Landwirtschaft muss sich aus der „Informations-Sackgasse“ befreien

[10.09.2012]


bartmer rukwied Cal-Albrecht Bartmer Der Präsident der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG), Carl-Albrecht Bartmer, sieht die deutsche Landwirtschaft in einer „Informations- Sackgasse“, aus der sie sich möglichst schnell befreien sollte. „Die Landwirtschaft hat die Gesellschaft bei der Modernisierung ihrer Branche nicht mitgenommen“, erklärte Bartmer auf den DLG-Unternehmertagen am vergangenen Mittwoch in Mannheim. Diese Gesellschaft wisse nicht, „dass wir mit moderner Technik und neuesten Erkenntnissen aus Wissenschaft und Praxis die Produktivität knapper Faktoren zu ihrem Nutzen steigern und dadurch zum Nutzen von Landschaft und Biodiversität beitragen“. Akzeptanz werde die Landwirtschaft nur dann erreichen, wenn sie in die Kommunikation mit der Gesellschaft intensiviere. Hier habe die Branche eine Bringschuld, so Bartmer.
 
Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwied, rief die Landwirte ebenfalls zu einer verstärkten Kommunikation mit der Gesellschaft und mit Meinungsträgern auf. „Kommunikation ist in unserer heutigen Mediengesellschaft mit ihrer hohen Informationsflut eine Verpflichtung für jeden landwirtschaftlichen Unternehmer", betonte Rukwied. Die Landwirte in Deutschland besäßen die notwendige Kommunikationskompetenz und würden in der Bevölkerung als authentisch und vertrauenswürdig wahrgenommen.
 
Laut Rukwied gibt es in der deutschen Wirtschaft nur wenige Branchen, deren Themen die Verbraucher so interessierten, aber auch so emotionalisierten wie die der Land- und Ernährungswirtschaft. Bereits heute seien nach den Vorstellungen der Gesellschaft die Bereiche technischer Fortschritt oder das unternehmerische und marktorientierte Verhalten der Landwirte übererfüllt. Erhebliche Defizite gebe es jedoch in der Einschätzung der Verbraucher hinsichtlich des Tier-, Natur- und Umweltschutzes. Das stelle die gesamte Agrarbranche vor große Herausforderungen. In diesen Fragen drifteten beim Verbraucher die Erwartungen und die von ihm gesehene Wirklichkeit noch weit auseinander.
 
Das große Interesse an Themen der Landwirtschaft und der Ernährung wertet Rukwied als gute Grundlage für Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit. Entsprechende Instrumente seien bereits vorhanden, ebenso wie Organisationen und Verbände der Land- und Ernährungswirtschaft, die die Öffentlichkeitsarbeit der Landwirte unterstützen müssten. Dazu gehöre auch die Bereitschaft, für Kommunikationskonzepte und Maßnahmen mit hoher Reichweite und Glaubwürdigkeit bei den Verbrauchern die notwendigen Finanzmittel zur Verfügung zu stellen. Darüber hinaus gelte es, verstärkt das Internet zu nutzen, um zu informieren und Vertrauen für die landwirtschaftliche Produktion - besonders die Tierhaltung - aufzubauen. Deshalb habe der DBV sein Internetangebot konsequent auf den neuesten Stand gebracht und optimiert. AgE

Leserkommentare

8 Kommentar(e)
  • Dies ist eine Seite

    [11.09.2012]

    Ja, wir halten hier 6000 Schweine und 1000 Zuchtsauen.(Sind das in 10 Jahren schon niedliche Betriebe??) Außerdem 1500 Hektar Ackerbau......Und da liegt zumindest für 20-60% je nach Einstellung der Bevölkerung obgerade ein Skandal der Zeitungswelt die Spalten füllt. Das sind dann die Petazeiten wo sie volle Rückendeckung zumindest von den Grünen erhalten wird.BSE war zwar nichts, aber es wurden Schreckenzenarieren an die Wand gemalt die ein Horrorfilm in den Schatten stellte. Wie kann da jemand Größe verkaufen, deren Größe den meisten schon beim erklären Bauchschmerzen, zumindest ein leichtes Grumeln verursacht???

    von elinge

  • [10.09.2012]

    Da geb ich meinen Vorrednern recht!!! Das Kommunikationsproblem liegt wohl eher auf Seiten von DLG und DBV. Dort steckt man in einer Informationssackgasse, denn man muß der Öffentlichkeit jetzt verkaufen, warum die Landwirtschaft in eine Richtung gedrängt wurde, die die Landwirtrschaft überwiegend so nicht wollte. Und jatzt sollen wir uns auch noch erklären??? Vielleicht haben aber die Herren auch Recht! Wir sollten die Öffentlichkeit über den Unsinn, den uns unsere Verbände vielfach übergestülpt haben, mal genau aufklären. Das weir mit unserer Arbeit Geld verdienen müssen, kann man dem Bürger erklären - viele Wege in der Landwirtschaft nicht mehr.

    von preuße

  • Die Landwirtschaft....

