Mühlen klagen über hohe Rohstoffkosten

[30.07.2012]


Getreideschiff Getreideschiff Die Mühlen in Deutschland müssen gegenwärtig extrem hohe Einkaufspreise für den Rohstoff Getreide akzeptieren. Wie der Verband Deutscher Mühlen (VDM) am vergangenen Donnerstag in Bonn mitteilte, sind die Brotgetreidepreise an den deutschen Produktbörsen auf Rekordniveau gestiegen. Mahlweizen werde in Hamburg aktuell mit 270 bis 286 Euro je Tonne gehandelt, Brotroggen mit 245 Euro. Im Vergleich zum Dezember 2011 habe sich der Brotweizeneinkauf für die Mühlen um rund 70 Euro verteuert; auch die Roggenpreise befänden sich im Schlepptau des Weizens auf einem Spitzenniveau.

So hoch seien die Notierungen vor einer Getreideernte noch nicht gewesen, stellt der Verband fest. Nach seiner Auffassung ist der Grund für diese Entwicklung, dass weltweit die Ernten nicht mehr die ständig steigende Nachfrage nach Getreide und Getreideerzeugnissen decken können. In weiten Teilen der USA herrsche aktuell eine der schlimmsten Dürren seit Jahrzehnten; in wichtigen europäischen Anbauregionen hätten extreme Fröste zu Auswinterungsschäden geführt. Zudem habe die ausgeprägte Trockenheit im Frühjahr den Weizenbeständen zugesetzt. Diese Marktentwicklung spiegle sich in den hohen Notierungen an der europäischen Warenterminbörse Matif in Paris wider, erläuterte der VDM.

Seinen Angaben zufolge hat in Deutschland der niederschlagreiche Sommer die Abreife des Getreides verzögert. Es bleibe zu hoffen, so der VDM, dass das Wetter ein zügiges Einbringen des Getreides ermögliche und sich die Beeinträchtigungen auf Qualität und Quantität in Grenzen hielten. Ein höherer Aufwand, zum Beispiel durch die Getreidetrocknung, werde aber vielfach unvermeidlich sein. „Hoffentlich wächst mit den höheren Getreidepreisen auch die Wertschätzung für die daraus hergestellten Lebensmittel. Das gilt insbesondere für Getreide, Mehl und Brot, unsere Nahrungsmittel Nummer Eins“, betonte VDM-Hauptgeschäftsführer Manfred Weizbauer. (AgE)

Preisindices für Weizen und Weizenmehl Juli 2009 bis Juni 2012

vgl.:
Aigner: Brotpreise bleiben gleich - Mühlen sehen das anders (27.7.2012)
IGC erwartet 2 Prozent weniger Getreide (27.7.2012)
Dürre-Krise in den USA verschärft sich: Lebensmittelpreise ziehen an (24.7.2012)

Leserkommentare

3 Kommentar(e)
  • Rohstoffpreise

    [30.07.2012]

    Jetzt kommen die Vorstände der Bäcker und LEH aus ihren Verstecken Diese Mafiosies dei uns Bauern wieder die Schuld geben das das Brötchen teurer wird.Aber diesmal wird Ihnen das nicht gelingen.Wir haben gute Argumente das nicht wir Schuld an der Verkappung der Grundrohstoffe sind.Es sind wie in den USA die Dürre ein Staat wo der NABHU und alle anderen nur daraufherumhacken won wegen Gentechnik usw.nun sollen sie mal sehn wo sie Ihre Bioprodukte für die Weltbevölkerung herbekommen

    von gpiderhoff

  • Volatiltät der Märkte

    [30.07.2012]

    Die Konseqenz von liberalen Märkten ist eben auch, dass die Preise für Rohstoffe nicht nur fallen, sondern auch steigen können.Wohl dem, der vorgesorgt hat. Klares Signal an die Lebensmittelbranche: wer nichts bezahlen will,hat zukünftig ein Problem!

    von solarer

  • Vorratshaltung

    [30.07.2012]

    So ist das eben, wenn Vorratshaltung als zu teuer erachtet wird. Wenns dann ernst wird, müssen sie eben jeden Preis zahlen. Aber ich habe das Gefühl, diese Jammerei dient einzig dazu, zu begründen, warum in absehbarer Zeit die Semmeln teurer werden. Auch wenn der Rohstoffpreis nur wenig Auswirkung auf den Endpreis hat. Wenn der Getreidepreis wieder sinkt, redet keiner davon die Preise beim Bäcker zu reduzieren. Wie sage ein Metzger:"Einmal im Jahr brauchen wir hohe Schweinepreise. Sonst können wir die Ladenpreise nicht erhöhen".

    von rasta-man

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