010]
Hallo,und wer soll das viele Schweinefleisch essen? Die Länder im Osten rüsten selber auf, mit der Schweinefleischerzeugung, reduzieren ihre Einfuhren aus der BRD, immer größer und noch größer, ein Wahnsinn meiner Meinung nach, die kleineren will man nicht mehr haben, das Ganze bringt kein gutes Ende. Gutes 2010.
von rocky123
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