Schwachsinn: 7 - 10 % der eigenen Fläche für Infrastruktur vorhalten?

[24.08.2012]


Julia Klöckner Julia Klöckner „Wieso müssen immer die Bauern dafür herhalten, wenn ein Supermarkt auf der Grünen Wiese gebaut wird?“. Diese Frage stellte Milchbauer Johannes Thilmann der rheinland-pfälzischen CDU-Landesvorsitzenden  Julia Klöckner, die diese Woche seinen Hof in Spabrücken besichtigte. Hintergrund ist die Vorgabe, dass Landwirte künftig potenzielle Ausgleichsflächen für infrastrukturelle Maßnahmen wie die Errichtung von Neubaugebieten vorhalten sollen.

Wie die Allgemeine Zeitung aus Mainz berichtet, beträgt die vorzuhaltende Fläche nach Willen der EU 7 % des Landbesitzes, das Land wolle sogar 10 % verordnen. „Wenn das so weiter geht, fehlt uns die landwirtschaftliche Fläche, die wir zum Anbau von Nahrungsmitteln brauchen“, musste Klöckner eingestehen. Und Thilmann ergänzte, dass diese Verordnung zusätzlich die Verbraucher finanziell belasten werde, denn weniger Anbaufläche bedeute letztlich, dass die Lebensmittelpreise weiter stiegen.

Dass Landwirte auch noch für Windkraftanlagen Ausgleichsflächen vorhalten müssten, sei „Idiotie“, meinte auch die Vorsitzende des Landes-Landwirtschaftsausschusses, Christine Schneider, die sich zudem klar gegen Photovoltaikflächen auf wertvollem Ackerland aussprach. Brach liegende Flächen sollten eher noch für nachwachsende Rohstoffe genutzt werden, meinte Klöckner weiter. Allerdings sollte Ackerland vorrangig zur Erzeugung von Nahrungsmitteln dienen, danach für Futtermittel und dann erst für die Energieerzeugung, betonte die CDU-Politikerin.

Skeptisch sah Thilmann weitere Vorgaben der EU zur Bewirtschaftung seines Betriebes. So sei es normalerweise sinnvoll, einen mit dem Futtermittel „Luzerne-Gras“ bepflanzten Acker nach fünf Jahren umzupflügen. „Dann habe ich den besten Ertrag und wirtschafte ökologisch sinnvoll.“ Leider sehe er sich stattdessen gezwungen, den Acker ein, zwei Jahre früher umzubrechen, um zu verhindern, dass aus wertvollem „Acker“- rechtlich ein „Grünland“ werde, das von ihm nur noch eingeschränkt genutzt werden könne, kritisierte Thilmann. (ad)
 

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