Heutiger Fleischkonsum nicht mehr lange aufrechtzuerhalten?

[29.08.2012]


Vieh in Afrika Vieh in Afrika Der Fleischkonsum, wie wir ihn heute kennen, soll nicht mehr lange so aufrecht erhalten werden können. Stattdessen wird Fleisch zum Luxusprodukt. Das meinen zumindest Forscher des Stockholm International Water Institute (Siwi) anlässlich des weltweiten Wassertages in ihrer neuen Studie. Verantwortlich dafür sei der wachsende Fleischkonsum in den Schwellenländern nach westlichem Vorbild, das Wachstum der Weltbevölkerung und die zunehmende Wasserknappheit.
 
Wie der Spiegel aus der Studie zitiert, nimmt die Weltbevölkerung bis zum Jahr 2050 von heute 7 auf 9 Mrd. Menschen zu. Es gebe jedoch auf den derzeit verfügbaren Ackerflächen schlicht nicht genug Wasser, um sie mit dermaßen viel Fleisch zu ernähren. Denn die Landwirtschaft verbrauche rund doppelt so viel Wasser wie alle anderen Aktivitäten der Menschheit zusammen. Dabei habe die Fleischproduktion wiederum den höchsten Wasserverbrauch. Die Herstellung eines einzigen Kilogramms Schweinefleisch verschlingt rund 10.000 Liter.
 
Gerade noch so möglich sei die Fleischernährung aller Menschen, wenn der Anteil tierischen Proteins von heute 20 auf 5 % sinken würde. Dafür sei aber ein gut organisiertes und verlässliches System des Lebensmittelhandels notwendig, das es nicht gibt. Beispielsweise funktioniert es ja heute schon beim Getreide nicht. Denn eigentlich gibt es schon heute genug Getreide, um noch weit mehr als 9 Mrd. Menschen zu ernähren. Doch mehr als die Hälfte des Getreides wird zu Viehfutter und Biosprit verarbeitet oder landet im Müll, so die Wissenschaftler. 925 Mio. Menschen würden unter Mangelernährung leiden.
 
Weitere Probleme sind der wachsende Energiebedarf der Menschheit - der in den kommenden Jahrzehnten voraussichtlich drastisch steigen wird - und die globale Erwärmung. Dass es den Menschen gelingt, den Treibhauseffekt zu dämpfen, halten die Schweden ebenfalls für sehr unwahrscheinlich. Daher wird es nach ihrer Ansicht künftig immer öfter Dürren, Stürme oder schwere Regenfälle geben, die die Getreidepreise in die Höhe treiben.
 
Das Bild, welches die Wissenschaftler zeichnen, ist daher recht düster. Neue Ackerflächen könnten irgendwann nicht mehr erschlossen werden und schon jetzt gebe es deutliche Anzeichen, dass der ständig steigende Ressourcenbedarf die Technologie überfordert - und am Ende auch den Planeten. Nach Berechnungen des Forscherverbands Global Footprint Network verbraucht die Menschheit derzeit eineinhalbmal so viele Ressourcen, wie die Erde bereithält. Der kommende Wassermangel leiste sein übriges dazu, zitiert der Spiegel. (ad)

Leserkommentare

17 Kommentar(e)
  • Ja was denn nun?

    [29.08.2012]

    Seit mindestens 20 Jahren erzählten uns dieselben Leute (Grüne, Umweltschützer, Weltverbesserer,...), dass die subventionierten und auf den Weltmarkt geschmissenen Lebensmittel die Eigenproduktion der Bauern in den Dritte-Welt-Ländern verhindern und dadurch Hunger produzieren würden. Doch nun plötzlich ist alles genau umgekehrt: Nahrung wäre genug vorhanden, nur verursachen Biogasanlagen, Biosprit und neuerdings auch die Viehhaltung/Fleischproduktion bei uns ein die Ernährung der Welt. Was denn nun? Mindestens einmal - entweder vor Jahren oder heute - belügen und verdummen sie die die Menschen maßlos. Und unsere tolle Presse merkt nichts davon und verbreitet das auch noch alles genüsslich. Bringt ja prima Schlagzeilen!

    von WolfHans

  • wir brauchen mehr.....

