[19.09.2012]
Clemens Tönnies wird seinen Neffen wohl vor Gericht wiedersehen.
Der Machtkampf zwischen Robert Tönnies (35) und seinem Onkel Clemens (56) könnte in die entscheidende Phase eintreten. Wie zu hören ist, geht im Unternehmen die Angst vor einer Teilung des größten Schlachtkonzerns Deutschlands mit Standorten in Rheda-Wiedenbrück, Weißenfels und Sögel um. Robert Tönnies besitzt 50 % an dem Unternehmen. Nun fordert er den Fünf-Prozent-Anteil zurück, den er seinem Onkel 2008 geschenkt hatte.
Wie die Lippische Landeszeitung schreibt, sei nicht auszuschließen, dass der 35-jährige den Konflikt für sich entscheiden könnte, da Clemens Tönnies in letzter Zeit ungeahnte Rücksicht auf seinen Neffen nehme. Der Führungskreis vermute zudem, dass Robert Tönnies bereits Finanzinvestoren hinter geschart hat, um sich die besten Teile des Unternehmens zu sichern. Robert ist der Sohn des 1994 verstorbenen Firmengründers Bernd Tönnies.
Der junge Betriebswirt habe das Management in Rheda ohnehin schon vor einiger Zeit gegen sich aufgebracht, heißt es in der Zeitung weiter. So soll er sich im Internetlexikon Wikipedia als "erfolgreichen Sanierer" und "Geschäftsführer" bei Tönnies eingetragen haben. Der Text ist allerdings wieder gelöscht.
Für die Mitstreiter von Firmenchef Clemens Tönnies sei der Konflikt der letzten Monate eine einzige "Schmierenkomödie", ist weiter zu lesen. Robert habe immer alles besser gewusst und nicht lernen wollen, wie man den Laden führe. Sein Umgang mit Mitarbeitern habe absolutistische Züge, berichten Konzerninsider. Abmahnungen und Kündigungen habe der Tönnies-Erbe nach Gutdünken als Geschäftsführer unterzeichnet, obwohl er als Gesellschafter diesen Posten nie innegehabt habe. Mitarbeiter, die Robert Tönnies am Morgen gefeuert habe, seien mittags wieder eingestellt worden.
Am Produktionsstandort Weißenfels in Sachsen-Anhalt habe er durch seine "soziale Inkompetenz" ein "Fiasko“ angerichtet, berichten Mitarbeiter, die die Wutausbrüche des 35-Jährigen miterlebt hatten. Da seien schon mal Kisten und Monitore geflogen, heißt es.
Mittlerweile sollen sich Clemens und Robert Tönnies nur noch über ihre Anwälte austauschen. Unter den Mitarbeitern ist die Verunsicherung daher entsprechend groß, wie sicher ihre Arbeitsplätze noch sind. (ad)
vgl.:
Machtkampf bei Tönnies? (24.1.2012)
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