[11.08.2012]
Mähdrescher
Die unbeständige Witterung sorgt derzeit für eine gewisse Nervosität bei der laufenden Ernte. Mit ein Grund dafür sind aber auch die Kapriolen an den Märkten, wie das Landvolk bemerkt. Steigende Preise sind durchaus ein Grund zur Freude, für alle Landwirte sind sie zugleich jedoch ein erheblicher Kostenfaktor, schreibt der Verband in einer Presseinformation.
Ackerbauern freuen sich über die Getreidepreise. Sie zeigen in diesem Jahr erstmals zur Erntezeit aufgrund der weltweiten Wetterprobleme in wichtigen Erzeugerländern von den USA bis in die Ukraine in der Tendenz nach oben. Von „hohen“ Preisen kann allerdings auch hier laut dem Bauernverband nicht die Rede sein, denn mit Notierungen für den Novemberkontrakt 2012 an der Pariser Börse von um die 260 Euro je Tonne liege der Preis nahezu exakt auf dem Niveau des Jahres 1982. Vor 30 Jahren erhielten die Landwirte für dieselbe Menge Weizen im November etwas über 500 DM, Kaufkraftverluste und höhere Kosten zur Erzeugung des Getreide schmälern auf der anderen Seite den Gewinn.
Als echten Kostenblock müssen Tierhalter die höheren Getreidepreise einrechnen, weil sie das Futter verteuern. Auch andere Futterkomponenten wie Soja oder Ölschrote sind im Preis rapide angezogen und haben die Ration fürs Vieh kostbarer gemacht. Für Milchvieh und Mastschweine müssen die Landwirte um die elf Euro je Tonne mehr ausgeben, Ferkel- oder Geflügelhalter mussten im Juli gegenüber dem Vormonat noch etwas mehr einplanen, noch deutlich teurer war Milchpulver für die Kälber, heißt es.
Auch andere Produktionskosten, allen voran Energie, Dünge- oder Pflanzenschutzmittel sowie Löhne, würden höhere Erlöse wieder auffressen. In den Vieh haltenden Betrieben seien parallel zu den steigenden Kosten die Erlöse sogar gesunken, besonders hart treffe diese Situation zurzeit die Schweine haltenden Landwirte, so das Landvolk. (ad)
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