    [29.08.2012]

    .....kluge leute die schwachsinn schreiben....

    von simson09

  • wassermenge

    [29.08.2012]

    es ist unbestritten dass wir in der modernen landwirtschaft zuviel wasser verbrauchen,jungtiere aufziehen,muttertiere,stallreinigung,dünger,einfach alles.aber auch die fleischverarbeiterbrauchen viel wasser,das alles wieder gereingt werden muss.wir müssen aufhören den istzustand immer zu verteidigen,die grossen profiteure sind sowieso nicht wir.unsere gesellschaft verändert sich ob das uns passt oder nicht,und dann sollten wir uns vielleicht auch ein bisschen bewegen,

    von juerg1962

  • Werden da die hochbezahlten Forscher nervös?

    [29.08.2012]

    Politiker, Wissenschaftler und andere Experten haben es über 30 Jahre gemeinsam geschafft, dass die Preise für Nahrungsmittel die Inflation gedämmt haben. Die aktuellen Preise z. B. für Rindfleisch sind zwar gestiegen, liegen aber immer noch unter dem Niveau, das die Landwirte vor 3 Jahrzehnten hatten. Kann es sein, dass diesen Leuten jetzt die Ideen ausgehen und sie mit großspurigen Argumenten noch versuchen die Preise einzudämmen? Sie werden jedoch weder den Fleischkonsum weltweit abschafffen bzw. stark reduzieren, noch wird die Energieerzeugung aus Bodenerzeugnissen wieder rückgängig gemacht werden. Warum kann man nicht akzeptieren das auch den Landwirten steigende Preise zustehen?

    von Dieter Müller

  • Der Ausweg Insekten essen!!!

    [29.08.2012]

    Da müssen halt andere Wege gegangen werden um die Proteinversorung zu sichern.Die FAO,ja sogar die Fernsehsendungen zur besten Sendezeit wollen uns das neue unabänderliche Schmakhaft machen. Schöne neue Welt der Erneuerbaren die nicht mehr in unerschöpflicher Menge da sein wird.So wie wir es bisher gewohnt waren!!!! Zumindest die letzten 60 Jahre.

    von elinge

  • Wassermenge?

    [29.08.2012]

    Nehmen wir an,eine Futterverwertung von 3:1 d.h.3kg Getreide.Bei einem Ertrag von 6Tonnen je Hektar braucht man dann 5m2 bei 800mm Niederschlag im Jahr ergibt das 4000 l . Aber wie bereits gesagt ,die Pflanze gibt das Wasser ja wieder ab! D.h. diese Zahlen beruhen aus Regionen mit Bewässerung.

    von topclaus

  • [29.08.2012]

    Kaum sind die Erzeugerpreise für Rindfleisch gestiegen versucht die Fleischmafia mit allen Mitteln den Markt zu schädigen.

    von heiko#001

  • Stimmungsmache, welche Lobbyisten sind da wieder am Werk?

    [29.08.2012]

    Wann kommt der Weltuntergang denn nun endlich? Hoffentlich sind dann die schlauen Forscher und Experten in einer Arche Noa sicher untergebracht, damit sie bei einem Neubeginn der Erde den gleichen Unsinn wie bisher weiter verbreiten können. Ein paar weniger würden auch ausreichen! Aber zumindest rechnen sollten sie können.

    von beernhof

  • An die Redakteure von Topagrar!

