Milchbauern drohen mit Milchvernichtung auf Feldern

[31.07.2012]


Milchausbringung 2008 beim Lieferstreik Milchausbringung 2008 beim Lieferstreik Säbelrasseln beim Bund Deutscher Milchviehhalter: Sollten die Milchpreise weiter zurückgehen, werden die Mitglieder der Verbandes wie zuletzt 2008 Milch mit dem Güllefass auf die Felder schütten. "Die Auszahlungspreise für Milch haben sich in den letzten Monaten dramatisch verschlechtert", begründete BDM-Chef Romuald Schaber in der Passauer Neuen Presse seine Drohung. Mit solch ungewöhnlichen Maßnahmen wolle man die Bürger darauf aufmerksam machen. "Am meisten erreichen wir durch Milchsprühaktionen. Die Menschen werden nachdenklich, wenn sie sehen, dass die Bauern ihre Milch auf die Felder sprühen", so Schaber.

Es gebe zu viel Milch auf dem Markt, sagte der Vorsitzende weiter. Für den Liter Milch erhielten die Bauern aktuell nur noch zwischen 26 und maximal 32 Cent. Das sei zwar etwas mehr als zu Zeiten der großen Milchkrise 2008/2009. Unter dem Strich stünden die Milchbauern aber schlechter da als damals. So seien die Produktionskosten pro Liter seitdem um fünf bis sechs Cent gestiegen. Außerdem hätten die meisten Betriebe heute weniger Geld auf der hohen Kante und damit keine Sicherheiten mehr. "Viele sind in ihrer Existenz bedroht", sagte Schaber. 2008 und 2009 hatten Landwirte im Kampf gegen den Preisverfall Milch weggeschüttet. (ad)

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Leserkommentare

14 Kommentar(e)
  • Milch auf Felder ausbringer - PERVERS

    [01.08.2012]

    In der Öffentlichkeit wird über die Verschwendung von Lebensmitteln (wegwerfen usw.) diskutiert und der BDM hat nichts besseres vor als das wertvolle Lebensmittel Milch auf Felder zu versprühen? Meiner Meinung nach absolut pervers und solche Aktionen machen bei den Bürgern auch keinen guten Eindruck. Alle krähen nach offenen Agrarmärkten, da sollten auch die Milchbauern mal Phasen mit schlechten Preisen überstehen (wer das nicht übersteht hat schlecht gewirtschaftet, so ist das in einer Marktwirtschaft nun mal). Als Ackerbauer hatte ich auch Jahrelang sehr schlechte Preise zu verkraften und den Schweineleuten geht es derzeit auch nicht gut und keiner von denen Jammert, wie es die Milchbauern (BDM) tun.

    von agronaut

  • Milch drosseln muß nix kosten

    [31.07.2012]

    Der Milchpreis scheint momentan unter die Pro- duktionskosten zu fallen ( Arbei und Stallabnützung eingerechnet) Da sind die sinnvollsten Lösungen Kosten zu senken durch verminderten Kraftfuttereinsatz und die Verluste zu senken durch eine Abstockung des Kuhbestandes. Zu den Preisen für Kraftfutter erübrigt sich ein Komentar und ein weniger hoch belegter Stall bringt weniger Reperaturen und Abnützung, ein Verkauf von Schlachtkühen kann zusätzlich die Kasse aufbessern wobei auch noch bei der Fütterung eingespartes, selbst erzeugtes Getreide verkauft werden kann. Ich weiß ist alles nicht so einfach, aber mindestens so gut wie Milch wegschütten

    von arnadin

  • Nichts gegen den BDM

    [31.07.2012]

    Nur lieber BDM wir haben keine Quote mehr!!! Das heißt ich habe nicht nur 2-5 cent Verlust sondern 28.Das heißt mein Nachbar muß vor mir verrecken damit ICH Überleben kann.Angeblich haben viele Milchbauern schon vorgesorgt und Ihre Ställe erweitert allso an Milch magels auch nach der Vernichtung der Milch auf eigene Kosten nicht!!!!

    von elinge

  • bringt überhaupt nichts

    [31.07.2012]

    diesmal werden nicht mehr viele Milchbauern dieser Idee des BDM folgen und ihre Milch weg schütten. Solange alle nur von der Gier nach mehr Umsatz (die besseren auch nach mehr Gewinn)getrieben sind, wird sich überhaupt nichts ändern. Der Milchmarkt wird ein stark schwankender Markt bleiben. Ist zuviel Milch am Markt weil zu viel Geld verdient wurde und dadurch die Bestände aufgestockt wurden (man will ja schließlich nichts ans Finanzamt zahlen) geht es in eine ruinöse Tiefpreisphase in der wieder einige aussteigen müssen damit der Preis wieder steigen kann. So beginnt das Spiel von vorn. Viele sitzen in ihrem Hamsterrad und wollen immer mehr ... haben aber immer weniger .. vor allem immer weniger Zeit und die ist kostbar !

    von nichtlandwirt

  • vs

    [31.07.2012]

    das jammern bringt nichts, die Milchmenge ist die letzten drei Jahre ständig gestiegen, da war ein Preisverfall doch vorherzusehen. Solange die Milcherzeuger es nicht kappieren, das sie die Menge selber steuern müssen, brauchen sie auch nicht über schlechte Preise zu jammern. Die Milch auf die Äcker zu fahren, ist sicher nicht öffentlichkeitswirksam. Drosselt eure Produktion und die Preise werden sich wieder erholen

    von vajen.sothel

  • Lernen die beim BDM denn nix?

