[07.07.2011]
Kofi Annan
Der ehemaligen Generalsekretär der Vereinten Nationen, Kofi Annan, hat vor zunehmender Kontrolle von Grund und Boden in Afrika durch ausländische Investoren gewarnt. Im Vorfeld der jüngsten Ministertagung der Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) bezeichnete es der Ghanaer als „sehr beunruhigend“, dass Hegdefonds und anderen Spekulanten in Afrika allein in einem Jahr Flächen gekauft hätten, die in etwa der Größe Frankreichs entsprächen. „Es ist weder gerecht noch nachhaltig, wenn Gemeinden Agrarland gestohlen wird oder für den Export produziert wird, wenn um die Ecke Hunger herrscht“, erklärte der Friedensnobelpreisträger.
Laut seiner Auffassung haben große gewerbliche Farmen durchaus Bedeutung, müssten ihre Aktivitäten aber in das Leben vor Ort integrieren und als Anlaufpunkt für Kleinlandwirte dienen. Deren Verbindung zu Wertschöpfungsketten solle verbessert werden. Den Großfarmen könnte hier eine Mittlerfunktion zukommen.
Annan forderte fairere Handelsregeln und äußerte sich kritisch zu Agrarsubventionen. Dabei verwies er auf die Daten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), wonach Jahr für Jahr umgerechnet rund 271 Mrd Euro an staatlicher Stützung für die Landwirtschaft fließen. Diese Summe sei laut Oxfam rund 80 Mal höher als die für Entwicklungshilfe im Agrarsektor gezahlten Gelder. Diese seien im Übrigen in den vergangenen zwei Jahrzehnten um rund 70 % gesunken. (AgE)
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