    [29.08.2012]

    Wenn Sie fast täglich fleißig solche Sensationsnachrichten in ihren Onlinebereich einstellen können, warum nehmen sie sich nicht einfach mal die Zeit über solche Inhalte nachzudenken? Es gibt auch Seiten der Tierhaltung, die besonders Menschen betrifft, die von Ihrem Hochglanzjournalissmus nicht erreicht werden. Vielleicht setzen sie sich einmal mit diesem Internetangebot auseinander ----http://www.togev.de/----- bitte das Video beachten! und berichten dann über die Menschen, die dort sehr viel erreicht haben!

    von Slowfoot

  • Erst kommt das Fressen und dann die Moral

    [29.08.2012]

    Solange wir genug haben werden wir uns doch nicht ernsthaft um die Probleme Hungernder kümmern. Unsere Katzen und Hunde leben ja besser als mancher Mensch in der Dritten Welt. Und alles soll ja noch viel tiergerechter werden. Von daher kann man diese Studie zwar ernst nehmen, aber sie wird nichts bewegen! Schauen wir mal was kommt...Gentechnik? mehr Hunger? Sojawurst (igitt, habe neulich probiert..)? Mit Sicherheit mitfühlende Worte für die Hungernden

    von landfuerst

  • Schwachsinn

    [29.08.2012]

    Grrrrr, 100kg Schweinefleisch,eine einzige Sau, würden dann 10.000 l x 100kg = 1.000.000 l Wasser (1 MIO) verschlingen. Die Erde wäre trockener als der Mars, und in den hohlen Birnen der Wissenschaftler wäre wenigstens Sand. 1kg Schweinefleisch enthält maximal 1 kg Wasser, Fleisch zählt jetzt mal nicht, wo ist der Rest der 9.999 l? Liest denn bei TA niemand den Schwachsinn der kommentarlos dann in der führenden landwirtschaftlichen Fachzeitschrift veröffentlicht wird? :( MfG

    von Karl Wunder

  • Tja...

    [29.08.2012]

    ...rechnen will gelernt sein, dazu muss man die Ausgangsgrundlagen kennen und einiges an Naturwissenschaft beherrschen. Klar ist wohl, dass die Forschergruppe, die sich am wichtigsten macht, am ehsten in den Genuss von Finanzmitteln kommt. Das war schon 1985 beim Waldsterben so. Die Förster haben geschrien, von den Grünlandleuten hat man nichts gehört, also fiel der saure Regen nur auf den Wald und nicht auf die Wiesen.

    von futtersilo

  • Standortangepasst

    [29.08.2012]

    Die landwirtschaftliche Bewirtschaftung muss dem Standort angepasst sein. Besonders in Regionen mit wenig Niederschlag,darf nicht mehr Wasser "verbraucht" werden, als nachkommt. Die Steppenregionen der Welt sind dafür ein gutes Beispiel. Mäßige Tierhaltung ist dort möglich, aber intensiver Ackerbau führt zur Wüstenbildung.

    von user10

  • Wasser geht nicht verloren.

    [29.08.2012]

    Schließlich sind wir hier nicht auf "Dune". Und selbst dort wurde das Wasser nur gesammelt und im verborgenen gespeichert. Das große Teile der Menschheit über Ihren Verhältnissen lebt, dürfte wohl fast allen klar sein. Das hier aber wieder mit reichlich Panik gearbeitet wird schätze ich auch. Klar funktioniert die Verteilung heute nicht. Bis vor wenigen Jahren waren ldw Erzeugnisse RAMSCHWAREN. Leider! Und so schnell baut man weltweit Vernetzte, schnell reagierende, große Mengen Transportierende Systeme auch nicht auf. Das dauert Jahre bis Jahrzehnte!

    von alorie

  • [29.08.2012]

    Natürlich verschlingt!!! Das Wasser welches auf die Futterfläche geregnet ist, ist für immer verloren, wusstest Du das nicht? Bist wohl kein studierter Forscher ;-)

    von meyenburg33

  • Wasserverbrauch?

    [29.08.2012]

    Aufgrund welcher Berechnungsgrundlagen, kommt es zu solchen Zahlen?

    von topclaus

  • Verschlingt?

    [29.08.2012]

    von Slowfoot

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