    [31.07.2012]

    Die letzte Milchvernichtungsaktion hat ein riesen Imageverlust bei der Milch bewirkt! Milch wurde mit Gülle=Abfall=minderwertig beim Verbraucher assoziert! Scheinbar nimmt der BDM keinerlei Lehre an. Der Verein schadet den aktiven Erzeuger nur noch aktiv!

    von ramsdorf

  • von Quote geblendet

    [31.07.2012]

    haben viele in den vergangenen Jahren falsche Unternehmer- und Lebensentscheidungen getroffen. Nun erfahren sie schmerzlich, das der Markt langfristig nur die Besten überleben läßt. Oft wurde von der Beratung eine Förderung für den Stallbau hingerechnet und die Aufsicht hat beide Augen zugedrückt. Vor 20 Jahren sagte schon einer meiner Professoren, dass intensive Milchviehhaltung nicht auf Grenzstandorte gehört. Aber Politiker, Verbände und Berater meinen ja oft es besser zu wissen. Man kann natürlich darüber philosophieren, ob die Betriebe nicht die letzten 20 Jahre eine vernünftige Existenz hatten, die ihnen jetzt wegbricht. Wer mit 25 gebaut hat ist jetzt aber erst 45 und muss noch 20 Jahre wirtschaften

    von landfuerst

  • @jole

    [31.07.2012]

    Ich muß dir da recht geben. Jammern hilft nichts. Aber nichtstun auch nicht, es gibt viele brauchbare Ideen. Mach du auchmal einen. Meiner ist, die Milchvermarktung und Mengensteuerung selbst in die Hand zunehmen.

    von Kommanmder

  • Immer nur jammern

    [31.07.2012]

    Wenn es noch schlimer ist als 2008, dann weiß ich nicht worauf man noch wartet. denn 2008 war das beste Jahr nach 2007 was wir Milchbauern erlebt haben. seit dem gab es keine besseren Preise. und 2009 war wirklich düster. Wer glaubt das es besser wird wird lange warten müssen. Und wer 2008 schon schlimm fand sollte besser was anderes machen. Da hat man sein festes Einkommen und die Rente ist sicher. Jammern ist nicht das, was einen weiterbringt. Und Milch laufen lassen aus Güllefässern ist nur schäbig und schadet allen Bauern.

    von jole

  • Des einen Leid-des anderen Freud!!

    [31.07.2012]

    Milch wegschütten hilft leider nur den Amokmelkern, die konsequent die Quote überliefern. Wir müßen schauen, das wir das Angebot an Milch auf dem Markt verknappen, und das mit all uns zur Verfügunge stehenden Mitteln. Es bringt dem Markt doch nichts, wenn die einen Milch fortschütten, das die anderen dann wieder mehr melken können. Dailft nur eines, die Milch muß in dr Molkerei liegenbleiben und in den Handel darf keine kommen. Das ist unsere Augenblickliche Macht, mehr haben wir NOCH nicht. Aber es kommt.

    von Kommanmder

  • ??

    [31.07.2012]

    Was ich nicht verstehe ist, man hat 2008 schon mal solch eine Aktion gestartet mit mäßigem Erfolg. In den vergangenen Jahren hat aber wieder jeder Milchproduzent ohne Einschränkungen voll weiterproduziert. Nun ist wieder zuviel Milch auf dem Markt. Warum nicht die Produktion drosseln (auch wenn es weniger eld bedeutet), als teuer produzierte Milch aus Protest auf dem Acker zu verteilen? Die Milchqualität in Deutschland ist spitze und wird gefragt werden, aber wenn es zuviel gibt, dann sind die Bauern der Spielball des Marktes - wie in allen Wirtschaftsbranchen auch.

    von LehrAgro

  • Es gibt wirkungsvollere Methoden

    [31.07.2012]

    nur wir sind LEIDER in BRD und da ist man ja sofort dran. Ich hab mich immer gefragt warum man nicht mal die belagert die den Preis so drücken, wenn unsere Molkerein sich nicht gut verkaufen können, dann brauchen die "Unterstützung!"

    von Friesenkuh

  • Falsch

    [31.07.2012]

    Besser Milchpreis im Voraus (3-6 Monate) festlegen und Milchlieferverträge u.a. dahin ändern das kurzfristiger Austieg und somit wechsel zu anderer Molkerrei möglich ist!

    von gerald.hertel

  • Bestimmt nicht

    [31.07.2012]

    Möchte mal wissen, wer sich das leisten kann, vielleicht mit Abfallmilch. Werbung ist das sowieso nicht wenn man die Güllefässer in Verbindung mit Milch sieht. Lasst euch was anderes einfallen!

    von blabla

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