[05.07.2012]
Baumwolle. Foto: David Nance
Gentechnisch veränderte Baumwolle bringt den Kleinbauern in Indien höhere Erträge und mehr Gewinn. Das haben Forscher der Uni Göttingen jetzt in einer Langzeitstudie festgestellt. Demnach würden die Pflanzen, die gegen bestimmte Schadinsekten resistent sind, durchschnittlich 24 % mehr Ertrag bringen als konventionelle Baumwolle. Und obwohl das Saatgut teurer ist, sei der Gewinn 50 % höher als mit normalen Sorten, so Studienleiter Matin Qaim. Resistenzen gegen diese Baumwolle in Schädlingspopulationen seien während der sieben Jahre andauernden Studie nicht aufgetreten.
Der Agrarökonom Qaim und seine Kollegen hatten über einen Zeitraum von sieben Jahren Daten zum Baumwollanbau in Indien erhoben. Dort seien mittlerweile rund 7 Mio. Baumwollbauern auf die gentechnisch veränderte Baumwolle umgestiegen, schreibt der Spiegel dazu. Bt-Sorten würden auf rund 90 % der gesamten indischen Baumwollfläche angebaut. Die in Indien gewonnenen Ergebnisse seien zwar nicht ohne weiteres auf andere gentechnisch veränderte Pflanzen und andere Länder übertragbar, räumte Qaim ein. Die Studie unterstreiche allerdings das Potential der Gentechnik für eine nachhaltige ländliche Entwicklung.
Kritiker bemängeln unterdessen die ungewissen Auswirkungen gentechnisch veränderter Pflanzen auf Umwelt und Artenzusammensetzung. Befürchtet wird etwa ein Genfluss zwischen kultivierten und Wildarten. Zudem habe man bei einigen Bt-Baumwollsorten regional Resistenzen der Schädlinge beobachtet. Zudem könnten sich Schadinsekten stärker ausbreiten, die den Einsatz von mehr Insektiziden nötig machten. Daher sei die Studie sicherlich kein Freibrief für die Gentechnikbefürworter, so der Spiegel abschließend. (ad)
Schorlemer Stiftung,
Kto.-Nr. 1700349035,
BLZ 380 601 86
Volksbank Bonn Rhein-Sieg eG
Alle Meldungen zum Hochwasser auf unserer Sonderseite. Mehr...
Leserkommentare
Frage
[06.07.2012]
Und warum haben so viele dieser Kleinbauern in Indien gerade nach dem Umstieg auf die Bt-Baumwolle Suizid begangen? Doch sicherlich nicht wegen der überfüllten Bankkonten. Also diese Darstellung der Uni Göttingen ist mir mehr als suspekt.
von LehrAgro
Studie über einen viel zu kurzen Zeitraum = keine Aussagekraft - Studie ohne repräsentativen Durchschnitt der Bevölkerung, bzw. in einzeln ausgewählten Familien = noch einmal keine Aussagekraft.
[05.07.2012]
Wer solche Studien in Auftrag gibt, bzw. bezahlt schafft an und erwartet für das Geld eine verwertbare Studie. Positiv bei dem Artikel ist, dass die Bedenken auch mit in den Text eingeflossen sind. Negativ ist aber die Überschrift, aus der ein schneller Leser falsche Rückschlüsse zieht. Zudem ein weiterer Beweis, dass die Wissenschaft nicht mehr ergebnisoffen forscht, sondern nur noch wissenschaftlich klingende Begründungen für das Establishment liefert.
von helmut_ehrlicher
[05.07.2012]
"Gentechnisch veränderte Baumwolle bringt den Kleinbauern in Indien höhere Erträge und mehr Gewinn. Das haben Forscher der Uni Göttingen jetzt in einer Langzeitstudie festgestellt. Demnach würden die Pflanzen, die gegen bestimmte Schadinsekten resistent sind, durchschnittlich 24 % mehr Ertrag bringen als konventionelle Baumwolle. Und obwohl das Saatgut teurer ist, sei der Gewinn 50 % höher als mit normalen Sorten, so Studienleiter Matin Qaim."""Und weil die alle so glücklich sind, bringen die sich in Scharen um. Tolle Forscher.
von yvain
Zum totlachen...
[05.07.2012]
"Alle acht Stunden bringt sich in einer indischen Agrar-Provinz ein Bauer um. Diese neue schockierende Statistik lenkt den Blick auf die Globalisierungverlierer in der Boom-Ökonomie: Indiens Landwirte leben in unfassbarem Elend - als letztes Mittel des Protests wählen sie den Selbstmord." Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/selbstmord-serie-tausend-indische-bauern-gehen-in-den-tod-a-446922.html So kann man auch die Wahrheit verdrehen!
von yvain
Kishor Tiwari
[05.07.2012]
der Präsident der landw. Interessenvereinigung VJAS in Indien kritisiert die "Deutsche Studie" als realitätsfern.Er hält eine Studie mit 533 landwirtschaftlichen Haushalten für nicht repräsentativ, da in Indien auf einer Fläche von 12 Millionen ha etwa 10 Millionen Bauern gentechnisch veränderte Baumwolle anbauen. Herr Tiwari hat die Verfasser der o.g. Studie in die Region Vidarbha eingeladen , in der mehr als 9000 Baumwoll-Bauern Selbstmord begangen haben und 100 Prozent der Gentechnik-Landwirte in Not leben.Denn Gentechnik-Saatgut kann bis zu 50% teurer sein, ohne den versprochenen Mehrertrag-und Gewinn. Das int. Forschungsinst.CICR sagt:GVO-Saatgut heisst teurer,mehr Pestizide+Dünger als bei konv. Saatgut. s.keine-Gentechnik.de
von paulin
Schliesse mich an:
[05.07.2012]
Oder den österreichischen Lk-Präsidenten Wlodkowski, der da sagte: "Kein Mensch will Gentechnik in der Landwirtschaft". Interessant ist, dass die oben im Artikel erwähnte Studie nur 7 Jahre andauerte. Wie sieht es denn nach 7 Jahren aus? Bei vielen gentechnisch veränderten Arten traten ungewünschte Effekte erst nach 7 Jahren auf, dann aber sich stetig verschmlimmernd. In den USA sind mittlerweile 6 Arten des Maiswurzelbohrers komplett immun gegenüber Bt-Mais. Monsanto ist, bis auf den Verkauf von reichlich Pflanzenschutzmitteln, ziemlich hilflos. Die Natur verweist Monsanto und dessen grüne Gentechnik in die Schranken: http://readersupportednews.org/opinion2/271-38/12182-nature-may-soon-overcome-monsanto
von detmarkleensang
Lob an top agrar,
[05.07.2012]
darüber, dass im Zusammenhang mit diesem Bericht auch der Bericht unter "weitere passende Inhalte" "Indien wirft Monsanto Biopatentpiraterie vor", gezeigt wird. Gruß Heiner Lohmann
von 1azorenhoch
Zum Schreiben eines Kommentars loggen Sie sich bitte ein!