[11.07.2012]
Dorf in Brandenburg
Der demographische Wandel droht die Kluft zwischen wachstumsstarken und strukturschwachen, dünn besiedelten Räumen zu vertiefen. Das geht aus dem Raumordnungsbericht 2011 hervor, den das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) veröffentlicht hat.
Ein Schwerpunkt des Raumordnungsberichts sind die Folgen des demographischen Wandels für die Infrastrukturauslastung: Zwar wachse derzeit in einem Großteil der Kreise im Süden Baden-Württembergs und Bayerns sowie im Westen Niedersachsens die Bevölkerung noch überdurchschnittlich; in weiten Teilen Ostdeutschlands und vereinzelt in strukturschwachen Räumen der alten Bundesländer habe sich jedoch die Schrumpfung der Bevölkerung verfestigt, heißt es in dem Bericht. Besonders betroffen seien in Ostdeutschland die ländlichen Kreise auch im Umland größerer Städte.
Die mit dem Bevölkerungsrückgang einhergehende Abnahme der Siedlungsdichte stelle vor allem dünn besiedelte ländliche Regionen bei der Versorgung mit Infrastruktur vor große Probleme. So fehlten vielerorts bereits heute Allgemeinärzte. Die Krankenhaus-Grundversorgung sei hingegen nach wie vor überall gut: Drei Viertel der Bevölkerung erreichen laut BBSR das nächste Krankenhaus mit dem Pkw innerhalb von 10 Minuten, 97,5 % innerhalb von 20 Minuten.
Weiter abgeschwächt hat sich dem Raumordnungsbericht zufolge die Flächeninanspruchnahme für Siedlungs- und Verkehrsflächen. Danach haben die Siedlungs- und Verkehrsflächen im Zeitraum 2007 bis 2010 insgesamt um 2,7 % zugenommen. Im Durchschnitt habe der Zuwachs 87 ha pro Tag betragen. Die Zunahme der Gebäude- und Freiflächen sei hingegen stetig zurückgegangen und liege inzwischen bei 30 ha pro Tag.
Am stärksten wachsen die Siedlungs- und Verkehrsflächen nach BBSR-Angaben in den dünn besiedelten Regionen außerhalb der Ballungszentren, dort vor allem am Rand kleiner Gemeinden. Gleichzeitig fielen viele Flächen und Gebäude in den Kommunen selbst brach. (AgE)
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