    [10.09.2012]

    .....hat nicht mal seine Bauern in ihrer Entwicklung mitgenommen,sondern nur als dumme Melkkühe ausgenutzt....

    von simson09

  • Jau ! Jetzt gilts den Scheißdreck den sie angerichtet haben

    [10.09.2012]

    dem vedummten Verbraucher gut zu verkaufen. Bei uns heißt das den Teufel mit dem Belzebub austreiben. Viel Spaß ihr lieben Ortsobmänner ihr unten an der Bsis dürft das der Geiz ist Geil Gesellschaft rüberbringen.

    von Ghostbusters

  • DLG und DBV in der gesell.Akzeptanz Sackgasse

    [10.09.2012]

    Die Befreiung der uninformierten Verbraucher. Standhaft weigert sich das "Volk der Dichter und Denker" das Weltbild der Herrn Bartmer und Ruckwied im Bezug Landwirtschaft als einzig wahr und richtig anzuerkennen.Das ist frustrieren für DLG und DBV gerade bildungsnahe Schichten (Lehrer Beamte Pfarrer) ihre Nahrungsmittel lieber beim kleinen Ökobauern kaufen wollen als beim Agrarunternehmer mit "zukunftsfähiger Flächen- und Technik Ausstattung". Warum sieht der solvente informierte Verbraucher den bäuerlichen kleinen Familienbetrieb dem von Bartmer und Ruckwied keinerlei Zukunft mehr gegönnt wird immer noch den Garant für die Erzeugung eines guten Lebensmittel an?Da stecken DLG und DBV wohl in einer agrar-und gesellschapolitische Sackgasse

    von ekd

  • Gerade dies sind Aufgaben des DBV und DLG

    [10.09.2012]

    Sehr geehrter Herr Bartmer und Herr Rukwied, genau diese von ihnen vorgeworfenen Thesen fallen eigentlich wohl eher in ihren Aufgabenbereich, als in den des einzelnen Landwirts ! Zunächsteinmal sollten sie ihre Thesen glaubhaft im gesammten Berufsstand vermitteln können um dann der Bevölkerrung die heutige Landwirtschaft als eizige Alternative zu präsentieren. Subventionierrung von Überproduktion im Schweine-, Geflügel-,Milch-Bereich ect sowie der Bau von gewerblichen Tierhaltungsanlage (Volksmund= Massentierhaltung), grüne Gentechnik, Nitrat- Belastung, Tiertransporte, Tank oder Teller, Einfuhr gentechnisch veränderter Futtermittel...etc lassen sich der Bevölkerrung nicht erklären wenn Nahrungsmittel im Überfluß verramscht werden.

    von torti

  • Das System an sich ist eine Sackgasse!

    [10.09.2012]

    Mit der bedingungslosen Wachsen und Weichen Lobbyarbeit der Verbände DBVund DLG haben wir kleine Minderheit von Bauern nun den Salat. Großagrarbetriebe, und Konzerne nehmen keinerlei Rücksicht auf gesunde Komunikation. Die letzten Familienbetriebe müssen nun herhalten als bäuerliche Kulisse auf der grünen Woche, sollen für positive Komunikation sorgen. Was wären wir so stark, wenn nicht täglich Höfe dicht machen müssten. Nach den vorstellungen dieser Verbände, den Raiffeisenverband nicht zu vergessen sind wir doch in der lage auf allen Märkten dieser Welt präsent zu sein,unsere Produkte los zu werden. wieso nun solche Töne für unser kleines alterndes Deutschland?

    von Hardthof

  • Aus 2 mach 1?!?

    [10.09.2012]

    Diese Meldung gab es schon letzte Woche. Da waren es noch zwei getrennte Meldungen. Und in den Kommentaren kamen DBV und DLG nicht ganz so gut weg bzw. wurde konstruktive Kritik seitens der Bauern geäußert. Hat die Redaktion jetzt, weil der Tenor letzte Woche nicht so gut war, aus diesen zwei Meldungen eine neue gemacht? Wozu? Und sollen die Bauern ihre damaligen Kommentare jetzt einfach hier her kopieren?

    von detmarkleensang

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