Hilfe wegen Trockenheit gefordert

[23.05.2011]


Viele Grünlandbestände sind völlig vertrocknet Die Trockenheit der zurückliegenden Monate lässt vor allem bei Getreide, Winterraps und Grünland gravierende Ernteausfälle erwarten. Das haben Ende der vergangenen Woche die Bauernverbände in Hessen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg betont und angesichts angekündigter Niederschläge darauf hingewiesen, dass auch bei Einsetzen eines „Landregens“ keine vollständige Erholung der Pflanzen vom Wassermangel mehr möglich sei. Vielmehr müssten die landwirtschaftlichen Betriebe jetzt durch die Einrichtung eines Hilfsprogramms oder der vorzeitigen Auszahlung der diesjährigen Betriebsprämie unterstützt werden.
 
Ohne ein Hilfsprogramm sei absehbar, dass viele Betriebe in massive Liquiditätsprobleme gerieten. Ein solches Programm müsse frühzeitig eingerichtet werden, um weiteren Schaden der betroffenen Höfe abschwächen und Liquiditätsproblemen entgegenwirken zu können.
 
Der Hessische Bauernverband (HBV) hob hervor, dass mögliche Erzeugerpreissteigerungen die zu befürchtenden Ertragseinbußen voraussichtlich nicht ausgleichen könnten. Daneben sorgten sich die Landwirte darum, die mit dem Landhandel oder den Raiffeisen-Genossenschaften abgeschlossenen Getreide-Lieferverträge wegen drohender Mindererträge oder Qualitätsverluste nicht einhalten zu können. Um trockenheitsbedingten Futterengpässen der rinderhaltenden Betriebe entgegenzuwirken, richtete der HBV kürzlich eine Grundfutterbörse für seine Mitglieder ein. 
 
Beim ersten Grasschnitt, der in Hessen vielerorts Mitte des Monats erfolgte, mussten die Bauern laut HBV Ernteeinbußen je nach Standort von 30 % bis 50 % hinnehmen. Mit Ertragsminderungen in diesem Umfang müsse außerdem bei Wintergetreide und -raps gerechnet werden. Diese zeigten gegenwärtig zu kleine Ähren beziehungsweise abgeworfene Schoten. Auch das Sommergetreide und der Mais entwickelten sich nur sehr spärlich. Teilweise gehe die Saat gar nicht auf. Der Landesbauernverband in Baden-Württemberg (LBV) berichtete, dass sich in Südwestdeutschland die Rapspflanzen infolge des Wassermangels während der Blüte oftmals nicht wie üblich verzweigt hätten und im Wuchs zurückgeblieben seien. Ferner stünden die Getreidebestände „vielfach ausgedünnt mit häufig reduziert ausgebildeten Ährenanlagen da“.

Leserkommentare

8 Kommentar(e)
  • Zur Trockenheit und den "Unternehmern"

    [26.05.2011]

    Wie kann ein das Wetterrisiko kennender Landwirt etwas was noch nicht in Sicherheit gebrachtes Erntegut schon verkaufen??? Liebe Kollegen fangt doch mal das Denken an! Was uns da vom Bauernverband entwickelt wurde mit der "Börse" war vor Jahrzehnten schon einmal der Untergang gewesen, führte dann zur Weltwirtschaftskrise, und wurde damals verboten!;und jetzt soll das wieder gut sein? Diese "Schweine etc.Börse" tätigt doch nur Scheingeschäfte an denen sich Verwaltende eine Goldene Nase verdienen, letztenendes muss doch die Gebühr dafür auch erwirtschaftet werden.

    von khelms

  • Re: Sind nun auch die Großbauern Unternehmer???

    [23.05.2011]

    Gejammert wird, wenn man den Artikel liest (wer lesen kann ist klar im Vorteil) in Hessen RP und BaWü, also den traditionell kleinstrukturierten Gebieten. Im Klartext geht es hier also wiedermal darum kleine Betriebe, zumeist unterhalb der Wachstumsschwelle, zu retten. Die ständige Neiddebatte gegen Betriebe, deren Betriebsleiter durch unternehmerisches Handeln, die Betriebe zukunftsfähig weiterentwickelt haben, ist geradezu widerlich. Merke: Neid muß man sich erarbeiten, Spott und Almosen gibt es umsonst!

    von klarseher

  • Immer noch nichts Verstanden!!

    [23.05.2011]

    Während ein gewerblicher Unternehmer sein Geschäft in schlechten Zeiten schließen kann (nach dem Motto :keine Öffnung des Ladens damit auch kein Verlust ) müssen Vieh haltende Betriebe und Biogasbetriebe den Betrieb aufrecht erhalten. Weil Kühe eben gemolken und gefüttert werden müssen.Da kann man nicht einfach alles still legen. Wenn diese Geschäfte immer noch bei geringerem Umsatz noch geöffnet haben machen Sie ja kein Verlust. Diese Trockenheit ist höhere Gewalt und nicht absehbar, aber es gibt halt immer noch Leute die gar nichts verstehen.

    von slb

  • Re: Und wer hilft beim Straßenbau?

    [23.05.2011]

    Wird diesen Geschäften etwa auch von den Kunden gesagt, was sie für ihre Waren bekommen??? Spricht man beim Straßenbau auch schon von Höherer Gewalt wie beim Wetter??? Haben diese Geschäfte auch im Vergleich zu anderen EU - Ländern mit viel schärferen Auflagen zu kämpfen??? Müssen sich diese Geschäfte auch nach Weltmarktpreisen richten??? Haben diese Geschäfte auch nur einen Stundenlohn ohne Förderung von 1,5 €??? Man sollte etwas genauer schauen, bevor man Vorurteile äußert. LG Lang Sepp

    von ljoeslayer

  • Immer noch nichts verstanden !!

    [23.05.2011]

    von slb

  • Immer noch nichts verstanden !!

    [23.05.2011]

    von slb

  • Und wer hilft beim Straßenbau?

    [23.05.2011]

    In unserem Ort ist der Straßenbau-Virus ausgebrochen. Die Straßen sind aufgerissen, die Bürgersteige kaum begehbar. Die Geschäfte in diesen Straßen haben Verluste von 30 bis 40 %. Wer gleicht diesen Verlust aus? Vielleicht kann die Landwirtschaft, die bekanntlich kontinuierlich gestützt wird, sich den Geschäften gegenüber solidarisch zeigen und auf einen Teil der Subventionen verzichten?

    von cubussus

  • Sind nun auch die Großbauern Unternehmer???

    [23.05.2011]

    Immer wenns gut läuft sind meist(Größere)Bauern Unternehmer die,die auch schlechte Preise wegstecken können. Jetzt wo sie nicht ihre Stärke der "Kostenführerschaft" präsentieren können jetzt müssen sie gerettet werden. Dürfen eigentlich nur kleine Betriebe den Weg des Strukurwandel gehen??? Volatile Märkte bieten nicht nur Chancen sondern auch große Risiken Wer jetzt 40% seiner "normalen" Ernte verkauft hat. Jetzt aber nur 40% seiner z.B. Grasernte einfährt und somit 40% mehr Mais hächseln muß plus 40 % die er von der normalen Ernte verfütterte hat nun 20% zuviel verkauft Nun diese Wetterlage ist nicht vorhersehbar nein sie ist eigentlich eine Katastrophe aber wir sollen "uns" ja auf den Klimawandel eimstellen somit ist das Wetter normal...

    von elinge

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