[13.08.2012]
Ausbildung
Angesicht des an Schärfe zunehmenden Wettbewerbs um geeigneten Nachwuchs muss die Landwirtschaft nicht nur ihre Öffentlichkeits- und Informationsarbeit, sondern auch ihre bildungspolitische Arbeit noch weiter verbessern. Darauf weist der Bildungsbeauftragte des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Hans-Benno Wichert hin. Der Berufsstand arbeite verstärkt daran, qualifizierte junge Menschen nicht nur für die „grünen“ Berufe zu gewinnen, sondern sie auch optimal zu qualifizieren und längerfristig zu binden, erklärt Wichert. Der Einsatz modernster Technik, die strukturelle Weiterentwicklung der Betriebe sowie die markt- und qualitätsorientierte Arbeitsweise der Landwirtschaft hätten die beruflichen Anforderungen an die Erwerbstätigen erhöht. Entsprechend stiegen auch, abhängig von den veränderten Ansprüchen der Märkte und der Verbraucher, die Anforderungen an die landwirtschaftlichen Fach- und Führungskräfte. Diese Professionalisierung, die auch in der Industrie, im Handwerk und im Handel voranschreite, führe gemeinsam mit dem demographischen Wandel zu einem verschärften Wettbewerb um den Nachwuchs, resümiert Wichert.
Wie DBV-Referent Dr. Peter Pascher ausführt, wird der Handlungsbedarf durch die jüngste Landwirtschaftszählung untermauert, derzufolge ein großer Teil der Inhaber landwirtschaftlicher Betriebe in einem Alter ist, in dem die Hofnachfolge ansteht. So seien 67 % der bäuerlichen Einzelunternehmer über 45 Jahre alt; von ihnen hätten erst 31 % einen Hofnachfolger. Landwirt Wilhelm Müller, dessen Familienbetrieb in Bayern beim diesjährigen Deutschen Bauerntag in Fürstenfeldbruck zum Ausbildungsbetrieb des Jahres ausgezeichnet wurde, betont im „Aktuellen Interview“ mit der dbk, dass es bei der Ausbildung nicht nur darum gehe, den Auszubildenden Wissen weiterzugeben, sondern dass man im Gegenzug auch viel von ihnen zurückbekomme. Müller wörtlich: „Sie unterstützen uns nicht nur in der täglichen Arbeit, sondern erweitern auch tagtäglich meinen eigenen Horizont. Ausbilder sein hält jung.“ AgE
Leserkommentare
Lohndumping!!!
[13.08.2012]
Solange viele Betriebe günstige osteuropäische Arbeitskräfte einsetzen. solange Betriebsleiter 70 Stunden und mehr die Woche arbeiten ohne Vollkostendeckung oder gar Unternehmergewinn. Solange teilweise deutlich unter 10 € für Arbeitskräfte in der Stunde bezahlt wird. solange wird der Beruf des landwirtschaftlichen Mitarbeiters immer unattraktiver weden. Wer jetzt wieder von fairen Preisen redet hat immer noch nichts verstanden!
von landfuerst
Attraktiv
[13.08.2012]
ist ein Beruf erst dann, wenn das Verhältnis Arbeit und Bezahlung in einem guten Verhältnis steht. Als Folge von "immer mehr - immer billiger" entwickelt sich unsere Landwirtschaft leider weiter zu einem Billiglohnsektor. Faire Preisen für landwirtschaftliche Produkte sind eine elementare Voraussetzung für die Zahlung von fairen Löhnen an qualifizierte und motivierte Mitarbeiter. Wer sich aber nur über Kostensenkung und nicht über eine verbesserte Wertschöpfung in der Produktion definiert, wird dieses Ziel nicht erreichen können.
von Kirsten Wosnitza
Getreu nach dem Motto!
[13.08.2012]
Wie schon die letzten 2 Generationen " Und der Dümmste wird Bauer"!
von Ghostbusters
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