[11.02.2010]
Annähernd jeder zweite Schweinehalter in Nordrhein-Westfalen hat in den vergangenen zehn Jahren die Produktion aufgegeben. Wie die Landwirtschaftskammer NRW nach einer Auswertung der letzten Viehzählung feststellt, gab es im November vergangenen Jahres NRW-weit noch 10 700 Höfe, auf denen Schweine im Stall stehen. 1999 waren es noch über 20 000 Betriebe. Die Zahl der Schweine in nordrhein-westfälischen Ställen stieg im gleichen Zeitraum von 6,2 auf 6,47 Millionen. Auch im letzten Jahr sind die Schweinebestände erneut um 2,3 % gewachsen. Im November 2009 wurden rund 143 000 Schweine mehr gehalten als ein Jahr zuvor. Der durchschnittliche Tierbestand lag damit im vergangenen November bei 604 Schweinen je Halter, 5,6 % höher als noch ein Jahr zuvor. Besonders stark war der Strukturwandel bei der arbeitsintensiven Sauenhaltung. Hier ging die Zahl der Betriebe allein von November 2008 bis November 2009 um 9,4 % zurück auf jetzt nur noch knapp 3 900 Höfe, die Sauen halten, um Ferkel zu produzieren. Gegenüber 1999 hat sich der durchschnittliche Schweinebestand pro Hof von 307 auf 604 Schweine annähernd verdoppelt. Ursache des rasanten Strukturwandels in der Schweinehaltung ist nach Einschätzung der Landwirtschaftskammer insbesondere der knallharte europaweite Wettbewerb. Nur wer die Kostenvorteile größerer Einheiten nutzt, kann in diesem Wettbewerb noch wirtschaftlich produzieren. Hinzu kommt, dass die in den vergangenen Jahren stark gestiegenen Umweltauflagen für neue Stallbauten nur bei großen Einheiten wirtschaftlich zu finanzieren sind.
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Leserkommentare
Wir wollen keine Vorbilder sein
[11.02.2010]
Die Grundlage für den Weg in der Schweinehaltung wurde schon in den Achziger gelegt.Unser weg ist nun mal so. Es kann sich jeder Schweinehalter überlegen ob er so wachsen will es gibt genügend Varianten Schweine zu erzeugen. und ich möchte mal klarstellen von wegen Massentierhaltung wo fängt die an und wo hört sie auf?? Das fäng bei mir dann schon bei 20 Kühen oder 20 Schweinen an denn das ist auch eine Masse Tiere also als Landwirte sollten wir da wohl etwas vorsichtiger um gehen. Und es gibt auch bei Milchviehhalter Betriebe die mehr Antibiotika einsetzen. Ich bin nach eurer Ansicht auch so einer. Aber es gibt große Betriebe die auch anders Arbeiten!!!!!! Und wir sind wohl ehr Arbeitgeber als das wir Arbeitsplätze vernichten und wer sagt denn das der Betrieb der mit schweine aufhört auch mit der Landwirtschaft aufhört. Guckt euch mal lieber die Statistik an wieviele Schweine pro Betrieb in Deutschland gehalten werden. Da sind wir großen Betriebe mit über 350 Sauen und über 1000 Mastplätzen wohl ehr die Unterzahl. Wenn ihr das mit eurer Milchwirtschaft anders könnt dann glückwunsch. Aber bis jetzt sieht man davon nichts.
von sauenhalter
Welche
[11.02.2010]
unsichtbare Macht zwingt sie nur zu diesem Handeln...? :x Wer rettet die armen Tiere und deren Halter vor dem Untergang...? Wer rettet nur unsere Welt vor der Marktwirtschaft...? :?
von marmelade85
Gute Arbeit DBV
[11.02.2010]
Bald hat der DBV die Milchbauern auch soweit. Wir befinden uns auf der Ziellinie! Tolle Interessenvertretung
von wartsteigerhof
VERLIERER
[11.02.2010]
die zahl der halter hat sich halbiert,die zahl der schweine in den ställen hat sich verdoppelt. na bravo, doch wem soll man gratulieren ? WER freut sich ???? die schweine freuen sich bestimmt nicht ,denn trotz immer höherer hygienemassnahmen, ist der verbrauch von antibiotika doch eher gestiegen !! ich glaube nicht, dass ein glückliches schwein dem anderen das schwänzchen anknabbert .diese schweine haben FRUST. die schweinehalter dürften sich auch nicht freuen, denn finanziell stehen sie heute nicht besser da als vor dem gr.strukturwandel. der arbeitsmarkt freut sich auch nicht -es sind arbeitsplätze vernichtet worden. der verbraucher wird sich auch nicht freuen ,denn eigentlich will er keine massentierhaltung. zugegeben, in der aldikühltheke ist das elend nicht so allgegenwertig. dieser artikel verdeutlicht sehr ,wo wir milchviehhalter noch hin sollen. wer will das ? der handel. und der DBV sieht sich nicht in der lage,uns DAVOR zu bewahren. diese art von industrialisierung der milchkühe ist mit uns nicht machbar,denn es gibt dabei nur verlierer. zum besten des ganzen
von ernst.riedel
Schweine Vorbild für Milcherzeuger?
[11.02.2010]
Innerhalb von 10 Jahren hat sich die Zahl der schweinehaltenden Betriebe halbiert. Deutlicher geht es nicht. Die Schweinehaltung ist weder lukrativ noch attraktiv genug, um Betriebe in dieser Branche zu halten. Die Alternativen in anderen Sektoren ist schlichtweg besser. Insofern ist es überhaupt nicht nachzuvollziehen, warum die Schweinehalter (speziell von den Sauenhaltern ganz zu schweigen) immer wieder als Vorbild präsentiert wird. Was ist das für ein positives Zukunftsbild, welche Chancen des "freien Marktes" sind hier gemeint, wenn innerhalb von nur 10 Jahren gerade mal die Hälfte der Betriebe noch übrig ist?
von Kirsten Wosnitza
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