Einführung einer Prämienobergrenze weiterhin heikles Thema

Scheibenegge Die Bundesregierung hat ihre ablehnende Haltung gegenüber einer größenabhängigen Kürzung der EU-Direktzahlungen bekräftigt. Eine Deckelung oder degressive Ausgestaltung der Direktzahlungen sei nicht geeignet, der Kritik an der Gewährung von Direktzahlungen an „nicht-landwirtschaftliche Großempfänger“ zu begegnen, erklärte Staatssekretär Dr. Gerd Müller in Berlin.

Müller wies darauf hin, dass bei dem von der EU-Kommission offenbar favorisierten Modell die Kürzung in Abhängigkeit von der Höhe der betrieblichen Direktzahlungen erfolge, nicht jedoch nach Kriterien, die am Betriebsinhaber anknüpfen. Daher sei eine Deckelung oder degressive Ausgestaltung der Direktzahlungen „kein angemessenes Instrument, um gezielt Zahlungen an ‚nicht-landwirtschaftliche Großempfänger’ zu vermeiden“, betonte der Staatssekretär.

47 % der Europäer für Prämienobergrenze

Weniger als die Hälfte der EU-Bürger, nämlich 47 %, befürwortet ausdrücklich eine Obergrenze für Direktzahlungen je landwirtschaftlichem Betrieb. Mehr als ein Viertel lehnt die Einführung einer solchen Maßnahme hingegen rundheraus ab. Das geht aus einer aktuellen Eurobarometer-Umfrage hervor, die am vergangenen Freitag veröffentlicht wurde.

Insgesamt wurden gut 26 700 Personen interviewt. Allerdings wird die Deckelung in 13 Mitgliedstaaten mehrheitlich unterstützt. In Deutschland antworteten auf die Frage, ob die Kappung eine gute Sache sei, 52 % der Befragten mit ja und 25 % mit nein. (AgE)
 

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4 Leserkommentare Kommentieren

  1. von klarseher · 1.
    unerträgliche Neiddiskussion....

    ...am besten die Ausgleichszahlungen komplett abschaffen, dann werden alle, egal ob groß oder klein, "gerecht" behandelt, und wir werden sehen, dass nicht nur bei den ewignörgelnden Neidern die Lichter ausgehen.

  2. von Doris Peitinger · 2.
    Mehrheiten

    Was will nun die Mehrheit der Befragten? 47 % befürworten eine Obergrenze, 28 % lehnen sie ab. In Deutschland 52 % zu 25 %. Aber unsere Bundesregierung hat es anscheinend nicht nötig, sich nach der Mehrheit zu richten. Na, das sind wir ja gewohnt...Hier zur Studie: http://ec.europa.eu/public_opinion/archives/ebs/ebs_368_de.pdf

  3. von beernhof · 3.
    Lobbyarbeit ist alles

    Man darf nicht ablenken, verehrter Herr Dr. Gerd Müller, indem man die Diskussion darauf ausrichtet, dass Direktzahlungen an nicht-landwirtschaftliche Großempfänger das Problem der Verteilung der Direktzahlungen alleine wären. Vielmehr muss es künftig allgemein eine Deckelung geben, denn es ist nicht nachvollziehbar, dass ein sehr geringer Prozentsatz von Landw.-Großbetrieben den größten Anteil der Direktzahlungen vereinehmen. Wenn es weiterhin in landwirtschaftlich strukturschwachen Gebieten eine flächendeckende Bewirtschaftung geben soll, dann muss diesen Betrieben, die sehr oft als Veredelungsbetriebe geführt werden, eine stärkere Zuwendung erteilt werden, um Wettbewerbsvorteile gegenüber Großbetrieben abzubauen. Packen Sie`s endlich an

  4. von elinge · 4.
    Nicht allein die Größe

    Bewirtschaftungdvorteile beziehungsweise Nutzung ist relevant.Wer z.B.in Portugal 1000 ha für 100 Rinder beantragt weil dort halt ein Rind 10ha braucht diese dann ein im Jahr zusammentreibt muß anderes behandelt werden wie ein Ackerbaubetrieb mit Schlaggröße von 20Ha im Durchschnitt oder Ackerbauer mit 2 ha Schlaggröße wieder im durchschnitt. Oder 500ha Trockenlandwirtschaft im Osten. Auch für Wiesen die bestimmte Pflanzenarten nach FFH Richtlinen können bei ohne Quote mit 10.000 Liter Milchkuhbetriebe die nidrigere Kosten haben nicht mithalten.Lieber Herr Landwirtschaftsmister Bonde wer Mega-Schutzbetriebe die Grünlandförderung streicht bestraft Betriebe die Schützenwerte Arten nicht schon vor 20-10 Jahren umgebracht hat.Eine Schande oder

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