IG-Milch-Gründer kritisiert Schaber wegen Überschusslüge

[01.08.2012]


Leo Steinbichler Leo Steinbichler Der Mitbegründer der österreichischen IG-Milch, Leo Steinbichler, hat seine Kollegen, das EMB und den deutschen BDM in einem offenen Brief für deren jüngste Protestaktionen kritisiert. Wörtlich schreibt Steinbichler u.a. an BDM-Chef Romuald Schaber:
 
„Als einer der Gründer der IG-Milch ist es mir ein Anliegen, meine Meinung zur Aktion am 10. Juli 2012 vor dem Europäischen Parlament in Brüssel mitzuteilen.

Mit der Darstellung eines Milchsees und dass es derzeit zuviel Milch am Markt gibt, habt ihr doch nur die politische Lüge des Überschusses unterstützt! Der Fakt, dass in Europa die Quote um 6 % unterliefert wurde, bestätigt das Gegenteil. Und der Umstand, dass die Milchverarbeiter und die Politik auf Wunsch der Milchindustrie die Milchquote abschaffen will, bestätigt, dass der wertvolle Rohstoff Milch vermehrt durch Substitute und „Nahrungsergänzer“ aus dem Chemielabor ersetzt werden soll. Zweistellige Gewinnzuwächse statt „unguten“ selbständigen Bauern sind die angenehme Zukunft für die Konzerne. Molkereigenossenschaften sind die Hauptimporteure von Pflanzensprühsahne. Alleine damit werden in Österreich 30 000 Kühe ersetzt.
 
Als bitte bei der nächsten Aktion einmal einen „Betrugsee“ inszenieren, Palmölmargarine, Kunstkäse, Sprühsahne, Pangasiusfilet, usw. Wir haben bei Milch und Fleisch in Europa längst keine Eigenversorgung mehr, dafür liest man in den Bauernzeitungen verlässlich vom „Überschuss“! Unterstützt in Zukunft bitte diese Lüge nicht mehr“, so Steinbichler. (ad)

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Milchbauern drohen mit Milchvernichtung auf Feldern (31.7.2012)

BDM Milchsee Protestaktion

Leserkommentare

6 Kommentar(e)
  • Vergessen

    [01.08.2012]

    Und ich lieber Werni hab den Grund vergessen wieso der Milchpreis momentan so unter Druck ist und hab auch vergessen wieso gewisse Interessensvertreter nach Exportsubventionen schreien und ich hab auch vergessen wieso sich Molkereien über eine A und B Quote Gedanken machen, wenn doch die Milch knapp ist. Und lieber Werni, ich hab auch den Namen der Molkereigeschäftsführer vergessen, die eingestanden haben, dass wir ein Mengeproblem haben bzw. zu viel Menge am Markt ist.

    von nohring

  • Steinbichler

    [01.08.2012]

    Er spricht eine Problematik an die die BDM Größen vergessen haben.Bravo Herr Steinbichler!

    von

  • Wer ist Leo Steinbichler? Liebe topagrar, zu solch einem Artikel gehören auch journalistische Hintergrundinfos um die Person Steinbichler einordnen zu können!

    [01.08.2012]

    Für den schon oft angeeckten Leo Steinbichler (abgesetzter Vöcklabrucker Bauernkammerobmann) erfolgte 2007 der Ausschluß aus dem österreichischen Bauernbund und infolge auch aus der Landwirtschaftskammer von Österreich. Ein Jahr später erfolgte der Rückzug Steinbichlers aus der IG-Milch. Es hatte schon im Herbst 2007 Reibereien gegeben, weil Steinbichler eine schärfere Gangart gegen Molkereien und Agrarpolitik wollte. Steinbichler ist für seine Teamunfähigkeit und fürs Nachtreten weithin bekannt. Solch einer Person ohne weitere Hintergründe hier einfach als kritischen IG-Milch Gründer darzubieten hat mit journalistischer Gründlichkeit nicht viel gemein. Da könnte man auch gleich Erwin Schneiderbauer eine wöchentliche Kolumne zugestehen.

    von helmut_ehrlicher

  • Ooooooohhhhhh

    [01.08.2012]

    Wasser auf den Mühlen des BDM

    von ramsdorf

  • Ganz genau...

    [01.08.2012]

    ...beim letzten Milchstreik wurde schon fleißig Milch durch Kunstprodukte ersetzt, scheinbar haben das einige schon vergessen. Gute Aktion von Herrn Steinbichler.

    von blabla

  • Was hat der Überschuss am Markt mit dem Erreichen eines Quotenzieles zu tun?

    [01.08.2012]

    Wie sich die Milchquote nie nach dem Nachfragemarkt zu kostendeckenden Preise gerichtet hat, so richtet sich auch der Markt nie nach einer Quote. Das Argument, eine Quote, die demnächst abgeschafft werden soll, wäre noch unterliefert worden, hat mit den Verhältnissen am Markt rein gar nichts zu tun! Solche Äußerungen belegen leider nur, dass deren Vorbringer selbst gedanklich noch überhaupt nicht im Markt angekommen sind. Am Markt spielen nur 3 Dinge eine Rolle: Die Produktionsmenge, die Nachfragemenge und der daraus zu erzielende Preis. Das Argument, eine planwirtschaftlich festgelegte Quote wäre nicht erfüllt worden ist im Hinblick auf die Marktverhältnisse mehr als peinlich.

    von detmarkleensang

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